Leader unterstützt drei Vorhaben in der Gemeinde mit insgesamt rund 47 000 Euro.
Leader Heckengäu hat es sich zur Aufgabe gemacht, die ländlichen Gebiete zu stärken und zu entwickeln. Das EU-Förderprogramm stellt dafür Geld bereit, auf welches sich Menschen mit Ideen bewerben können. Geachtet wird bei der Auswahl unter anderem darauf, dass durch die Projekte die Nachhaltigkeit oder die Gemeinschaft vor Ort gestärkt wird. In den vergangenen Monaten wurden drei solcher Maßnahmen in Althengstett umgesetzt. Nun bekamen sie ihre offizielle Leader-Plakette überreicht.
Verkaufsautomat
In Althengstett steht jetzt beim Getränkefachmarkt Kusche ein Verkaufsautomat für regionale Lebensmittel. Dabei handelt es sich um einen „Schwarzmarkt“, wie Betreiber Michael Schwarz aus Gechingen seine Automaten nennt. Es gibt sie unter anderem in Calw oder Gechingen. Dort werden regionale Lebensmittel unter anderem von der Metzgerei Kling oder dem Bauernhof Rinderknecht aus Jettingen angeboten. Die Getränke im Automaten kommen aus dem Laden nebenan. Auch Produkte der Gemeinnützigen Werkstätten und Wohnstätten (GWW) gibt es zu kaufen, darunter Schlüsselanhänger oder Magneten.
Mit Schwarz sei er sich schnell einig geworden, so Peter Kusche. Auch Schwarz lobt den „Schulterschluss“ der regionalen Anbieter. Das bringe Wertschöpfung und Anerkennung. Er sei froh, dass so viele Partner mit dabei seien. Jeder trage seinen Teil bei. „Das funktioniert nur gemeinsam, und nicht, wenn jeder aufs Maximale aus ist“, so Schwarz. Bürgermeister Rüdiger Klahm lobte den Automaten. Die Kooperation und die Regionalität gefalle ihm. Das hob auch Leader -Regionalmanagerin Susann Bauer hervor. Schwarz biete der regionalen Wertschöpfung mit seinem Automaten eine Plattform. Deshalb habe er den Zuschlag für rund 15 000 Euro Fördergeld bekommen. Das deckt 80 Prozent der Gesamtkosten.
Schutzhütte
In Neuhengstett hat Leader mit rund 16 000 Euro den Bau einer Schutzhütte auf dem Spielplatz „Oase“ gefördert. Eine derartige Hütte gab es dort schon einmal. Allerdings musste die dem Soccer-Platz weichen. Den Jugendlichen fehlte ein Rückzugsort – und das wurde zum Problem, wie Klahm erzählt. Die Jugendlichen hätten sich dann nämlich am Seiteneingang der Halle getroffen, dort Müll hinterlassen und die Anwohner gestört. Die neue Schutzhütte, die in der Nähe des Beachvolleyballfeldes und des Soccer-Platzes steht, sei ein „sinnvoller Treffpunkt“.
Den Standort habe der Ortschaftsrat ausgesucht. Er gebe den Jugendlichen Raum, erlaube aber vom benachbarten Weg immer noch eine soziale Kontrolle. Ob es einen Mülleimer in der Hütte brauche, werde die Zeit zeigen. Regionalmanagerin Bauer sah in der Hütte einen „Begegnungspunkt für Jugendliche“, der gefehlt habe. Deshalb habe Leader das Projekt gefördert. Man begrüße die nachhaltige Bauweise aus Holz. Das passe auch zum ursprünglichen Konzept der „Oase“ als Naturspielplatz, fand der frühere Neuhengstetter Ortsvorsteher Gerhard Dietz.
Kletterwürfel
Zwischen Jugendhaus und Sportplätzen steht in Ottenbronn seit Kurzem ein Kletterwürfel. Im Ortschaftsrat war diese Idee entstanden, um etwas für die Kinder und Jugendlichen zu tun. Der Plan scheint aufzugehen. Als sich Klahm, Bauer und Dietz dem Gebilde nähern, probieren sich daran gerade zwei Jungs aus. „Teilweise echt schwer“, meint der eine. „Das ist kein 0815-Spielgerät“, sagt Bauer. Leader fördere gerne Projekte, die Kinder im ländlichen Raum förderten. Rund 16 000 Euro gab es hier.
Kerstin Zendeh, Lehrerin der benachbarten Grundschule, freut sich über den Kletterwürfel. „Der wird in der Pause gerne genutzt“, erzählt sie. Auch Nachmittags seien immer Kinder da. Die Schulkinder hätten beim Waldlauf durch ihre Leistungen Spenden gesammelt und so zur Realisierung des Projekts beigetragen. Bauer lobte die Zusammenarbeit der Eltern, der Schule und der Gemeinde.
Neue Förderperiode
Bauer machte darauf aufmerksam, dass Leader Heckengäu nächstes Jahr vermutlich wieder Projekte fördern werde. Die Förderung betrage 80 Prozent bei maximalen Nettokosten einer Maßnahme von 20 000 Euro. Schwarz meinte, dass ein Antrag gar nicht schwer ist. Bei Bedarf helfe er gern, sagte der Gechinger.