Intensive Aufwärmübungen vor dem Start: Die Teilnehmer des Kinderlaufs waren kaum zu halten. Foto: Decoux

Der Leichtathletikverein Ettenheim (LVE) hat am Sonntag sein populäres jährliches Laufsportereignis organisiert – in drei unterschiedlichen Läufen gingen dabei rund 350 Personen an den Start. Auch die Bambini durften ohne Zeitnahme mitlaufen.

Start- und Zielpunkt des Stadtlaufs war der Marienplatz. Dort stand gleich neben dem aufgeblasenen großen Zieltor ein mit Technik vollgestopfter Messwagen, der sämtliche Läufer-Zeiten per mitgegebenen Mini-Sendern digital auf die Sekunde genau registrierte.

 

Doch das galt noch nicht für die Kleinsten, die zum Stadtlauf-Einstieg eine verkürzte Strecke von 400 Metern stürmten. Ungeduldig hatten sich die höchst aufgeregten Bambini unter neun Jahren schon zehn Minuten vorher hinter dem Startband versammelt und sich dort mit angeleiteten Bewegungsübungen warm gemacht. Ettenheims Bürgermeister Bruno Metz feuerte höchstpersönlich den Platzpatronen-Startschuss ab, und die junge Meute stürmte begeistert durch die Altstadtgassen. Am Zielpunkt wurden später alle mit einer Teilnehmer-Medaille belohnt.

Zwischen knapp sieben und zwölf Minuten brauchten die Kinder beim „Junior-Cup“ für ihre Strecke von zwei Kilometern. Die LVE-Co-Vorsitzende Heidi Lehmann freute sich über die steigenden Schülerzahlen und die zahlreich teilnehmenden Schulen: „Da haben wohl manche neuen Lehrer dankenswerterweise wieder für mehr Reklame in den Schulen gesorgt!“

Beim vier Kilometer langen „Fitness-Lauf“ waren Einzelpersonen und Gruppen mit klangvollen Namen wie „Kraftrunners“, „Feldhasen“ oder auch „Team Gemeinde Rust“ am Start. Die zeitliche Spannbreite von rund 13 bis längstens 32 Lauf-Minuten zeigte deutlich: Es ging dabei nicht nur um zu Rekorde, sondern für viel vor allem um den erfolgreichen Zieleinlauf – gemäß des Olympiamottos „Dabei sein ist alles“.

Hans Decoux aus Altdorf war mit 80 Jahren der älteste Teilnehmer

Die Königsdisziplin beim jährlichen Ettenheimer Laufspektakel markiert der Hauptlauf mit zehn Kilometern Länge über fünf Innenstadtrunden. Dazu starteten in diesem Jahr 71 gemeldete Läufer. Darunter waren viele Vereinssportler aus Ettenheim ebenso wie viele Auswärtige von den Turnvereinen Biberach, Scherzheim, Gundelfingen oder vom Lauftreff Mittelwiehre. Dazu kamen Hobbysportler wie die einheimischen Talblick-Biker, die Löwenzahn‘ler oder die Altdorfer TTC-Repräsentanten. Erneut als dienstältester Läufer war der Altdorfer Hans Decoux wieder mit auf die längste Stadtlauf-Strecke gegangen. In wenigen Tagen wird er seinen 81.Geburtstag feiern. Bei seiner Zielüberquerung forderte der Lauf-Kommentator Mika Brossmer per Lautsprecher das Laufpisten-Publikum am Marienplatz zu einem „ganz, ganz großen Applaus“ auf.

Rauhes Pflaster: Fünf Innenstadtrunden à zwei Kilometer mussten die Teilnehmer des Hauptlaufs absolvieren. Foto: Decoux

Der LVE-Co-Vorsitzende Markus Maier fasste den Tagesablauf zusammen: Auch dank rund 70 eingesetzten eigenen Helfern und dem städtischem Bauhof, das für die Straßensperrung gesorgt hatte, habe man das Lauf-Event organisatorisch bestens bewältigen können. Erneut habe der Verein viele Lauf-Freunde sowie Zuschauer begrüßen dürfen. Wie es mit dem Ettenheimer Stadtlauf weitergeht, wollte Maier sich nicht entlocken lassen, denn das werde jährlich vom LVE-Vorstand neu debattiert und beschlossen. Es sollte jedoch überraschend zugehen, wenn nächstes Jahr nicht erneut durch Ettenheims Altstadt gelaufen werden würde. Der LVE ist jedenfalls gut aufgestellt: Unter den rund 370 Mitgliedern finden sich knapp 100 Schüler, für Nachwuchs ist somit gesorgt.

Die Siegerlisten des 40. Ettenheimer Stadtlaufs

Hauptlauf:
 : 1. Marcel Müßle (LAC Freiburg, 34:13 Minuten), 2. Florian Walz (Oberle, 34:44), 3. Andreas Knapp (TV Biberach, 36:49).

Fitnesslauf:
 1. André Becher (für Heimschule St. Landolin, 13:39 Minuten, 2. Heinrich Heinzer (Veloziraptor, 14:39), 3. Hanna Müller (Veloziraptor, 14:57).  

Schülerlauf:
Erster wurden Mika Drescher (6:58 Minuten), gefolgt von Bennet und Ann-Sophie Drescher (alle drei von den Lauffreunden in Freiburg). Nach Klassenstufen siegten die 5b und 6d der Heimschule sowie die 7a des Städtischen Gymnasiums. Als größtes Team wurde überdies die Klasse 5b der Heimschule mit 19 Schülern ausgezeichnet.