Noch mehr Bürger als bei der Landtagswahl haben bei den Gemeinden der südlichen Ortenau für die Bundestagswahl am 26. September Briefwahl beantragt. Foto: Symbolfoto: Bernd Weißbrod/dpa / Bearbeitung: Geitlinger

Viele wählten schon

Südliche Ortenau - Der Ansturm auf die Wahlurnen dürfte sich am Sonntag, 26. September, in Grenzen halten. Nicht weil mit besonders vielen Wahlmuffeln gerechnet wird, sondern vielmehr weil viele ihre Stimme schon vorab per Brief abgegeben haben dürften.

Liegt es an der Corona-Pandemie, an der verstärkten Werbung oder an der Bequemlichkeit? Die Hauptämter in der südlichen Ortenau verzeichnen einen Rekord-Ansturm an Briefwählern. Schon jetzt, mehr als eine Woche vor dem Wahlsonntag, haben die Gemeinden mehr Anträge auf Briefwahl als je zuvor. Die aktuelle Zahl der Anträge übertrifft bereits jetzt die der Landtagswahl im März, die ja auch schon unter Corona-Bedingungen stattgefunden hatte.

Für diese hatte das Landratsamt Emmendingen, das für den Wahlkreis Emmendigen-Lahr zuständig ist, bereits damals eine Rekord-Beteiligung an Briefwählern verzeichnet: 56,42 Prozent hatten damals im Wahlkreis 49 im Landkreis Emmendingen per Brief gewählt. Zum Vergleich: Bei der Bundestagswahl 2017 waren es im Wahlkreis 283 nur 24,2 Prozent gewesen. Während der Wahlkampf also eigentlich noch tobt, hat sich eine nicht unerhebliche Zahl der Wähler bereits entschieden.

Ettenheim: "Die Nachfrage nach Briefwahlunterlagen ist von Anfang an sehr hoch gewesen", berichtet Ettenheims Hauptamtsleiterin Julia Zehnle der LZ. Stand Montagabend sind 3.150 Briefwahlanträge bei der Stadt eingegangen. Das entspricht fast einem Drittel der insgesamt 10.100 Wahlberechtigten. Von diesen ausgesandten Unterlagen sind bereits 1.188 Wahlumschläge wieder zurück. "Dies bedeutet, dass bereits mehr als elf Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimmen mittels Briefwahl abgegeben haben", erklärt Zehnle. Zum Vergleich: Bei der Landtagswahl hatten rund 2.900 Bürger einen Antrag auf Briefwahl gestellt, 2.756 von ihnen hatten die ausgefüllten Wahlunterlagen zurückgeschickt. "Das heißt 27 Prozent der Wahlberechtigten haben damals per Brief gewählt. Das entspricht 43 Prozent derer, die tatsächlich gewählt haben", so Zehnle.

Kappel-Grafenhausen: 1.316 Wahlberechtigte hatten bis Dienstagmorgen in der Doppelgemeinde Briefwahl beantragt. Das sind bereits jetzt 42 mehr als bei der Landtagswahl im März, berichtet Hauptamtsleiter Daniel Kunz. Er erwartet "noch eine weitere Steigerung".

Kippenheim: "Das Interesse an der Briefwahl ist auch bei dieser Wahl wieder sehr hoch", berichtet Kippenheims Hauptamtsleiterin Sina Schultheiß der Lahrer Zeitung. 1.323 Anträge zur Briefwahl waren am Dienstagmorgen bei ihr eingegangen. Zum Vergleich: Bei der Landtagswahl waren es lediglich 1.224 gewesen.

Mahlberg: Auch in Mahlberg wurde der bisherige Rekord an Briefwählern gebrochen: 1.234 Briefwahl-Anträge zählte Manuela Sanfilippo vom Hauptamt am Montagabend: "Das sind bereits jetzt schon mehr als bei der Landtagswahl 2021."

Ringsheim: Auch Ringsheim verzeichnet mit 610 Anträgen zur Briefwahl mehr als Landtagswahl. 180 Bürger haben inzwischen schon wieder ihre Wahlunterlagen zurückgesandt, schätzt die Verwaltung. Bei 1.786 Wahlberechtigten heißt das, dass auch dort schon gut zehn Prozent der Bevölkerung ihre Stimme abgegeben haben.

Rust: Mit 1.020 Anträgen zur Briefwahl hat Rust als einzige Südgemeinde die Zahl der Landtagswahl von damals 1.033 Anträgen noch nicht ganz erreicht. Allerdings sind es ja noch einige Tage bis zum Wahlsonntag. "Ich denke, dass wir noch drüberkommen werden", erklärt Rusts Hauptamtsleiterin Petra Engelmann daher.

Alle sechs Süd-Gemeinden sind intensiv dabei, die Bundestagswahl vorzubereiten.

Ettenheim: "Wir befinden uns derzeit in den Endzügen der Wahlvorbereitung. Der coronakonforme Ablauf der Bundestagswahl in Ettenheim ist sichergestellt, hier können wir auf die Erfahrungen der Landtagswahl und des Bürgerentscheids zurückgreifen", berichtet Hauptamtsleiterin Julia Zehnle. Am Wahltag werden in der Rohanstadt rund 160 ehrenamtliche Helfer im Einsatz sein. "Wir sind sehr dankbar für deren großes Engagement", betont Zehnle.

Kappel-Grafenhausen: Für den reibungslosen Ablauf der Bundestagswahl in Kappel-Grafenhausen werden 30 Wahlhelfer im Einsatz sein.

Kippenheim: "Derzeit bereiten wir die Wahlhelferschulungen vor, im Bürgerbüro läuft die Bearbeitung der Briefwahlanträge auf Hochtouren. Ansonsten ist die Organisation des Wahltags in den letzten Zügen. Die Hygiene-Vorgaben sind nahezu identisch zur Landtagswahl, dies erleichtert die Planung enorm", berichtet Kippenheims Hauptamtsleiterin Sina Schultheiß. Am Wahltag werden in der Gemeinde 35 Helfer im Einsatz sein.

Mahlberg: "Die Stadt Mahlberg wird mit 37 Wahlhelfern die Bundestagswahl durchführen. Die Wahlhelfer werden auch hinsichtlich der Corona-Schutzmaßnahmen geschult", erklärt Manuela Sanfilippo vom Hauptamt.

Ringsheim: "Derzeit ist die Bearbeitung der Briefwahl vorrangig. Die Anträge gehen vermehrt online ein. Zusätzlich bereiten wir uns auf den Wahltag vor", berichtet Hauptamtsleiterin Helena Gutbrod der LZ. Insgesamt sind in Ringsheim 14 Wahlhelfer eingeteilt, zudem stehen sechs Personen als Ersatz bereit.

Rust: Dafür, dass in Rust am Wahlsonntag alles glatt läuft, werden 36 Helfer sorgen, erklärt Hauptamtsleiterin Petra Engelmann.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: