Das Ettenheimer Krankenhaus wird zu einer Reha-Klinik für ältere Patienten – und zwar schon sehr bald. Foto: Bildstein

Neuer Betreiber wohl gefunden. Geschäftsführung hält sich bedeckt.

Ettenheim - Das Aus des Ettenheimer Krankenhauses rückt näher. Nach LZ-Informationen steht eine Schließung Ende 2022 im Raum. Die Gespräche mit einem neuen Betreiber sollen weit fortgeschritten sein. Die Geschäftsführung hält sich noch bedeckt.

Dass Ettenheim im Zuge der Ortenauer Krankenhausreform Agenda 2030 seine Akut-Klinik verliert, ist schon länger bekannt. Wie es am Standort in der Robert-Koch-Straße weitergeht auch: Im Februar gab der Krankenhausausschuss des Kreistags grünes Licht für die Einrichtung einer "geriatrischen Rehabilitation", also eine spezielle Reha-Klinik für Ältere. Dazu soll es als sogenannte zweite Säule eine ambulante Versorgung geben. Unklar war bislang der Zeitplan – nun kommt Bewegung in das Thema.

Wann schließt das Ettenheimer Krankenhaus?

Die LZ weiß: Klinik-Geschäftsführer Christian Keller war am Donnerstag in Ettenheim, um das Personal auf den aktuellen Stand zu bringen. Bei dem Gespräch soll der 1. Januar 2023 als Schließungstermin genannt worden sein. Christian Eggersglüß, Sprecher des Ortenau-Klinikums, blieb auf LZ-Nachfrage am Freitag vage: Die "Fragen zur weiteren zeitlichen Umsetzung und konkreten Ausgestaltung der beschlossenen Planungen" seien "offen". Ein Dementi zu dem Datum gab es nicht. Schon in einem Monat, am 28. September, beraten die Kreisräte über das Thema. Auch der Ettenheimer Gemeinderat soll informiert werden.

Wie ist der Stand bei der Nachfolgenutzung?

Gespräche mit einem potenziellen Betreiber für die "geriatrische Rehabilitation" laufen seit Monaten, mittlerweile soll grundsätzliche Einigung bestehen. Nach bisherigem Stand ist angedacht, 60 Reha-Betten zu schaffen. Dafür ist ein An- oder Umbau am Standort nötig. Die Kosten bezifferte der Kreis im Frühjahr nach einer "ersten, groben Schätzung" auf rund acht bis zehn Millionen Euro.

Wie geht es mit dem Personal weiter?

Am Ettenheimer Krankenhaus sind nach Unternehmensangaben etwa 120 Mitarbeiter tätig, davon 80 in Vollzeit. Die Klinikleitung ist nach LZ-Informationen bestrebt, alle Arbeitsplätze zu erhalten. Das Ettenheimer Personal soll verbundintern weiterbeschäftigt werden.

Wann startet das neue medizinische Angebot?

Ob es in Ettenheim einen nahtlosen Übergang vom Akut-Krankenhaus zur geriatrischen Reha-Einrichtung geben wird, ist offen. Sprecher Eggersglüß ließ die Frage nach einem möglichen Betriebsstart der neuen Klinik unbeantwortet. Er betonte: "Die Entscheidung der Kreisgremien bleibt abzuwarten."

Die Agenda 2030 sieht die Schließung von drei der insgesamt sieben Ortenauer Krankenhäuser vor. Betroffen von den Sparmaßnahmen sind neben Ettenheim auch Kehl und Oberkirch. An letzterem Standort endet der operative Betrieb bereits am 3. September – knapp einen Monat vor dem offiziellen Ende. Grund sind Personalengpässe, wie die Klinikleitung am Freitag mitteilte. Zum 1. Oktober soll, wie beschlossen, ein "Zentrum für Gesundheit" den Betrieb aufnehmen. In den kommenden Jahren ist eine Sanierung des Gebäudes für mehr als neun Millionen Euro vorgesehen.