Feierten die Grundsteinlegung für die neue Volksbank-Filiale in Ettenheim: Bürgermeister Bruno Metz, Vorstandsvorsitzender Peter Rottenecker, Vorstandsmitglied Reiner Richter und Architekt Philipp Feißt. Foto: Decoux-Kone

Grundsteinlegung: Volksbank baut neue Filiale für fünf Millionen Euro in Radackern / Platz für 75 Mitarbeiter

Der Neubau in den Radackern sei ein klares Bekenntnis der Volksbank zu Ettenheim, erklärte Vorstandsvorsitzender Peter Rottenecker bei der Grundsteinlegung. Die neue Filiale soll ihren Kunden eine moderne Betreuung bieten.

Ettenheim. Wenn der Himmel tatsächlich Freudentränen vergossen hatte, wie es Peter Rottenecker deutete, dann muss die Freude auf den bereits begonnenen Bau des neuen Volksbank-Kundenservicezentrums in der Stücklestraße in der Tat riesig sein. Zur offiziellen Grundsteinlegung in den Radackern öffnete der Himmel mit Blitz und Donner seine Regenschleusen. Der guten Stimmung der Verantwortlichen und Gäste im kleinen Baucontainer tat das indes keinen Abbruch. Vorstandsvorsitzender Rottenecker sieht im Neubau "ein klares Bekenntnis der Volksbank zu Ettenheim".

Renovieren oder neu bauen? Mit dieser Frage beschäftige man sich seit etlichen Jahren. Nicht zuletzt die Offerte der Stadt, das bisherige Volksbankgebäude in der Innenstadt zu übernehmen, habe den Entschluss erleichtert, in Ettenheim ein "Kompetenzzentrum moderner Prägung" zu errichten. Rund fünf Millionen werde dessen Bau kosten, hatte Rottenecker der Lahrer Zeitung im September 2020 mitgeteilt.

"Gesicht zeigen und Willkommenskultur pflegen", das werde im dreigeschossigen Neubau realisiert, in dem rund 75 Mitarbeiter in kommunikativen Großraumbüros arbeiten werden, erklärte Rottenecker. Als wichtige Bestandteile des Neubaus nannte er eine zukunftsorientierte Medientechnik, digitale Kundenbetreuung, Medienstudios, Online-Beratung, einen "Marktplatz" für Vorträge, Schulungen, Veranstaltungen sowie eine Eventfläche im Freien, wo zudem 56 Parkplätze angelegt werden.

Erfreut zeigte sich der Vorstandsvorsitzende auch über das gute Miteinander mit der Sparkasse, wo die Volksbank nach dem Wegzug aus der Innenstadt im Vorraum einen eigenen SB-Schalter für die Alltagsgeschäfte ihrer Kunden – wie Geld abheben, Überweisungen, Kontenausdrucke oder Handy laden – einrichten kann. Gute Arbeit bescheinigte Rottenecker dem Planungs- und Architekturbüro Part.ner das mit Vorstand Michael Stoz, Bauleiter Jan-Philipp Feißt und Bauzeichner Jannik Berger bei der Grundsteinlegung vertreten war.

"Die Volksbank gehört zu Ettenheim" – so auch das klare Bekenntnis von Bürgermeister Bruno Metz bei der Grundsteinlegung. Die Tatsache, dass Ettenheim die am stärksten wachsende Volksbank-Filiale darstelle, bestätige das klar, so Metz.

Freude auf Mediathek in der Innenstadt

In Neubau und Neukonzeption sieht Metz "einen Gewinn für Ettenheim". Er sei froh, dass man den Geldinstituten in den Radackern Fläche für ihre Neu-Orientierung anbieten könne. Auch die Sparkasse plant einen solchen Neubau neben Rad-Schulz.

Bürgermeister Metz freut sich schon auf die Einrichtung einer zeitgemäßen Mediathek in der Innenstadt, zusammen mit Verwaltungs-, Büro- und möglicherweise Wohnräumen im früheren Volksbankgebäude gegenüber dem Nepomukbrunnen, wie er bei der Grunsteinlegung erklärte.

Man hat ihm in Ettenheim völlig zu Recht eine Straße gewidmet: Cajus Georg Gartenhauser ist die Gründung der Volksbank in Ettenheim zu verdanken. Im Jahr 1858 erkannte Gartenhauser als Leiter der Höheren Bürgerschule in Ettenheim, Vorgänger des heutigen Gymnasiums, die Notwendigkeit der Gründung eines Gewerbevereins, um auch im ländlichen Raum die wirtschaftlichen Grundlagen zu schaffen und sich damit auf die beginnende industrielle Revolution einzustellen. Es war die Geburtsstunde der Volksbank, die damit in Ettenheim inzwischen das stolze Alter von 163 Jahren aufweist. Ältere Ettenheimer erinnern sich noch an die ständig mit der Zeit gehende bauliche Erweiterung des Bankgebäudes in der Friedrichstraße. Erinnert werden darf in diesem Zusammenhang auch an den traurigen frühen Tod Gartenhausers im Alter von nur 52 Jahren und an die Tatsache, dass seine Tochter Maria ein Jahr vor seinem Tod den gebürtigen Ettenheimer Otto Winterer geheiratet hat, den späteren OB von Freiburg – dem in Ettenheim ebenfalls eine Straße ("Wintererstraße") gewidmet ist.

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