Aldi will die Verkaufsfläche in Ettenheim um zehn Prozent erweitern und hat dafür 4000 Quadratmeter Acker erworben. Foto: Ullrich

Gewerbegebiet: Ettenheimer Bauausschuss stellt Sonder-Bebauungsplan auf / Verkaufsfläche wird größer

Ettenheim - Die Aldi-Erweiterung hat ihre erste Hürde genommen: Der Ettenheimer Bauausschuss stellte für diese einen Sonder-Bebauungsplan auf und empfahl dem Gemeinderat dieser zuzustimmen.

Die Lahrer Zeitung hat bereits darüber berichtet: Der Discounter Aldi will in den Radackern neu bauen. Dafür hat er ein rund 4000 Quadratmeter großes im Westen angrenzendes Acker-Grundstück erworben. Die Verkaufsfläche soll um zehn Prozent wachsen, von derzeit 930 auf künftig 1023 Quadratmeter. Der Anbau ist eingeschossig mit Flachdach bei einer Höhe von 6,50 Metern geplant.

Um dieses Vorhaben zu ermöglichen, ist die Aufstellung eines Bebauungsplans "Gewerbe- und Sondergebiet großflächiger Einzelhandel Radackern Süd" erforderlich.

Mit den dazu erforderlichen Schritten – Aufstellungsbeschluss im beschleunigten Verfahren, Billigung des Bebauungsplanentwurfs, Offenlage und Beteiligung der Behörden und sonstigen Trägern öffentlicher Belange – hatte sich der Bauausschuss in seiner Online-Sitzung am Dienstag zu befassen. In der kommenden Woche soll dann der Gemeinderat abschließend entscheiden.

Wohnortnahe Versorgung soll gesichert werden

Das Bestandsgrundstück ist im bestehenden Bebauungsplan als "Sondergebiet für großflächigen Einzelhandel" ausgewiesen, die nunmehr ergänzende Fläche als "eingeschränktes Gewerbegebiet" Die Flächen tangieren Teilflächen der Bebauungspläne "Radackern I" und "Radackern IV".

Mit der Neuaufstellung verfolgt die Stadt folgende Ziele: Stärkung in ihrer Versorgungsfunktion als Unterzentrum sowie die Weiterentwicklung des Einzelhandelsstandort "Radackern"; geordnete und qualitätsvolle städtebauliche Entwicklung an der Bundesstraße; Sicherung wohnortnaher Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs; Schaffung zukunftsorientierter und bedarfsgerechter Einkaufsmöglichkeiten.

Bernd Billharz wollte von der Verwaltung wissen, ob eine Auflage zur Entladung möglich sei. Denn einige Anwohner der Unditzstraße befürchten durch die "recht geräuschvolle Entladevorgänge" bei der Nachtanlieferung die Störung ihrer Nachtruhe.

Die Verwaltung sicherte zu, das Anliegen zu prüfen und mit dem Discounter zu besprechen. Bürgermeister Bruno Metz wies allerdings darauf hin, dass dieser Vorgang ja auch schon beim jetzigen Markt bestehe.

Der Bauausschuss nahm Folgendes zur Kenntnis:

Wohnungen statt Gaststätte: "Im Bienenfeld" in Ettenheimweiler soll ein bisher als Wohnhaus mit Gaststätte genutztes Gebäude zur ausschließlichen Wohnnutzung umgebaut werden. Neben der bisherigen Gaststätte soll auch das Dachgeschoss zu einer Wohneinheit umgenutzt werden.

Neubau eines Einfamilienhauses: Im nördlichen Eintritt in den Pfaffenbach in der Kernstadt ist der Neubau eines zweigeschossigen Einfamilienhauses samt nebenstehendem Schöpf vorgesehen. Das Haus soll als Ferienwohnung vermietet werden. Für das Flachdach ist eine Begrünung geplant. Ein nach Osten vorgesehenes Dachflächenfenster ist laut Rainer Gruninger von der Unteren Baurechtsbehörde nicht genehmigungsfähig, weil einsehbar, was nach der Altstadtsatzung nicht erlaubt ist.

Doppelhaushälfte mit Carport: In der Mahlberger Straße in Altdorf beabsichtigt ein Antragsteller den Neubau einer Doppelhaushälfte mit Carport und Garage. Das Wohngebäude ist zweigeschossig vorgesehen. Die andere Doppelhaushälfte war bereits Thema der vorherigen Bauausschuss-Sitzung, als Bürgermeister von der Beseitigung eines "bisherigen Schandflecks" sprach.

Mast für bessere Funkübertragung: Eine Antragstellerin will in den Rittmatten einen 40 Meter hohen Stahlgittermast mit zwei Plattformen sowie Outdoortechnik errichten, um die Funkübertragung zu verbessern. Der Mast soll in der Nähe des Hebewerks des Abwasserzweckverbands stehen, nahe der Eisenbahnlinie im Westen und dem Ettenbach Osten. Die Höhe entspricht, so Gruninger, in etwa dem Mast auf dem Blumenberg. Hinsichtlich der Bewertung der gesundheitlichen Risiken durch elektromagnetische Felder sei der Bauherr in der Pflicht. Er habe auch für Kompensationsmaßnahmen für den Eingriff ins Landschaftsbild zu sorgen.

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