Mit Expertenwissen wartet die städtische Reihe zum Thema Photovoltaik in Ettenheim auf. Symbolfoto: Vichra Foto: Lahrer Zeitung

Energie: Zweites Treffen in Ettenheim zum Thema Photovoltaik kommt gut an / Rund 60 Teilnehmer

Die Sonnenenergie-Kampagne in Ettenheim stößt auf großes Interesse. Nach einer regen Teilnahme beim ersten Teil "PV-Check" begrüßte Moderator Udo Benz nun mehr als 60 Interessierte zum Thema "So baut man Photovoltaikanlagen".

Ettenheim. In Thomas Hoch, vom örtlichen Photovoltaik-Installationsbetrieb, hatte Benz beim Online-Meeting am Montagabend einen ausgewiesenen Experten als fachkundigen Gesprächspartner engagiert. Rund 500 Photovoltaikanlagen haben Thomas und Stefan Hoch in 13 Betriebsjahren gebaut. "Derzeit installieren wir im Schnitt eine Anlage pro Woche", so Thomas Hoch. Der Betrieb erfüllt damit die an diesem Abend formulierte Idealvorgabe: Verkauf und Montage in einer Hand; Spezialisten nicht als Nebengewerk; lokaler Betrieb.

Mit interessanten Werten bezüglich eines verminderten Stromertrags wusste Hoch aufzuwarten, falls das Dach nicht nach Süden gerichtet und nicht mit 30 bis 35 Grad geneigt ist. Der Ertragsverlust bei anderer Dachausrichtung fällt geringer aus, als viele der Meeting-Teilnehmer vermutet hatten: bei Süd-Ost- oder Süd-West Ausrichtung gerade mal um rund fünf Prozent, bei Ost- oder West-Ausrichtung nur um die 15 Prozent gegenüber dem "Idealdach". Kleinteilige Verschattungen lassen sich problemlos überbrücken. Starke, großflächige Verschattungen, durch Bäume beispielsweise, sollten vermieden werden. Die Dachstatik ist nach Hochs Erfahrung meist unproblematisch. Mit weniger als zehn Kilogramm je Quadratmeter beim Sparrendach entspricht das Gewicht einer 2,5 Zentimeter dicken Schneeschicht. Beim Flachdach mit einer leicht aufgeständerten Photovoltaikanlage erhöht sich der Wert auf weniger als 35 Kilogramm je Quadratmeter. Hier kann man gegebenenfalls durch Kiesentnahme das Gewicht mindern, so Hoch.

Angesichts einer grundsätzlich zu erwartenden Lebensdauer von mindestens 20, eher 25 Jahren, sollte man eine angedachte Dacherneuerung, beispielsweise mit neuen Ziegeln, mit dem Bau einer Photovoltaikanlage abstimmen, so Hochs Empfehlung. Die Fragen nach den Komponenten einer Anlage zeigte der Experte am Beispiel einer durchschnittlichen zehn Kilowatt-Peak-Anlage auf: 30 Photovoltaikmodule (1,6 Quadratmeter), Gestellsystem aus Alu oder Edelstahl, Wechselrichter und Kabel. Das ist mit den Dienstleistungen Montage, Anschluss-Zählerschrank, Anmeldung beim Netzbetreiber und der Anmeldung bei der Bundesnetzagentur preisrelevant.

Über Montage und Kosten einer Anlage

In all diesen Schritten sieht Hoch den Photovoltaik-Installateur in der Verantwortung gegenüber dem Hausbesitzer.

Drei Tage Arbeit zu zweit oder zu dritt nehme in der Regel die Montage in Anspruch. Etwa eine weitere Woche müsse man für die Anmeldung beim Netzbetreiber einrechnen. Auf etwa 15 000 Euro Investitionskosten rechnete Hoch seine beispielhaft genannte Anlage. Doppelt so leistungsstarke Anlagen kosteten jedoch nicht das Doppelte, eine halb so starke Anlage indes mehr als die Hälfte.

"Lohnt sich angesichts der gesunkenen Einspeisevergütung eine solche Anlage überhaupt?" – diese Frage beschäftigte die Chat-Teilnehmer wie schon beim vorausgegangenen Meeting. An konkreten Beispielen rechnete Hoch realistische Selbstnutzung, Strombedarf und Stromverkauf durch. Er sprach auch Situationen wie E-Auto oder Pool-Erwärmung an. Eine Amortisation der Investitionskosten nach zwölf Jahren dürfe im Mittel erwartet werden. Länger dauert die Amortisation bei der Installation eines Speichers.

Dass sich die Chat-Teilnehmer schon intensiv mit derlei Überlegungen auseinandersetzen, zeigte die Vielfältigkeit der Fragen: Wärmepumpe und Photovoltaikanlage, Versicherungsschutz, Wartungsaufwand und Klimaschutz-Aspekte. "Eine tolle, kompetente, interessante Veranstaltung", so einer der abschließenden Chat-Kommentare. Im nächsten Online-Meeting soll das "PV und Steuer" lauten.

Insgesamt werden derzeit auf den Dächern Ettenheims sowie auf der Kläranlage in Kappel 26 Photovoltaik-Anlagen mit 6235 Quadratmetern Modulfläche betrieben. Die Anlagen erbringen insgesamt eine Leistung von 852 Kilowatt-Peak mit einem durchschnittlichen jährlichen Energieertrag von insgesamt 791000 Kilowattstunden und sparen jährlich etwa 338 Kilo CO2 ein.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: