Das Kinderturnen – hier mit Trainer Uli Förderer – wurde schnell zu einer der größten Abteilungen der DJK. Foto: Verein

Verein: Verein bietet ein breites Programm für alle Altersstufen

Ettenheim - Hätte Corona es nicht verhindert, wäre es eine große Feier geworden: Die DJK Heimschule Ettenheim besteht seit 50 Jahren. Die Besonderheit des Vereins: Er bietet sehr viele Sportarten im Leistungs-, Wettkampf- und Breitensportbereich.

Mit Beginn der Tätigkeit von Robert Krais als Erzieher am Internat der Heimschule St. Landolin wurde am 1. Mai 1971 der Schulsportverein DJK Heimschule Ettenheim als Modellprojekt zwischen Schule und Sportverein gegründet und dem katholischen Sportverband "Deutsche Jugendkraft" angeschlossen.

Gestartet wurde mit Leichtathletik  und Skiausfahrten: Begonnen hatte beim DJK alles mit Leichtathletik und Gymnastik für Erwachsene. Aber auch einige Internatsschüler gingen damals engagiert zu Werke. So organisierten sie die Skiausfahrten und gingen mit Wettkämpfern auf Leichtathletiksportfeste und -meisterschaften. Größere Wettkämpfe, auch Badische Meisterschaften, wurden auf der damals neuen Elastopor-Kunststoffbahn besonders im Gehen ausgetragen. Das schuleigene Hallenschwimmbad trug dazu bei, dass die Schwimmabteilung bis heute erhalten geblieben ist.

 Verein hatte einen sehr jungen Altersdurchschnitt: Im Jahr 1976 gehörten 81 Mitglieder dem Verein an, von denen nur 14 über 21 Jahre alt waren. Im Dezember 1979 wird die DJK Heimschule Ettenheim als eingetragener Verein bestätigt.

1982 kommen Basket- und Volleyball dazu: Im Herbst 1982 erfährt die DJK ihren ersten Wandel, da durch zwei junge Sportlehrer – Günter Däggelmann und Ulrich Rospleszcz – an der Heimschule die Sportarten Volleyball und Basketball als Wettkampfsportarten eingeführt werden. Ab der Saison 1983/84 nimmt die DJK jetzt regelmäßig am Spielbetrieb des Südbadischen Volleyballverbandes mit einer Herrenmannschaft und mehreren Jugendmannschaften teil. Die Volleyball-Herrenmannschaft erringt in der Saison 88/89 jeweils mit der Vizemeisterschaft der Bezirksliga Ortenau und im Bezirkspokal ihren größten sportlichen Erfolg.

 Mit den asiatischen Kampfsportarten bekommt die DJK hohe Aufmerksamkeit: Bo und Arnis – Asiatischer Stockkampf – , Rock’n Roll, Basketball und Badminton waren außer Volleyball die sportlichen Anziehungspunkte. Ein weiterer Internatsschüler, Christoph Kirsch, leitete über mehrere Jahre die Rock’n’Roll-Abteilung.

Israelische Tänze, Badminton und Kinderturnen geben der DJK ab 1987 ein neues Gesicht: Astrid Jörger-Baumann und Axel Baumann bereichern das Sportprogramm um ein weiteres Angebot. Ihnen gelingt es immer wieder, namhafte Choreographen aus Frankreich, der Schweiz und Israel nach Ettenheim zu Wochenendseminaren und Workshops zu holen. Das Kinderturnen, das 1988 zum ersten Mal angeboten wurde, wird schnell zur mitgliederstärksten Abteilung – und der Verein durch diese immer stärker wahrgenommen. Bis zu 120 Kinder im Alter von drei bis zehn Jahren wurden wöchentlich unter Leitung von Sportlehrerin Elisabeth Ihnen in Turnen und Schwimmen angeleitet.

Basket- und Streetball lockt Jugendliche an: Eine weitere Außenwirkung hatten die Sportfeste und Sportevents in Ettenheim. Besonders viele Jugendliche wurden dadurch zum Basketball und Streetball angelockt. 1993 startete die DJK mit einer Basketball A-Jugendmannschaft in der Kreisliga Nord und ab 1995/96 mit einer Männermannschaft in der Kreisliga Süd. 1995 wurde die DJK auch Mitglied im Deutschen Basketballbund. Die Euphorie blieb bis 2002 erhalten.

Der Kindersport bekam eine neue Ausrichtung: Die Zielgruppe des Kindersports sind inzwischen die sieben- bis zwölfjährigen Mädchen und Jungen. Vielfältige turnerische Fertigkeiten und spielerische Akzente in den Ballsportarten sollen den Kindern eine sportliche Orientierung geben – ohne Erfolgsdruck. Denn dem Verein geht es um den Breiten- und nicht um den Leistungssport.

Fitnessgruppe für Erwachsene sorgt für Vorstandsnachwuchs: Seit 1997 gibt es die Fitnessgruppe für Erwachsene. Dieser Fitnesssport am Mittwochabend ist mittlerweile ein sportliches Standbein der DJK geworden. Sie wird dem Bedürfnis von Männern und Frauen gerecht, noch über 50 oder 60 oder sogar 70 Jahren sportlich aktiv zu sein. Aus dieser sehr zahlreichen Abteilung bekommt die DJK ihre notwendigen Funktionsträger, sprich den Vorstand. DJK-Vorsitzender ist seit 32 Jahren Ulrich Rospleszcz, der außerdem seit 1982 den Fitnesssport für Erwachsene leitet. Seit 1997 sind die Eheleute Rospleszcz – und neuerdings auch Andrea Müller-Stulz – allwöchentlich für den Fitnesssport von über 60 Mitgliedern zuständig.

Anmeldungen trotz Corona

Die DJK-Heimschule hat vor Corona und in der Zeit der Pandemie Veränderungen erlebt. Zuerst wurde die enorme Nachfrage nach Kinderschwimmen abgedeckt. Nach einem Jahr mit sehr guten Erfahrungen hat Corona erst einmal alles auf Null gestellt. Im März 2020 wurde eine neue Handballabteilung gegründet, die mit vier Mädchen-Jugendmannschaften von der D- bis zur B-Jugend trainiert und im Spielbetrieb des Südbadischen Handballverbandes teilnimmt. Während Corona trainierten die Mädchen mit ihren drei Trainern online weiter. Weitere Anmeldungen machen es notwendig, dass für September 2021 schon fünf Mannschaften angemeldet sind, die B-Jugend sogar in der Oberliga. Eine sehr gute Zusammenarbeit mit der Handballabteilung der TG Altdorf macht es der DJK Heimschule leichter, in einer neuen Sportart Fuß zu fassen.