Der Haushalt 2026 war Thema beim der ersten öffentlichen Ratssitzung des Jahres. Foto: Piskadlo

Trotz steigender Kosten bei Personal und Kinderbetreuung ist es der laut der Gemeinde gelungen, mit dem Haushalt 2026 eine „Basis für stürmische Zeiten“ zu schaffen.

Der Ringsheimer Gemeinderat hat in der ersten öffentlichen Ratssitzung des Jahres den Etat für das Jahr 2026 einstimmig beschlossen. Die Verwaltung hatte den Haushalt für das laufende Jahr bereits im Dezember in den Gemeinderat eingebracht. Ziel war es, trotz wirtschaftlich schwieriger Zeiten, einen möglichst ausgeglichenen Haushalt aufzustellen.

 

Prinzipiell stelle sich die finanzielle Situation in Ringsheim – verglichen mit vielen anderen Kommunen in der Region und im Land, die derzeit unter deutlich größerem finanziellem Druck stehen – noch relativ annehmbar dar.

Letztendlich hat es für ein positives Haushaltsergebnis knapp gereicht, wie Bürgermeister Pascal Weber bei der Präsentation des Zahlenwerks erläuterte. Oder um es in der üblichen bildhafter Seemannssprache des Rathauschefs zusammenzufassen: In rauer See sei es gelungen, alles festzuzurren, um eine solide Basis für stürmische Zeiten zu schaffen.

Personalkosten sind im Vergleich zu Vorjahr um 600 000 Euro gestiegen

Vor allem die Einnahmen aus dem Gewerbegebiet sowie der starke Tourismus sorgen dafür, dass Ringsheim weiter gut dasteht. Durch die Nähe zum Europa-Park profitiert die Gemeinde von zahlreichen Übernachtungen und baut sein touristisches Angebot weiter aus, was sich positiv auf die Gemeindefinanzen auswirkt.

Für das Haushaltsjahr 2026 wird allerdings mit einem deutlich geringeren ordentlichen Ergebnis von rund 9400 Euro gerechnet, nachdem im Haushaltsplan 2025 noch ein Überschuss von 153 500 Euro vorgesehen war.

Gründe hierfür sind laut Weber vor allem die stark gestiegenen Personalkosten, die sich im Vergleich zum Vorjahr um rund 600 000 Euro erhöht haben. Dazu kommen hohe Kosten für die Kinderbetreuung und die Kreisumlage. Zwar wurden diese Mehrkosten teilweise durch die höheren Einnahmen ausgeglichen, dennoch wirken sie sich spürbar auf das Gesamtergebnis aus.

In der Gesamtbetrachtung von Einnahmen und Ausgaben ergibt sich zudem ein Minus von 200 500 Euro. Ursache hierfür sind insbesondere die geplanten Investitionen, die deutlich zu Buche schlagen. Dazu zählen vor allem der Neubau der Kita Dorfhopser mit Wohnungen (insgesamt etwas mehr als 1,8 Millionen Euro), die Sanierung des Pfarrhauses (520 000 Euro) sowie Straßenbaumaßnahmen im Rahmen des Landessanierungsprogramms (345 000 Euro).

Große Vorhaben schlagen 2026 kräftig zu Buche

Weitere Kostenpunkte sind die Sanierung des Kanalnetzes (150 000 Euro), die Umgestaltung des Friedhofs (100 000 Euro) sowie Fahrzeuge für den Bauhof und die Feuerwehr (insgesamt 95 000 Euro). Der Fehlbetrag soll laut Weber mit vorhandenen Rücklagen finanziert werden. Kreditaufnahmen sind laut Beschlussfassung nicht vorgesehen.

Der Bürgermeister bezeichnete die Gemeinde auch weiterhin als finanziell handlungsfähig, wenngleich der Haushalt 2026 deutlich zeige, dass der finanzielle Spielraum kleiner werde. Ob der Haushaltsplan mit diesem kleinen Plus eingehalten werden könne, bliebe abzuwarten. Weber zeigte sich jedoch optimistisch, da in Ringsheim üblicherweise eher defensiv geplant werde: „Die Erfahrungen der Vorjahre haben gezeigt, dass der Haushalt im Ergebnis sogar etwas besser ausfallen kann.“

Was geschieht mit dem Sondervermögen?

In der Bürgerfragestunde wurde nachgehakt, wofür der Ringsheimer Anteil aus dem Sondervermögen des Bundes vorgesehen sei. Bürgermeister Pascal Weber erläuterte daraufhin, dass der Betrag in Höhe von jährlich zwischen 130 000 und 150 000 Euro in den Investitionshaushalt als Einnahme eingestellt werde, über eine konkrete Verwendung sei jedoch noch nicht entschieden worden. Problematisch sei dabei, dass bei einer Inanspruchnahme der Mittel aus dem Sondervermögen unter Umständen andere Förderungen wegfallen könnten.