Kai Gotthardt (29) spielt in den nächsten beiden Jahren auf der europäischen Profi-Tour. Das bringt dem Esslinger Darts-Profi nicht nur Sicherheit – sondern auch eine vielversprechende Perspektive.
Kai Gotthardt (29) hat sein wichtigstes Ziel erreicht – der Darts-Spieler aus Esslingen sicherte sich die Eintrittskarte zur europäischen Profi-Tour.
Herr Gotthardt, Sie haben sich in der sogenannten „Qualifying School“ erstmals in Ihrer Karriere die Spielberechtigung für die europäische PDC-Profi-Tour geholt. Was bedeutet das für Sie?
Dass mein größter Traum in Erfüllung gehen wird.
Sie sind nun echter Darts-Profi?
Richtig. Ich habe ja schon im Jahr 2024 alles auf Darts gesetzt . . .
. . . und draufgelegt?
Das nicht. Aber in den nächsten zwei Jahren, so lange gilt die Tour-Karte, sind die Voraussetzungen jetzt natürlich ganz andere.
Inwiefern?
Ich habe nun 2025 und 2026 die Startberechtigung für jeweils 34 Profi-Turniere der Players-Championship-Kategorie, und ich kann mich dort für die Major-Turniere qualifizieren. Dies geschafft zu haben war ein unbeschreibliches Gefühl – schließlich habe ich jahrelang genau darauf hingearbeitet.
„Ich habe die Chance, mehr Geld zu verdienen“
Was ändert sich nun für Sie?
Die meisten Turniere finden in England statt, ich werde noch viel mehr unterwegs sein. Ich habe nun viel stärkere Gegner, aber auch die Chance, meine Karriere voranzutreiben und mehr Geld zu verdienen.
Viel mehr?
Das hängt von den Ergebnissen ab. Aber es gibt schon für Siege in der ersten Runde ein Preisgeld, das weiterhilft. Ich kann jetzt zwei Jahre lang an mir arbeiten und muss nicht überlegen, wie sinnvoll das Ganze ist. Ich bin jetzt ein Stück weit abgesichert.
Und was kommt danach?
Mein Ziel ist es, in den nächsten beiden Jahren unter die besten 64 Spieler der Weltrangliste zu kommen, dann würde ich die Tour-Karte behalten.
„WM hat Selbstvertrauen gegeben“
Wie realistisch ist das?
Ich bin optimistisch, auch dieses Ziel erreichen zu können. Und dann werde ich versuchen, immer weiter nach oben zu kommen.
Sie haben im Dezember erstmals an der WM im legendären Ally Pally teilgenommen. Wie groß ist Ihr Wunsch, dort noch einmal zu spielen?
Sehr groß. Die Atmosphäre dort war überwältigend, und ich habe dann auch noch vor vielen Freunden und Familienmitgliedern die erste Runde überstanden – das war herausragend.
Auch wenn Sie danach eine große Chance liegen gelassen haben.
Leider. Gegen den späteren Halbfinalisten Stephen Bunting hätte ich mit 2:0 Sätzen in Führung gehen müssen, leider hatte ich Probleme mit der Doppel-Acht und habe am Ende 1:3 verloren. Doch diese Erfahrung wird mir weiterhelfen – und insgesamt hat mir die WM sehr viel Selbstvertrauen gegeben.
Zudem haben Sie sich einen Namen gemacht.
Das denke ich schon. Die Medienpräsenz und Reichweite dieser WM helfen natürlich, das merke ich auch an den Follower-Zahlen in den sozialen Medien. Ich bin auf dem richtigen Weg.
Spendenaktion von Kai Gotthardt
Gute Tat
In seinem ersten WM-Spiel in London passierte Kai Gotthardt etwas Ungewöhnliches: ein Darts-Pfeil ist gebrochen. Daraus entstand die Idee, eine Aktion für den guten Zweck zu machen. Der Esslinger bietet für je zwei Euro Lose an, zu gewinnen gibt es neben dem gebrochenen Pfeil auch ein signiertes WM-Trikot und ein Pfeile-Set. Der Erlös kommt dem Stuttgarter Kinderkrankenhaus Olgäle zugute.
Infos
Bisher hat Kai Gotthardt schon mehr als 2500 Lose verkauft. Weitere Informationen über die Spendenaktion gibt es auf seiner Instagram-Seite.