Mal rennt er über die Straße, mal bedient er sich am Kompost im Garten. Der Fuchs fühlt sich wohl in der Gegend – und zwar nicht nur im Wald, sondern auch im Wohngebiet.
Dunningen-Seedorf - Füchse wagen sich immer häufiger in Randgebiete, so auch im Kreis Rottweil. Hobbyfotograf Karl Gutmann entdeckte erst kürzlich einen Fuchsbau ganz in der Nähe des Ortsteils Seedorf. Schon vor einigen Tagen habe er einen Humushügel mit zwei Löchern im Visier gehabt. Als er dort spazieren ging, entdeckte er die sieben Welpen mit ihrer Mutter. Der Hügel, der auf der Gemarkung Seedorf liegt, befindet sich im Feld und Waldgebiet, berichtet er im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. Klein, süß und etwas tollpatschig kommen die sieben kleinen Fuchswelpen daher.
Lebensraum wird kleiner
Indes trauen sich die Tiere auch oft, bis in die Wohngebiete vorzudringen. Kreisjägermeister Otmar Riedmüller macht klar, die Zahlen werden wohl kaum weniger, auch wenn sie sich in den zurückliegenden Jahren konstant hielten. "Wir nehmen den Tieren immer mehr ihren Lebensraum weg", durch Straßen und Industriegebiete wird der natürliche Lebensraum der Tiere immer kleiner. So verlieren auch die Füchse die natürliche Scheu, "ihnen bleibt nichts anderes übrig", berichtet Riedmüller. Die Tiere nehmen alles ein, was sie bekommen können und dringen vor allem in Randgebiete vor. Wo sie einmal was finden, sei es kein Wunder, dass die Füchse wieder kommen, so der Kreisjägermeister.
Nicht nur Essensreste auf dem Kompost locken die Tiere an, auch Katzenfutter auf der Terrasse ist für die Füchse leichte Beute. Gefährlich seien dabei vor allem die Krankheiten, die die Tiere mit sich bringen. Fuchsbandwurm und Räude sind schließlich auch für die Haustiere eine Gefahr. Wer wisse, er habe einen Gast im Garten, solle besonders bei Beerensträuchern vorsichtig sein, weiß Riedmüller. Wo die Tiere essen, hinterlassen sie nun mal auch ihr Geschäft. Es gilt, die Hygiene zu achten. Beeren sollte lieber einmal zu viel gewaschen werden, als sie direkt vom Strauch in dem Magen wandern zu lassen.
Tiere vertreiben
Wer den ungebetenen Gast los werden will, kann nachts mit einer Taschenlampe oder auch mit Klatschen und Rufen versuchen, den Fuchs zu vertreiben, erklärt Riedmüller. Klar sei, eine Jagd im Wohngebiet gehe auf keinen Fall.
Weder übertriebener Tierschutz noch gewalttätig zu werden, sei laut Riedmüller die Lösung. Mit den Tieren müssen wir leben, "dann kommen wir klar", sagt er weiter.
Und auch der Hobbyfotograf bleibt für weitere Motive an den Tieren dran. Einen Dachsbau habe er auch schon im Visier.