Bernd „Moritz“ Neuner-Duttenhofer und Martina Meuth wird es keineswegs langweilig. Foto: Schneider

Die einstigen Fernsehköche Martina und Moritz haben den Swiss Gourmet Book Lifetime Award für ihr Lebenswerk erhalten. Doch auch jenseits der Kamera gibt es für sie noch jede Menge zu tun. Und die Experten haben sogar einen leckeren Frühlingstipp parat.

Wer kennt sie nicht, Martina Meuth und Bernd „Moritz“ Neuner-Duttenhofer. Jahrzehntelang waren sie auf Deutschlands Bildschirmen mit ihrer Sendung „Kochen mit Martina und Moritz“ präsent.

 

Kürzlich sind sie nun mit dem Swiss Gourmet Book Lifetime Award von der Hotelfachschule Zürich ausgezeichnet worden. Denn neben den rund 500 Fernseh-Auftritten veröffentlichten sie auch über 90 Bücher rund ums Kochen.

Keine Langeweile

„Diese Anerkennung, was wir in unserem Leben geleistet haben, macht uns stolz“, erklärt Meuth. Doch auch wenn sich beide aus dem Fernsehgeschäft zurückgezogen haben, wird das Leben abseits der Kamera für sie nun keineswegs langweiliger.

„Das Apfelgut hält uns auf Trab“, bemerkt die 75-Jährige schmunzelnd. Schließlich habe man mit den über 20 verschiedenen Apfelsorten jede Menge zu tun.

Kälte und Regen

Denn die vergangenen Fröste hätten leider ihren Tribut gefordert. „Wir können allerdings noch nicht absehen, wie viele Blüten erfroren sind“, erläutert sie.

Ein weiteres Problem stelle der Regen dar. So führe nasses Wetter dazu, dass die Apfelblüten nicht bestäubt würden. Die Bestäubung stecke somit noch voller Unabwägbarkeiten.

Klimawandel hat Vorteile

Doch auch wenn die letztjährige Ernte schlecht ausgefallen war, hat das Wetter manchmal auch seine Vorteile, führt Neuner-Duttenhofer aus. „Früher mussten wir die späten Apfelsorten im November und Dezember noch bei Frost von den Bäumen pflücken“, erinnert er.

Durch den Klimawandel und die dadurch mildere Temperaturen um diese Jahreszeit sei die Ernte nun deutlich einfacher. Auch kämen die Apfel so in einem viel besseren Zustand in die Kühlräume.

Kontinuierliche Ernte

Und einen weiteren Vorteil sieht der Gutsbesitzer in der Veränderung der bisherigen Jahreszeiten. „Wir können jetzt fast durchgehend ernten“, erklärt er.

Klaffte zwischen den frühen und den späteren Sorten immer eine wochenlange Lücke, seien die Erntehelfer mittlerweile fast ständig im Einsatz.

Konnten sie die Schweizer Glockenäpfel sonst erst zum Jahresende pflücken, wären die Früchte heutzutage oft schon im Juni oder Juli erntereif.

Lust am Experimentieren

Doch neben dem namensgebenden Obst gilt es, sich auf dem Apfelgut auch um die 30 verschiedenen Chili-Arten sowie gut 25 unterschiedliche Basilikum-Sorten zu kümmern.

„Ich verstehe nicht, warum Bauern und Gärtner nur noch zwei oder drei Tomatensorten anpflanzen“, fragt sich Meuth. Das sei doch langweilig. Man könne doch auch mit 20 Arten experimentieren und so sein Essen verfeinern.

Spargel aus der Region

Angesprochen auf ihre Empfehlung für ein Frühlingsgericht kommt sie auch noch einmal auf den Klimawandel zu sprechen. Denn ohne das warme Wetter sei es undenkbar, hier im Schwarzwald Spargel anzubauen.

„Wir holen das Gemüse direkt aus Dettingen“, betont die Köchin den Anbau in der Region. Die Pflanzen würden morgens gestochen werden und lägen mittags schon im Kochtopf.

Kochen macht Freude

„Es braucht viel Kräuter, dazu Olivenöl und Essig“, kommt sie ins Schwärmen. Auch müsse man die Endstücke weichkochen und mit etwas Butter eine cremige Soße kreieren.

„Das macht viel mehr Freude, als wenn ich in den Supermarkt gehe und ein Fertigprodukt aufwärme“, macht sie die Bedeutung der persönlichen Essenszubereitung deutlich.