Bernd Schuler und Birgit Ewert stellen Verwaltung und Gemeinderat die Maßnahme Eselsmühle vor. Foto: Schweizer

Der Gemeinderat Straßberg hat sich unter anderem mit dem Moorgebiet Eselsmühle beschäftigt, das langfristig renaturiert werden soll. Fachleute erklärten die geplanten Maßnahmen.

Das Thema „Wiedervernässung im Naturschutzgebiet Eselsmühle“ wurde kurzfristig in die Tagesordnung des Gemeinderates Straßberg aufgenommen. Fachleute waren vor Ort, um Verwaltung und Gremium darüber zu informieren. Das 50 Hektar große Naturschutzgebiet Eselsmühle ist seit dem 22. Oktober 2022 als solches ausgewiesen und liegt entlang der Schmiecha zwischen Ebingen und Straßberg.

 

Da beide Kommunen betroffen sind, informierten Bernd Schuler und Birgit Ewert, beide Diplom-Ingenieure für Landespflege bei der Landsiedlung Baden-Württemberg (LSBW), erst den Technischen Ausschuss in Albstadt und dann den Gemeinderat in Straßberg.​

Enorme Kohlenstoffspeicher

Um das „für uns spannende Projekt“, wie Birgit Ewert sagte, umzusetzen, wurde die LSBW vom Regierungspräsidium beauftragt. Die Wiedervernässung von Mooren ist eine essenzielle Maßnahme für den Klima- und Naturschutz und um die Torfzehrung zu stoppen. Dafür wird durch Grabenstau und Schöpfwerke der Wasserstand, in diesem Fall der Schmiecha, angehoben. Intakte Moore speichern enorme Mengen Kohlenstoff, ihre Renaturierung reduziert Treibhausgasemissionen und fördert die Biodiversität.

Mit verschiedenen Folien, teilweise mit aufbereiteten Karten von vor rund 200 Jahren, zeigten die Fachleute Impressionen aus dem Talraum, wo einst mindestens drei Mühlen standen und Bachläufe mit vielen Windungen durch die Landschaft mäanderten, die inzwischen längst begradigt worden sind. In dem Naturschutzgebiet ist der Biber bereits verbreitet. Die beiden Fachleute sprachen von einem echten Kleinod in wunderschöner Landschaft. Ein Großteil der Flächen ist im Privatbesitz, viele sind an Bewirtschafter verpachtet.

Im ersten Schritt wolle man Kontakt mit den Bewirtschaftern aufnehmen. Die LSBW würde auch Flächen kaufen. Das Projekt, welches die Gemeinde Straßberg nichts kostet, werde die Kommunen noch viele Jahre begleiten. „Untersuchungen laufen zwei Jahre, die Moorprojekte brauchen fünf bis zehn Jahre“, sagte Bernd Schuler abschließend.

Sitztreppe im Computerraum

Der ehemalige Computerraum in der Schule ist inzwischen in einen Mehrzweckraum umgewandelt worden. „Sowohl die Schulsozialarbeit als auch einzelne Klassen nutzen den Raum unter anderem zur Differenzierung“, so Bürgermeister Markus Zeiser an den Gemeinderat. Um auch Schulversammlungen, Adventsfeiern und kleine Theateraufführungen ohne großes Stühlerücken und -tragen durchführen zu können, wäre der Einbau einer dreistöckigen Sitztreppe an der Wand des Mehrzweckraums aus Sicht der Schulleitung sinnvoll. Ein Großteil der Kinder würde dort schnell Platz finden, für den Rest der Schüler reicht dann die normale Bestuhlung im Zimmer.

Beispielhaft wurde der Versammlungsraum der Grundschule in Harthausen mit eben solch einer Treppe angeführt. Die dortige Treppe und das Podest werden oft genutzt.

Die Schulleitung hatte drei Angebote eingeholt, welche dem Gemeinderat vorlagen. Das günstigste Angebot gab die Schreinerei Koch mit einer Summe von 4.610 Euro ab. Der Gemeinderat beschloss den Einbau einer Sitztreppe entsprechend dem Entwurf einstimmig.

Wald- und Feldwege

Seit Oktober 2015 führt die Stadt Albstadt die Aufgabe der Holzvermarktung auch für die Gemeinde Straßberg, seit Oktober 2019 ebenso die Wirtschaftsverwaltung und die Übernahme des forstlichen Revierdienstes. Jährlich sollen die Wald- und Feldwege nach Schäden wiederhergerichtet werden. Dafür hat die Gemeinde im Haushalt heuer 27.000 Euro eingestellt. Die Arbeiten wurden durch die Stadt Albstadt beschränkt ausgeschrieben. Günstigste Bieterin ist die Bietergemeinschaft Josef Lieb GmbH, Gammertingen, und Volker Wessner, Veringenstadt, mit einer Angebotssumme in Höhe von 32.164,27 Euro. Für deren Ausführung votierte der Gemeinderat geschlossen. Die Revierförsterin werde die Baumaßnahmen betreuen und bautechnisch überwachen, so der Schultes.

Entschädigung der Feuerwehr

Der Gemeinderat befasste sich mit der Tarifanpassung für Angehörige der Feuerwehr Straßberg. Bereits 2024 wurde kreisweit die stufenweise Erhöhung beschlossen. Vom 1. Januar 2025 an wurde die Entschädigung auf 16 Euro pro Einsatzstunde erhöht. Eine weitere Erhöhung soll zum 1. Januar 2027 auf 17 Euro erfolgen. „Diese Erhöhung soll sicherstellen, dass den ehrenamtlich tätigen Feuerwehrangehörigen eine angemessene Entschädigung für ihren zeitlichen und persönlichen Einsatz gewährt wird“, so der Schultes. Die Verwaltung sei zudem der Auffassung, dass die vorgeschlagene Anpassung unter Berücksichtigung der finanziellen Möglichkeiten angemessen und gerechtfertigt sei, was auch der Gemeinderat so sah und dies einstimmig beschloss.