Momentan herrscht auf der Baustelle des alten Klinikums Ruhe. Foto: Gottfried Schmidt

Wo mit dem Eschelen-Carré am alten Klinikum in Schwenningen ein Kindergarten und ein neuer Penny-Markt entstehen soll, passiert momentan gar nichts. Über den aktuellen Stand des Projektes wird sich derzeit gewundert, sollte das Projekt in diesem Jahr noch fertig werden. Was ist jetzt Sache beim Eschelen-Carré? Die Verantwortlichen bringen Licht ins Dunkel. 

Die Baustelle des alten Klinikums in Schwenningen steht still. An der Stelle, wo mit dem Eschelen-Carré Nahversorger, Kinderbetreuungen und Wohnungen entstehen sollen, tut sich derzeit nichts mehr.

 

So sind weder Baukräne zu beobachten, noch Handwerker oder Bauarbeiter, die das Viertel einer Fertigstellung näher bringen sollen.

Über den Grund des Stillstandes wird derzeit spekuliert. Überlegungen, die bis zu Gerüchten von Insolvenzen reichen, stehen im Raum. 

Droht jetzt also eine Bauruine inmitten Schwenningens? Für den Stadtteil würde dies einen herben Verlust bedeuten, waren die Pläne für das Viertel doch durchaus ambitioniert. Ein Penny-Markt sollte ins Erdgeschoss einziehen und so die Nahversorgung des Gebietes abdecken, des Weiteren sollte die Versorgung Villingen-Schwenningens an Kindergartenplätzen durch den Bau des Eschelen-Carrés, beziehungsweise durch die Bildung einer Außenstelle des Helene-Mauthe-Kindergartens sichergestellt und ausgebaut werden. Und das alles sollte bereits Ende 2023 fertiggestellt sein.

Käufer pocht auf baldige Fertigstellung

Ob diese Zielvorgabe noch realistisch ist? Der Käufer des Objektes, der offene Immobilienpublikumsfond „Swiss Life REF (DE) European Real Estate Living and Working“ habe jedenfalls großes Interesse an einer zeitnahen Fertigstellung, denn wie Unternehmenssprecher Stephan Pacho auf Anfrage unserer Redaktion erklärt, gehe die Immobilie erst in den Besitz von Swiss Life über, wenn diese auch wirklich fertiggestellt ist. Doch er bestätigt: „Ja, es gab einen vorübergehenden Baustopp.“

Licht ins Dunkel bringt Kurt Keller, Geschäftsführer der capRise residentials GmbH mit Sitz in Emmendingen und momentaner Eigentümer des Eschelen-Carrés.

Insolvenz verzögerte den Prozess

Ende 2022 sei es zu einer Insolvenz des Rohbauunternehmers gekommen, woraufhin der Generalunternehmer, die Firma Gehri SF Bau, ebenfalls mit Sitz in Emmendingen, ein neues Bauunternehmen finden und beauftragen musste. Aufgrund der Situation, erklärt Keller, habe man im Zuge dessen die „Leistungsfähigkeit aller ausführenden Unternehmen“ geprüft, woraufhin laut ihm „Anpassungen im Bauablauf nötig waren“.

Bei capRise Residentials war man sich dann einig: Um die Fertigstellung nicht weiter zu verzögern, seien laut dem Geschäftsführer Sofortmaßnahmen notwendig gewesen: „Wir waren der Überzeugung, dass der Bau zusätzliche Ressourcen benötigt“, so Kellers Worte. Also mussten neue, nach seinen Angaben „leistungsfähigere“ Partner gefunden und der Bauzeitenplan angepasst werden. „Das braucht alles seine Zeit“, begründet Keller den vorübergehenden Baustopp, dennoch dementiert er ganz klar: Hier entsteht keine Bauruine.

Schwenninger brauchen weiter Geduld

Jedoch kam es durch die Prozesse klar zu einer Verzögerung gegenüber dem ursprünglich geplanten Fertigstellungsdatum. Mit den Verantwortlichen seitens Mieterschaft und allen weiteren am Eschelen-Carré beteiligten Parteien habe man das weitere Vorgehen bereits abgestimmt.

Jetzige Prognose: Im Frühjahr des kommenden Jahres werden sich die Schwenninger über ein fertiggestelltes Eschelen-Carré freuen können. „Das ist realistisch“, äußert sich Keller. Die Arbeiten am Bau sollen in der kommenden Woche fortgesetzt werden.

Das ist das Eschelen-Carré

Ein ambitioniertes Projekt
Das Eschelen-Carré umfasst nach Angaben des Käufers „Swiss Life REF (DE) European Real Estate Living and Working“ 6700 Quadratmeter. Das Objekt besteht aus einem zusammenhängenden Erdgeschoss mit vier Punkthäusern oben drauf. Hier sollen 61 1,5- bis Drei-Zimmer-Wohnungen entstehen, durch fünf Aufzüge barrierefrei zugänglich. Das Objekt soll außerdem über ein Blockheizkraftwerk und eine Photovoltaikanlage auf dem Dach verfügen. Des Weiteren sollen mehr als 100 Stellplätze in der Tiefgarage entstehen sowie weitere Parkplätze für den geplanten Nahversorger, die Bäckerei und die Kindergartenbesucher.

Der Investor
Der Anlegefokus der Swiss Life Living and Working konzentriert sich nach eigenen Angaben auf Immobilien im Segment Wohnen und Gesundheit. Das Fondsvermögen betrage dabei inzwischen mehr als eine Milliarde Euro.