Nichts geht mehr beim Schwenninger Eschelen-Carré. Das Bauprojekt steht seit vielen Monaten still. Nun hat Bürgermeister Detlev Bührer seine einzige Hoffnung geäußert.
Es hätte alles so schön werden können: Auf dem Ex-Klinikareal sollte mit dem Eschelen-Carré ein Zentrum geschaffen werden, das gleich drei wichtige Bereiche abdeckt: Wohnen, Kinderbetreuung und Handel.
Eigentlich hätte bereits im Sommer 2023 in dem Komplex ein Penny-Markt, eine Bäckerei und eine dringend benötigte Kindertagesstätte eröffnen sollen – in Kombination mit 61 neuen Wohnungen hätte das Carré zur weiteren Belebung des Wohngebiets geführt.
Doch von diesen Wunschvorstellungen hat man sich in Schwenningen – zumindest zwischenzeitlich – verabschiedet. Denn auf der Baustelle herrscht nicht nur Stillstand, nein, die Bauruine gammelt vor sich hin. Baumaschinen und Materialien sind längst verschwunden. Statt des Baus wachsen Unmut und Unkraut rund um die Baustelle.
Zwei Generalunternehmer haben bereits die Segel gestrichen, der Investor äußert sich zuletzt nicht mehr öffentlich zu dem Projekt und dem weiteren Vorgehen. Die Hoffnung, dass sich hier noch etwas tut, scheint bei den Beteiligten verschwunden.
Maria Noce hakt zum Neubau-Projekt nach
Die Situation beschäftigte jüngst auch die Stadträte im Ausschuss für Jugend, Bildung und Soziales. Konkret hakte Maria Noce (CDU) nach, wie es denn um das Eschelen-Carré steht. Kurz zuvor hatten sich die Mitglieder des Ausschusses über die Versorgungslücke bei Kita-Plätzen informieren lassen.
Hier zeichnete sich abermals ab, dass der Bedarf an neuen Plätzen in Schwenningen besonders hoch ist. Die Kita im Komplex, als Außenstelle des Helene-Mauthe-Kindergartens, hätte zumindest etwas Druck aus dem Kessel genommen. Doch mit einer Realisierung rechnen die Verantwortlichen (zumindest in absehbarer Zeit) schon gar nicht mehr und führen das Bauprojekt erst gar nicht mehr in der Liste der geplanten neuen Kita-Plätze auf.
Die behördlichen Möglichkeiten sind ausgereizt
Aber wie soll es denn beim Eschelen-Carré weitergehen? Bürgermeister Detlev Bührer machte in der Sitzung deutlich, dass der Stadtverwaltung diesbezüglich die Hände gebunden sind. Denn der Bau ist abgesichert vor Eindringlingen – eine übliche Auflage, die die Stadt in solchen Fällen erlässt. Doch sind die Möglichkeiten einer behördlichen Handhabe damit bereits ausgereizt.
Bührer sprach vor diesem Hintergrund die einzige Hoffnung aus, die die Stadt in Bezug auf das Projekt noch hat: „An der Situation wird sich wohl erst etwas ändern, wenn es neue Eigentümer gibt.“ An den Eigentumsverhältnissen habe sich aber nichts geändert. Das Carré sei „regelmäßig Thema“ in den involvierten Ämtern – aber man könne nicht mehr als von turnusmäßigen Nachfragen beim Investor berichten. Aktuell ohne jede Aussicht auf Änderung der Situation.