Bürgermeister Franz Moser (links) zeichnete im Auftrag des Ministerpräsidenten Jochen Auber und Johannes Romer (rechts) mit der Landesehrenmedaille aus. Blumen gab es für die Ehefrauen Christina Romer (Zweite von rechts) und Silvia Auber. Foto: Herzog

Bürgermeister Franz Moser zeichnete mit Johannes Romer und Jochen Auber zwei Bürger für ehrenamtliches Engagement mit der Landesehrenmedaille aus.

In seiner Lobrede betonte der Bürgermeister, die Ehrung für Johannes Romer sei nicht nur von Respekt und Anerkennung geprägt, sondern löse auch Staunen über eine unglaubliche Lebensleistung im Ehrenamt aus.

 

Romer sei 1977 in den Musikverein Locherhof eingetreten und seit 40 Jahren der Dirigent. Dabei sei er eigentlich nur als Übergangslösung gedacht gewesen. In diesen vier Jahrzehnte habe er drei Bürgermeister der Gemeinde und 39 Trainer des VfB Stuttgart erlebt, blickte der Bürgermeister schmunzelnd auf VfB-Fan Pfarrer Eberhard Eisele.

In Baden-Württemberg gebe es nur noch einen Dirigenten im Bereich der Blasmusik, der so lange den selben Verein dirigiere.

Den zweiten Teil des Neujahrsempfangs in der Mühlbachhalle Mariazell umrahmte der Musikverein Locherhof. Foto: Herzog

Auf eine ähnlich lange Zeit könne Uwe Rapp vom Akkordeonorchester Locherhof blicken. „Wenn das kein Beleg für das von mir angesprochene besondere bürgerschaftliche Engagement in unserer Gemeinde ist“, bekräftigte Moser.

Zahlreiche Tätigkeiten

Weitere ehrenamtliche Tätigkeiten habe Romer im evangelischen Kirchengemeinderat Locherhof geleistet. Auf seine Initiative sei 2001 der CVJM Locherhof wiedergegründet worden und habe zehn Jahre als Vorsitzender Verantwortung übernommen. Seit 2023 sei Romer außerdem Schriftführer.

Ebenso habe der Jubilar als Musik- und Mathelehrer am Gymnasium in Schramberg über den Job hinaus als Personalrat gewirkt, Blasorchester, Ensembles, Chöre und die legendäre Big Band organisiert und geleitet.

Er beherrscht die Klaviatur der Pädagogik

„Sie sind ein Mensch, der aufgrund seiner positiven Ausstrahlung aus der Masse hervorsticht und die Autorität einer Funktion nicht braucht, um als Führungspersönlichkeit wahrgenommen zu werden“, hob der Bürgermeister hervor. Romer kenne sich bestens auf der Klaviatur der Pädagogik aus. Nur so sei es erklärbar, dass es auch nach 40-jährigem Dirigat beim Musikverein Locherhof keinerlei Verschleißerscheinungen gebe.

„Mir imponiert, dass sie mit ihren Fähigkeiten und Professionalität der Verbundenheit zu ihrem Heimatverein den Vorrang gegeben haben“, dankte Moser bei der Überreichung der Urkunde und Medaille.

BüFe tatsächlich ein Büffet

Bei Jochen Auber stehe im Mittelpunkt seines bürgerschaftlichen Engagements die Tätigkeit im Verein Bürger für Eschbronn (BüfE). BüfE wolle tatsächlich ein Büffet sein, auf das die Bürgerschaft ihre Ideen und Engagement zum Wohle der Mitbürger legten.

Der Verein habe sich in den vergangenen elf Jahren zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt, die weit über die Gemeinde hinaus Beachtung finde, schilderte der Bürgermeister. Prägend seien dabei die Aktionen der Zeitzeugengespräche und das neue Corporate Designe der Gemeinde.

Landesweit beachtetes Modellprojekt

Von allein funktioniere so ein Büffet nicht. Dieser Verein brauche Motoren, die Initiativen vorantrieben. Jochen Auber sei einer davon, der seit der Gründung 2015 als Vorsitzender die Hauptverantwortung und Hauptlast für dieses Projekt trage. Er habe mit Optimismus und Weitblick das Dorfladenprojekt ohne eingebaute Erfolgsgarantie vorangetrieben. „Die Rechnung ist dank Aubers Engagement bisher aufgegangen, und die Gemeinde hat ein landesweit beachtetes Modellprojekt mehr. Auber war nie stiller Beobachter, sondern jemand, der die Dinge vorantreibt und handelt“, lobte Moser.

Darüber hinaus sei Jochen Auber seit Kindestagen im Sportverein Mariazell Mitglied und habe als Vorsitzender, Jugendtrainer, Kassenprüfer und Mitglied im Fest- und Hauptausschuss verschiedene Ämter übernommen.

Er durfte nicht ablehnen

Gleichzeitig habe er 15 Jahre (drei Amtszeiten) dem Gemeinderat Eschbronn angehört und sei zehn Jahre ehrenamtlicher Stellvertreter des Bürgermeisters gewesen. Dabei habe er gar nicht für den Gemeinderat kandidiert. „In diesem Fall war ich froh, dass man nach der Gemeindeordnung anders als bei einem Verein, ein kommunales Ehrenamt nicht ohne weiteres ablehnen kann. Er war mit seiner Erfahrung, Sozialkompetenz und Fähigkeiten eine große Bereicherung für unseren Gemeinderat“, adelte der Rathauschef den Geehrten.

Den zweiten Teil des Neujahrsempfangs umrahmte der Musikverein Locherhof.