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Eschbronn Weiße Weste beim Gülledüngen bescheinigt

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Mit der Anpflanzung von sogenannten Zwischenfrüchten lassen Landwirte im Herbst die Landschaft aufblühen. Gleichzeitig werden Nitrate gebunden, wodurch diese nicht ins Grundwasser gelangen. Foto: Herzog Foto: Schwarzwälder Bote

Regelrecht heiß gelaufen ist das Telefon von Eschbronns Ortsbauern-Obmann Manfred Flaig nach der Berichterstattung aus dem Gemeinderat Eschbronn. In dieser Sitzung hatte sich Ratsmitglied Fred Zehnder über die Praxis des Ausbringens von Gülle beschwert.

Eschbronn-Mariazell (lh). Manfred Flaig hatte daraufhin zahlreiche Anrufe aufgebrachter Landwirte aus dem Ort und dem gesamten Kreis Rottweil erhalten. Ausdrücklich hatte Bürgermeister Franz Moser in der Sitzung betont, dass für die kurzzeitige Abweichung einer Trinkwasserprobe im Rahmen einer Routineuntersuchung nicht die Landwirte verantwortlich gemacht werden könnten.

Hans Klaiber, Leiter des Landwirtschaftsamts Rottweil, weist in seiner Stellungnahme darauf hin, dass die Europäische Union wegen teilweiser steigender Nitratwerte Deutschland mittels eines Vertragsverletzungsverfahrens gezwungen habe, die Düngeverordnung 2020 nochmals zu verschärfen.

"Keine Nitratgebiete"

Es mussten betroffene Gebiete im Gesetz als "Nitratgebiete" (sogenannte rote Gebiete) mit zusätzlichen Düngebeschränkungen ausgewiesen werden. Klaiber stellt jedoch klar: "Im Landkreis Rottweil gibt es keine solche Nitratgebiete, da die Nitratwerte in den Wasserschutzgebieten weit unter dem Grenzwert liegen. Dies ist wichtig für die Quellfassungen in Eschbronn, die allerdings nicht das Trinkwasser für die Eschbronner, sondern für die Schramberger Haushalte liefern."

In der Düngeverordnung wie auch in der Schutzgebiets- und Ausgleichsverordnung des Landes seien Zeitfenster festgelegt, in denen Wirtschaftsdünger mit maximalen Mengenangaben bei den jeweiligen Kulturen ausgebracht werden dürfe. Dies werde im Kreis Rottweil von den Landwirten beachtet und spiegle sich in der positiven Entwicklung der Nitratwerte in den hiesigen Wasserfassungen, bekräftigt der Landwirtschaftsamtsleiter.

Folgende Zahlen gelten

Wie Klaiber weiter versichert, unternehme das Landwirtschaftsamt regelmäßig Stichprobenkontrollen. Verstöße und eingehende Anzeigen würden umgehend aufgegriffen, überprüft und im Bestätigungsfall sanktioniert. Der Wasserschutzgebietsbeauftragte berate die Landwirte in den zum Teil komplizierten Regelungen. Im Bericht des Schwarzwälder Boten seien irrtümlich die neuen und schärferen Düngebeschränkungen von Nitratgebieten abgedruckt worden, die für den Kreis Rottweil nicht zuträfen. Im Herbst dürften vom 1. September bis 31. Oktober auf Grünland maximal 80 Kilogramm Gesamtstickstoff pro Hektar ausgebracht werden. Ab 1. November bis 31. Januar bestehe eine Sperrfrist. Diese könne nach örtlichen Verhältnissen und Standortbedingungen außerhalb von Sanierungs- und Problemgebieten begründet vom Landratsamt um bis zu 14 Tage verschoben werden.

Während der Sperrzeitverschiebung schränke das Landratsamt die maximale Düngergabe nochmals zusätzlich auf höchstens 60 Kilogramm pro Hektar ein. Dies werde seit drei Jahren so praktiziert und habe sich bewährt, betont Klaiber.

Auf Ackerland sei im Herbst die Gülledüngung bei vielen Kulturen weitestgehend eingeschränkt, beziehungsweise gänzlich verboten.

Im Landkreis Rottweil gehe die Viehhaltung vor allem bei Rindern und Schweinen seit Jahren zurück, seit 2010 um über zehn Prozent. Bei Milchkühen habe es in diesem Zeitraum sogar eine Abnahme um 35 Prozent gegeben, von 6902 auf 4480 Tiere, informiert Klaiber.

Manfred Flaig ergänzt

Wie Eschbronns Ortsbauern-Obmann Manfred Flaig ergänzt, beschränke sich das Ausbringen von Gülle durch Sperrfristen und andere Vorgaben auf ein kurzes Zeitfenster. Dadurch könne möglicherweise in der Bevölkerung der Eindruck entstehen, es finde eine höhere Gülledüngung statt als früher. In Eschbronn sei die Tierhaltung in den vergangenen zehn Jahren stärker als im Kreisdurchschnitt zurückgegangen.

Er lege großen Wert darauf, dass das auf Eschbronner Gemarkung gewonnene Trinkwasser die Vorschriften der Trinkwasserverordnung immer eingehalten habe. Dies habe er aktuell von den Stadtwerke Schramberg bestätigt bekommen. Auch seien ihm in Eschbronn keine Verstöße gegen die Düngeverordnung oder die Schutzgebiets- und Ausgleichsverordnung bekannt, versichert Flaig.

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