Das Schulgebäude in Locherhof, das spätestens im kommenden Sommer nach dem Umzug der Grundschüler nach Mariazell leer steht, soll auf eine künftige Nutzung genau untersucht werden. Foto: Herzog Foto: Schwarzwälder Bote

Machbarkeitsstudie: Ingenieurbüro soll sich Gedanken machen / Kindergarten wohl nicht die Lösung

Wenn im Sommer die Grundschüler in die sanierte Schule in der Lange Gasse in Mariazell umziehen, steht das Schulgebäude in Locherhof leer. Wie dessen künftige Nutzung aussehen kann, soll eine Machbarkeitsstudie klären.

Eschbronn-Mariazell (lh). In der Ratssitzung am Dienstag erinnerte Bürgermeister Franz Moser an den Grundsatzbeschluss des Ratsgremiums, angesichts des Reparaturstaus und hohen Unterhaltungskosten, die Anzahl der gemeindeeigenen Gebäude zu reduzieren.

Aufgrund mangelnder Dämmung verzeichne die Kommune hohe Heizkosten bei den Kindergartengebäuden in beiden Ortsteilen sowie beim Schulgebäude Locherhof. In diesem Zusammenhang sei ebenfalls beschlossen worden, sowohl die Grundschulen als auch die Kindergärten jeweils an einem Standort zusammen zu führen. Dies sei pädagogisch sinnvoll, so der Bürgermeister. Im Kindergarten Locherhof bestehe derzeit faktisch ein Engpass, da die Nachfrage nach Plätzen für Kinder unter drei Jahren (U3) höher sei, als zum Planungszeitpunkt angenommen. Etwas entspannter stelle sich die Situation in der Einrichtung in Mariazell dar. Bisher könne der Bedarf an Betreuungsplätzen in zwei Regelgruppen und zwei altersgemischten Gruppen abgedeckt werden.

"Wenn der Bedarf an U3-Plätzen weiter zunimmt, was durch Zuzug aufgrund der neu erschlossenen Baugebiete schnell möglich ist, müssen wir an die Einrichtung einer fünften Gruppe, einer Kinderkrippe, denken. Denn bisher bieten wir für unter Dreijährige Plätze nur in altersgemischten Gruppen an", erläuterte Moser.

Er verwies dabei auf den Dunninger Ortsteil Seedorf, der mit annähernd gleicher Einwohnerzahl wie Eschbronn jetzt schon sechs Kindergartengruppen beherbergt und sich in Richtung acht Gruppen orientiert. Aus diesem Grund müsse das Schulgebäude auf Erweiterung oder Aufstockung sowie energetische Sanierung untersucht und die Kosten ermittelt werden. Diese sollten mit den Kosten für einen Neubau an einem noch zu bestimmenden Standort vergleicht werden. "Nur mit fundierten Daten kann die Gebäudekonzeption mit der Bürgerschaft diskutiert werden", bekräftigte der Bürgermeister.

Die Reaktionen der Räte fielen unterschiedlich aus. Skeptisch äußerten sich Rainer Scheck und Ulrich Lägeler. Wenn die Schule als Kindergarten genutzt werde, müsse zwangsläufig der Außenbereich umgestaltet und eingezäunt werden. Diese Kosten müssten ebenfalls ermittelt werden. Die Nutzung des Außenbereichs durch Kindergartenkinder enge den Raum für Veranstaltungen der Vereine auf dem Pausenhof deutlich ein. Schecks Wunschvorstellung lautete: "Unterbringung einer Tagespflege für Senioren und Kindergarten in einem Neubau".

Fred Zehnder forderte, die Zuschussmöglichkeiten genau abzuklären. Wie bei der Schulbaumaßnahme in Mariazell könne es für die Sanierung im Bestand deutlich mehr Förderung geben als bei einem Neubau. Christoph Meyer-Sander riet, die gesamte Situation zu durchleuchten. Bei einem Neubau habe die Gemeinde wieder ein Bauwerk mehr, dabei wolle man doch reduzieren.

Für Andreas Noth kam das Schulgebäude als Kindergarten nicht infrage. Dadurch sei man in der Entwicklung gehemmt. "Es gab einmal den Gedanken, beide Ortsteile näher zusammenwachsen zu lassen. Ein neues Kindergartengebäude könnte ich mir in der Mitte (im Bereich eines Busunternehmens, Anmerkung der Redaktion) gut vorstellen", urteilte Noth.

Auch Oliver Rapp sprach sich gegen das Schulgebäude aus, da ihm die Außenanlagen räumlich zu klein erschienen und das Dorfleben beeinträchtigt werde.

Einstimmig beschloss das Ratsgremium, das Architekturbüro KTL aus Rottweil mit der Erstellung einer Machbarkeitsstudie für das Schulgebäude Locherhof zum Pauschalpreis von 2500 Euro zu beauftragen, in der auch eine Neubaulösung im Vergleich untersucht werden soll. Eventuell müssen dann noch zusätzliche Kosten für die Untersuchung von Statik, Schadstoffe und Elektroinstallationen durch Fachingenieure finanziert werden.

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