Die beiden Geschäftsführer Norbert und Gerhard Echle sehen sich für den verspäteten Saisonstart "maximal" gerüstet. Dabei gehen sie auch ungewöhnliche Wege.Foto: Echle-Reisen Foto: Schwarzwälder Bote

Reisebranche: Echle sieht sich gut vorbereitet / Interessierte können am Computer "mitfahren"

Es war und ist eine harte Zeit für Reiseunternehmen wie die Firma Echle in Eschbronn. Monatelang mussten die Busse in der Garage bleiben. Was wann an Reisen möglich sein wird, steht noch in den Sternen. Aber die Firma blieb nicht untätig.

Eschbronn. Jetzt präsentiert sie in der Zeitschrift "Omnibusrevue" einen ungewöhnlichen Einfall: Um darauf aufmerksam zu machen, dass es, wenn die Zahlen stabil niedrig bleiben und die Impfungen weitere Fortschritte machen, die Echle-Busse bald wieder starten, haben sich die beiden Geschäftsführer Norbert und Gerhard Echle eine pfiffige Aktion einfallen lassen.

Die beiden fahren am 9. Juni mit dem Reisebus in die Toskana. Dies ist bei dem Eschbronner Unternehmen noch nicht so ungewöhnlich, aber diesmal bleiben 48 der 49 Sitzplätze im Bus leer. Dennoch, so Norbert Echle, können alle Reiselustigen virtuell an der Reise teilnehmen.

"Unsere Reisegäste, unsere Mitarbeiter, unsere Partner wie Hoteliers, Gaststätten und Reiseleiter brauchen endlich ein Zeichen der Zuversicht", erklären die beiden Geschäftsführer ihre Aktion.

Dabei sollte die Fahrt zu den Hoteliers in der Toskana ursprünglich nur eine Geschäftsreise mit dem Auto sein. Aber jetzt kann jeder, der möchte, virtuell mitfahren. In Blogs, Videos, Berichten und Bildern auf der Homepage www.echle-fernweh.de sowie in den sozialen Medien, können die Reisegäste dabei sein.

Unter anderem ist geplant, auf einigen Landgütern typisch regionale und saisonale Produkte einzukaufen, die dann später an die Kundschaft in der Region verteilt werden sollen.

Die "kleine Werbetour in eigener Sache" verfolgt laut Norbert Echle gleich mehrere Ziele. Zuallererst wolle man zeigen: "Es gibt uns noch", was angesichts von Insolvenzen in der Branche nicht selbstverständlich sei.

Außerdem wollen die beiden zeigen, dass Urlaubsfahrten wieder möglich sind, und an potenzielle Gäste gewandt soll es die Aufforderung sein: "Meld’ dich einfach an"

Das vergangene Jahr sei für alle sehr belastend gewesen. "Auch wir hatten sehr viele schlaflose Nächte in dieser Zeit", sagt Norbert Echle. Auch die Mitarbeiter hätten Opfer bringen müssen. Alle seien in Kurzarbeit. Aber Norbert Echle schöpft einerseits Hoffnung, kämpft allerdings auch mit Unwägbarkeiten.

Wann es genau wieder losgehen könne, sei immer noch nicht klar. "Wir haben das Programm von hinten geplant", sagt der Firmenchef. Zuerst wurde das Angebot um den Jahreswechsel auf die Beine gestellt. Nun arbeitet man sich Richtung Herbst vor, beziehungsweise zurück. Und nicht zuletzt müssten die ausländischen Partner mitziehen können. Beispielsweise müssten die Hotels geöffnet sein und es müssten auch dort klare Regelungen zu Corona herrschen.

Aber auch während des Lockdowns war man nicht untätig. Das bestehende Hygienekonzept ist weiter optimiert worden, wobei es sich schon als tauglich erwiesen hat. "Bei keiner Fahrt im vergangenen Jahr hatten wir einen Corona-Fall", so Norbert Echle. Darüber hinaus seien alle Busfahrer geschult, so dass sie bei Reiseantritt und im Reiseverlauf einen notwendigen Corona-Schnelltest durchführen dürften, die jeder Reisebus in ausreichender Menge an Bord hat.

Norbert Echle zeigt sich überzeugt "Wir sind maximal vorbereitet."

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