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Eschbronn Rat erhebt schwere Vorwürfe gegen Landwirte

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Die Landwirte stehen wegen ihrer Düngepraxis heftig in der Kritik. Fred Zehnder macht auch in Eschbronn etliche Verstöße gegen einschlägige Verordnungen aus. (Symbolfoto) Foto: Pixabay

Eschbronn - Schwere Vorwürfe an die örtlichen Landwirte erhob Ratsmitglied Fred Zehnder in der Sitzung des Gemeinderats.

"Es werden öfter und nachts Gülle und Schwemmmist auf die Felder gebracht und die Düngeverordnungen nicht eingehalten", monierte er.

Bürgermeister Franz Moser hatte nochmals die Sachlage zum kurzzeitigen Abkochgebot des Trinkwassers im Ortsnetz der Gemeinde Eschbronn erläutert. Zu keiner Zeit habe eine Gefahr durch das Trinkwassers bestanden. Das Abkochen sei eine reine Vorsichtsmaßnahme des Gesundheitsamts gewesen. Der Vorfall habe aber auch verdeutlicht, welch hohe Qualität das Trinkwasser als wichtiges Lebensmittel genieße und welch hohe Sensibilität damit verbunden sei, bekräftigte Moser.

Früher und öfter

Danach holte Zehnder zum Rundumschlag aus. Immer wieder werde in den Medien von Verunreinigungen der Gewässer berichtet, die indirekt auch mit dem Trinkwasser zusammenhingen. In der Vergangenheit habe er beobachtet, dass, sobald Wiesen und Äcker abgeerntet seien, die Bauern sofort und viel öfter als früher Gülle und Schwemmmist ausbrächten. Hinterher seien die Felder nicht mehr zu erkennen. "Die Landwirte halten sich nicht an die Düngeverordnung und ich verstehe nicht, weshalb das Landwirtschaftsamt nicht kontrolliert und entsprechend sanktioniert. Ohne Kontrolle braucht es auch keine Verordnung", tadelte der Gemeinderat.

Es gebe zudem Landwirte, die erst bei Eintritt der Dunkelheit ihre Gülle ausbrächten, um nicht erkannt zu werden. Man brauche sich deshalb nicht zu wundern, wenn auf den Wiesen Schindluder getrieben werde. "Das ist nicht hinnehmbar und schlichtweg eine Sauerei. Wenn es ums Wasser geht, bewegt das die Leute und da reagieren sie empfindlich", rügte Zehnder.

Bauern zu Unrecht an den Pranger gestellt?

Bürgermeister Franz Moser wollte der Sichtweise des Ratsmitglieds nicht widersprechen. Verunreinigungen der Bäche und Flüsse seien ein ernstzunehmendes Thema.

Moser stellte aber auch klar: Die kurzfristige Abweichung von den Vorgaben der Trinkwasserverordnung, und dies nur an einer Messstelle, sei auf einen Messparameter zurückzuführen, nicht aber auf eine Verunreinigung. Somit habe dies absolut nichts mit der Düngung der Landwirte zu tun. "Unser Trinkwasser kommt aus den Eberbach-Quellen im Dunninger Wald. In diesem Fall wäre es nicht fair, die Bauern zu Unrecht an den Pranger zu stellen", nahm Moser die Landwirte in Schutz.

Zur Düngeverordnung (DüV) von 2017 sind seit dem 1. Mai 2020 Neuerungen hinzugekommen. So wurden die Mindestabstände zu Gewässern erhöht und die Düngung in so genannten roten Gebieten (Flächen mit hoher Nährstoffbelastung) um 20 Prozent reduziert. Die Sperrzeiten für Grünland und Ackerland wurden um vier Wochen vom 1. Oktober auf vier Monate bis 31. Januar verlängert (bisher 1. November bis 31. Januar). Zusätzlich wird die Aufbringung flüssiger organischer Dünger ab 1. September bis zum Beginn der Sperrzeit auf 60 Kilogramm Stickstoff pro Hektar begrenzt. Die bisherige Aufstellung eines Nährstoffvergleichs wird durch eine feingenaue Protokollierung von Düngemitteln ersetzt. Zudem ist Düngung auf gefrorenem Boden verboten.

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