Zum Auftakt der Gemeinderatssitzung besichtigen die Räte mit Bürgermeister Franz Moser, Planer Wilfried Baiker und Rektorin Katja Wayß die neuen Räumlichkeiten der sanierten Grundschule in der Lange Gasse in Mariazell. Foto: Herzog

Schule: Gemeinderäte zeigen sich angetan vom Umbau / Finanziell ist eine eine Punktlandung noch drin

Neue Tische und Stühle, behagliche Klassenräume und eine Lounge zum Chillen: Wer würde da nicht gerne nochmals die Schulbank drücken? Zum Auftakt seiner Sitzung besichtigte der Eschbronner Gemeinderat die sanierte und umgebaute Grundschule.

Eschbronn. Schulleiterin Katja Wayß sprach hinsichtlich eines nur aus fünf Personen bestehenden Lehrerkollegiums von einer Mammutaufgabe, den bereits vollzogenen Umzug in den Ferien zu organisieren. Im Prinzip seien innerhalb zwei Jahren zweimal 60 Jahre Schulgeschichte mit großer Lernmittelansammlung von Mariazell nach Locherhof und wieder zurück gewandert.

"In den vergangenen Tagen konnte man beobachten, wie die Arbeiten Fortschritte erzielten. Jetzt ist nur noch ein Feintuning erforderlich", zeigte sich die Rektorin zufrieden. Ihr zufolge wurde die Kletterwand in der Aula so installiert, dass die Kinder und Schüler die Herausforderung nicht in der Höhe, sondern in der Breite von links nach rechts suchen müssen. Dies sei auch weniger gefährlich. Die Räumlichkeiten der Aula würden ebenso für Musikunterricht genutzt.

Überall, wohin die Besucher auch kamen, roch es angenehm nach frischer Farbe und Holz.

In den Klassenzimmern angekommen erläuterte Wayß die ergonomische Form der Stühle, die mit Fußrasten für kleinere Schüler ausgestattet sind. Ein Probesitzen des einen oder anderen Ratsmitglieds blieb da nicht aus.

Zwischen den Klassenzimmern 1 und 2 im Erdgeschoss und 3 und 4 im Obergeschoss befinden sich so genannte Inklusionsräume, die auch als Gruppenräume nutzbar sind. Die Kreidetafel verkommt trotz fortschreitender Digitalisierung noch nicht zum Ladenhüter. Sie hat beim Lehrerkollegium als alternative Nutzung im Unterricht weiterhin ihren Stellenwert.

Das einstige Lehrerzimmer im Obergeschoss wurde zu einem Chill-Room mit Bücherregal zum Lesen und Recherchieren umfunktioniert. Durch die Ausstattung mit WLAN können Tablets genutzt werden. "Der Raum spricht mich an", hob die Rektorin hervor.

Die neue Räumlichkeit fürs Lehrerkollegium mit Küchenzeile im Erweiterungsbau erschien im ersten Moment üppig dimensioniert. Allerdings, gab Bürgermeister Franz Moser zu bedenken, werde im Bereich der Grundschulen um die Lehrkräfte heftig gebuhlt, weil es an ihnen enorm mangle. "In Zukunft muss mit Teilzeitkräften gerechnet werden, wodurch der Platz im Lehrerzimmer schnell ausgefüllt ist", klärte Moser auf.

Für die umfangreiche Schulhausbaumaßnahme, finanziell die größte in der Geschichte der Gemeinde, wurden laut Bürgermeister insgesamt 3,5 Millionen Euro in den Haushalt eingestellt. Die Kostenberechnung liegt bei 3,4 Millionen. Nachdem über die Hälfte der Schlussrechnungen eingegangen seien, könne – sofern es nicht doch noch zu Überraschungen komme – mit einer Punktlandung gerechnet werden, zeigte sich Moser vorsichtig optimistisch.

Auf ganz andere Verhältnisse trafen die Räte bei der anschließenden Besichtigung des Schulhauses in Locherhof. Ab Herbst werden sich der Gemeinderat und die Bürger mit dem leerstehenden Gebäude beschäftigen müssen. Es bestehe bereits ein Ratsbeschluss, wonach die Kindergärten in Locherhof konzentriert und die Schule dazu genutzt werden sollen.

Drei Klassenzimmer reichten jedoch für den bestehenden Bedarf von vier bis fünf Kindergartenräumen nicht aus, weshalb ein Anbau erforderlich werde. Aus diesem Grund habe der Gemeinderat eine Machbarkeitsstudie mit dem Ziel, einen Vergleich mit einem Neubau zu haben, in Auftrag gegeben. Für Letzteren stehe noch kein Standort fest. "Wenn im Herbst die Berechnung vorliegt, werden wir sehen, wohin es geht. Sollte kein Kindergarten möglich sein, gibt es bereits andere Nutzungsmöglichkeiten", hielt der Bürgermeister die Spannung hoch.