Der Geltungsbereich des Bebauungsplans "Mühlbach" musste um rund 1500 Quadratmeter reduziert werden. Foto: Herzog

Amt verbietet teilweise Bebauung im Gebiet "Mühlbach". Beim Geschossbau scheiden sich die Geister.

Eschbronn - Der Bebauungsplan "Mühlbach" kann in die erste Offenlage gehen, allerdings gegenüber der ursprünglich vorgesehenen Fläche mit abgespecktem und geändertem Geltungsbereich.

Landratsamt stoppt Pläne für 1500 Quadratmeter

In der Sitzung des Gemeinderats erinnerte Bürgermeister Franz Moser an den Aufstellungsbeschluss im November 2019 im beschleunigten Verfahren. Nach erfolgreichen Gesprächen mit dem Grundstückseigentümer sei das vorgesehene Plangebiet im Dezember durch Mehrheitsbeschluss des Gemeinderats um eine Fläche westlich der Moosgasse erweitert worden. Dies habe sich angeboten, da die verkehrsmäßige Erschließung bereits vorhanden und kein weiterer Flächenverbrauch erforderlich sei.

Im Nachhinein habe die Gemeinde vom Landratsamt Rottweil die Nachricht erhalten, dass eine rund 1500 Quadratmeter große Teilfläche, das entspricht zwei Bauplätzen, in zweiter Reihe des Küferwegs nicht bebaut werden dürfe, da sie im Bereich eines 100-jährigen Hochwassers (HQ 100) liege.

Sperre bedauerlich

Dies sei bedauerlich, weil hier zentrumsnaher Geschosswohnungsbau vorgesehen war. Letzterer werde damit auf der Westseite der Moosgasse beschränkt, wo es bereits Mehrfamilienhäuser gebe. Aus städtebaulicher Sicht sei dies jedoch weniger ideal. "Ich habe mit dem Amt für Wasserwirtschaft mehrere Gespräche geführt, dies noch mal zu prüfen, jedoch vergebens. Wir haben in der Gemeinde auch einen Wohnmietbedarf für ältere Menschen, die wegen fehlender Barrierefreiheit ihrer Wohnungen nicht mehr zurechtkommen", wusste der Bürgermeister. Da das 13.000 Quadratmeter große Gebiet, in dem je nach Aufteilung rund acht Bauplätze möglich sind, im Flächennutzungsplan (FNP) der Verwaltungsgemeinschaft Dunningen-Eschbronn als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen ist, muss dies im sogenannten Parallelverfahren im FNP geändert werden.

Mit der Feststellung der Änderung werde der Entwurf nun auf die Dauer eines Monats öffentlich im Rathaus ausgelegt und Behörden und Träger öffentlicher Belange über das Bauvorhaben informiert. Wenn die eingegangenen Stellungnahmen, Anregungen und Bedenken abgewogen und eingearbeitet seien, könne noch in diesem Jahr ein Satzungsbeschluss erfolgen, wodurch der Bebauungsplan "Mühlbach" Rechtskraft erlange, schilderte Moser die weiteren Verfahrensschritte.

Bauherren mit anderen Vorstellungen als noch vor Jahrzehnten

Rat Christoph Meyer-Sander sah die Gefahr, dass der Mehrgeschosswohnungsbau als Eigentumswohnungen verkauft werde und dann nicht zur Miete zur Verfügung stehe. Andererseits wirkten solche großen Baukörper nicht besonders schön in der Landschaft, urteilte Meyer-Sander.

Nach Meinung des Bürgermeisters hätten Bauherren und insbesondere Investoren hinsichtlich der Architektur ganz andere Vorstellungen als noch vor Jahrzehnten. "In erster Linie muss das Bauen heute wirtschaftlich sein. In anderen Kommunen sind drei bis vier Geschosse und ein Flachdach üblich. Wir lassen nur zweigeschossige Gebäude zu. Es wäre auch kein Schaden, wenn Eigentumswohnungen vermietet werden", hielt Moser dagegen. Dem Hinweis von Rätin Astrid Böhm, den Bau von Photovoltaik als Empfehlung in die örtlichen Bauvorschriften mit aufzunehmen, kam der Bürgermeister gerne nach.

Mit einer Enthaltung befürwortete das Ratsgremium den geänderten Entwurf und beauftragte die Verwaltung mit der öffentlichen Auslegung.

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