Der Rekordblutspender Dieter Diebold bei seiner 200. Spende zusammen mit dem Freudenstädter Landrat Andreas Junt. Foto: Jacqueline Günthner/Landratsamt Freudenstadt

Zum 200. Mal spendete Dieter Diebold nun Blut. Normalerweise ist er dabei alleine – diesmal schlossen sich Kollegen aus dem Landratsamt an, darunter auch Landrat Andreas Junt.

Bereits 200-mal hat der Loßburger Dieter „Didi“ Diebold in seinem Leben schon Blut gespendet. Alle acht Wochen – konkret alle 56 Tage – lässt er sich für den guten Zweck piksen. Das ist der gesetzliche Mindestabstand, der zwischen zwei Blutspenden liegen muss. Ob er, wenn er dürfte, auch öfter spenden würde? „Natürlich!“

 

„Es ist wie eine Sucht“, jedoch im positivsten Sinne, erklärt der 66-Jährige im Gespräch mit unserer Redaktion. „Ich fühle mich danach gut, ich fühle mich leichter.“ Das liege wohl auch an seinem etwas erhöhten Blutdruck, erklärt Diebold. Das Blut verdünnt sich kurz nach der Spende und der Blutdruck sinkt, ähnlich eines Aderlasses.

Das erste Mal spendete Diebold im Alter von 18 Jahren am Uniklinikum Tübingen. Damals mit dem Hintergrund, durch die 20 Mark Aufwandsentschädigung die Vereinskasse des Schützenvereins aufzubessern. Doch seit fast 45 Jahren ist er nun mit seiner Ehefrau Uta Diebold verheiratet, lebt seither in Loßburg und spendet nun meistens dort.

Schon an einigen Orten Blut gespendet

Doch auch in Haslach, Rottweil oder Bayern habe er schon Blut gespendet. Generell spende er in einem Umkreis von 50 Kilometern überall dort, wo gerade Termine frei sind. Er wolle die acht Wochen zwischen den Blutspendeterminen unbedingt einhalten. „Dann fahre ich halt ein paar Meter“, meint Diebold.

Normalerweise geht er alleine Spenden. Jedoch scheue er sich nie davor, neue Leute anzusprechen. „Ich bin da manchmal recht flapsig“, scherzt der Rekordspender Diebold. So habe er bei den Spendeterminen schon einige neue Leute kennenlernen und nette Unterhaltungen führen können. Zu seiner 200. Spende ging es für Diebold jedoch in kollegialer Begleitung.

Landrat zeigt sich solidarisch

Im Landratsamt Freudenstadt konnte der dortige Betriebshandwerker Diebold noch ein paar Kollegen vom Spenden überzeugen – darunter auch Landrat Andreas Junt. Da die Spendetermine ohnehin im Landkreissaal des Landratsamts stattfanden, wollte er ein paar neue Erstspender gewinnen. Landrat Junt habe zwar bereits mehrfach Blut gespendet, wollte die 200. Blutspende seines Mitarbeiters jedoch auf besondere Weise würdigen.

„Dieses außergewöhnliche Engagement verdient höchste Anerkennung“, betont er auf Anfrage unserer Redaktion. Besonders bemerkenswert sei diese Leistung, da innerhalb von zwölf Monaten maximal sechs Blutspenden möglich seien und es daher vieler Jahre kontinuierlichen Engagements und großer Hilfsbereitschaft bedürfe, um 200 Spenden zu erreichen, so Junt.

„Solange ich noch darf, gehe ich Spenden“

Natürlich freue er sich, die 200er-Marke geknackt zu haben, aber „man muss sich ein neues Ziel setzen“, erklärt Diebold. Sein Fernziel laute daher: „Dass ich die 250 noch packe.“ Ob er dieses Ziel noch erreicht, wird sich zeigen. Für den 66-Jährigen ist jedoch klar: „Solange ich noch darf, gehe ich spenden.“

Zu Diebolds Freude ist die Altersbegrenzung bei Blutspenden mittlerweile nach oben offen. Seit Oktober 2023 darf allein das Alter einer Person keinen Grund mehr für den Ausschluss von einer Blutspende darstellen – entscheidend ist die Spendetauglichkeit.

Hierin sieht Diebold auch einen guten Grund für die Blutspende – vom guten Zweck mal abgesehen. Vor jeder Blutspende wird überprüft, ob die Gesundheitswerte der Spender im Normalbereich liegen, sprich: „Man hat seine eigene Gesundheit bestens überwacht“, so Diebold. Auch könne er zwar verstehen, dass manche Leute Angst vor der Nadel hätten, aber „die sind so gut, das spürt man gar nicht“, lobt er das medizinische Fachpersonal des DRKs.