Mit einer neuen Trainingsgruppe schaltet der RSC Donaueschingen jetzt wieder einige Gänge höher. Zuletzt existierte der Verein nur noch auf dem Papier. Jetzt soll die Nachwuchsarbeit aktiviert werden, um wieder Teams im Rennsport aufzustellen. Otto Zimmermann (rechts) und Alexej Sadkowski (Zweiter von rechts) haben die Gruppe als Übungsleiter übernommen. Foto: Bruno Wischnewski

Der RSC Donaueschingen feiert 2027 sein 30-jähriges Bestehen. Nach einigen ruhigen Jahren wird nun wieder trainiert, und die Nachwuchsarbeit des Vereins läuft neu an.

Als im Jahr 1997 unter Federführung von Bruno Wischnewski der Radsportclub (RSC) Donaueschingen gegründet wurde, verschaffte sich der Verein schnell über die Stadtgrenzen hinaus ein gutes Ansehen. Wischnewski und seine Mitstreiter der ersten Stunde wollten vor allem den leistungssportorientierten Radsport aus der Baar populär machen, was mit zahlreichen Erfolgen gelang.

 

Unvergessen sind in der Stadt die City-Radrennen im Stadtzentrum, die stets viele Zuschauer und qualitativ starke Radsportler anlockten. Zuletzt war es jedoch ruhig um den RSC geworden. Rund sieben Jahre herrschte Funkstille. Der Verein existierte nahezu nur noch auf dem Papier. Jetzt steht ein Comeback an.

„Wir hatten im März eine Vereinsversammlung, in der sich sehr motivierte Mitglieder fanden, um den RSC Donaueschingen wieder mehr in den Mittelpunkt zu rücken und jungen Kindern eine Chance zu geben, in den Radsport einzusteigen“, sagt Wischnewski, der jetzt die Funktion des Schriftführers übernommen hat. Als neuer Vorsitzender fungiert Jürgen Reisbich, einst ein aktiver Fahrer in den gelbroten RSC-Trikots.

Neuer Vorsitzender

Mit Alexej Sadkowski und Otto Zimmermann haben sich zudem zwei ehemalige RSC-Lizenzfahrer der Jugend- und Kinderförderung verschrieben. Beide sorgten einst in der landesweiten Rennserie um den LBS-Cup für die Donaueschinger Erfolge. Damals gab es eine Rennmannschaft mit bis zu zehn Fahren, die nahezu an jedem Wochenende unterwegs war und Punkte sowie Erfolge für die Rennserien oder Tagesklassiker holte.

Richtig populär waren in Donaueschingen die damaligen City-Rennen um den Großen Preis der Sparkasse, die immer wieder viele Besucher in die Stadt holten, zumal der Kurs über die Karls- sowie Poststraße und schließlich mit dem Aufstieg an der Stadtkirche als sehr anspruchsvoll galt, vor allem wenn mehr als 60 Runden zu absolvieren waren. In den Jahren 2000 bis 2013 lockten die Innenstadtrennen die gesamte Spitze im baden-württembergischen Amateur-Radrennsport an.

Im Jahr 2014 fand das Rennen im Industriegebiet statt und von 2014 bis 2019 im Kasernengelände. „Wir haben unsere Rennen 20 Jahre veranstaltet und waren dafür landesweit in der Rennszene bekannt“, ergänzt Wischnewski.

Training für Einsteiger

Danach ging es bergab. Nur noch einzelne Fahrer traten bei Rennen an. Bei der Jugendarbeit herrschte Fehlanzeige. Nun soll es wieder aufwärtsgehen. „Für uns ist es ganz wichtig, mit der Mund-zu-Mund-Propaganda wieder Neueinsteiger zu gewinnen. Außerdem müssen wir unseren fast eingeschlafenen Internet-Auftritt mit der Webseite wieder auf Vordermann bringen.“

Unvergessen sind die einstigen City-Radrennen, die damals stets viele Zuschauer und qualitativ starke Radsportler anlocken. Foto: Dietmar Zschäbitz

Ferner gebe es Pläne, an Schulen für den RSC und den Radsport zu werben, ergänzt Wischnewski. Ab sofort bietet der Verein für Interessenten ein Training für Einsteiger und Fortgeschrittene an.

Jede Woche am Mittwoch und Freitag startet dieses Training ab 17 Uhr wie in früheren Jahren am Ortsausgang beim Ziegelhof. „Wir haben weiterhin die Möglichkeit, Kindern für die ersten Touren Vereinsräder zur Verfügung zu stellen. Es besteht keine Barriere, einmal vorbeizuschauen“, betont Wischnewski. Zudem seien Zimmermann und Sadkowski als Trainer geschult und bringen viel Wissen ein.

Geschulte Trainer

Ob es jemals eine Wiederholung des einst beliebten Donaueschinger City-Rennens geben wird, ist aktuell nicht sicher. In den Jahren nach der Vereinsgründung rannten die RSC-Verantwortlichen mit der Idee, im Donaueschinger Rathaus offene Türen ein.

„Der damalige Oberbürgermeister Bernhard Everke war vom Start weg begeistert. Er fand es toll, neben Musiktagen und Reitturnier einen weiteren Höhepunkt in der Stadt zu haben“, fügt Wischnewski an.

Radrennen und waghalsige Szenen mitten in der Stadt: Anfang der Nullerjahre ist das in Donaueschingen regelmäßig zu bestaunen. Foto: Dietmar Zschäbitz

In den Jahren danach gab es sogar Ideen, eine Etappe der Tour de Suisse nach Donaueschingen zu holen, doch daraus wurde nichts.

Diese hochfliegenden Pläne von damals sind gegenwärtig kein Thema. „Wir wollen uns wieder in der Sport-Landschaft der Stadt etablieren. Die Jugendarbeit ist dazu der erste Schritt“, fügt Bruno Wischnewski an.

Training ab Ziegelhof

Der Radsportclub
 Donaueschingen wird im nächsten Jahr 30 Jahre alt. Am 20. März 1997 wurde der RSC mit einem klaren Ziel gegründet: dem Straßenradsport im Schwarzwald-Baar-Kreis eine leistungsorientierte Plattform zu bieten. Das gilt für die Nachwuchsklassen und für die Männer (Elite). Aktuell gibt es für Mountainbike (MTB) und Rennrad fixe Trainingszeiten. Mitmachen können Einsteiger sowie erfahrene Fahrer. Start ist jeweils am Ziegelhof an der Dürrheimer Straße. Montag, 17 Uhr, steht das MTB-Training auf dem Programm, Mittwoch und Freitag, jeweils um 17 Uhr, wird auf dem Rennrad trainiert.