Der Lahrer Hockeyplatz hat seine besten Zeiten längst hinter sich. Ob ein neuer gebaut wird, ist aktuell unklar. Foto: Bender

Weil der „Sportpark Dammenmühle“ bedenklich wackelt, legt das Lahrer Rathaus die finanzielle Hürde tiefer. Stimmt der Gemeinderat nicht zu, wären die Folgen gravierend.

Es war ein herber Schlag für den Tennis-, vor allem aber für den Hockeyclub: Vor ziemlich genau einem Monat vertagte der Gemeinderat den sicher geglaubten Ersatzbau für den maroden Hockeyplatz. Man wolle zunächst abwarten, ob das Vorhaben mit Zuschüssen bedacht wird, so der Tenor der Januar-Sitzung. Im Vorfeld hatte die Stadtverwaltung die Kosten für die avisierte Verlegung der Spielstätte Richtung Norden, auf Höhe des Tiergesundheitszentrums, auf bis zu 2,1 Millionen Euro taxiert. Davon könnte der Bund über die sogenannte „Sportmilliarde“ 750 000 Euro zuschießen, hatte es aus dem Rathaus geheißen.

 

Indes – das Förderprogramm ist mittlerweile mehrfach überzeichnet, die Wahrscheinlichkeit zu profitieren äußerst gering. Auch deshalb hat das Rathaus nun offenbar einen (finanziellen) Kompromiss ausgearbeitet, der den Gemeinderat unabhängig von einer Finanzspritze aus Berlin zum Hockeyplatz-Neubau bewegen – und damit das Projekt „Sportpark Dammenmühle“ am Leben halten soll.

Verzicht auf die „große Lösung“

Das Papier aus der Feder von Guido Schöneboom ging nach LZ-Informationen dieser Tage allen Stadträten zu. Darin verweist der Erste Bürgermeister auf die einschneidende Entscheidung vom vergangenen Oktober, die lange geplante und 16 Millionen Euro schwere Sport-Kita nicht zu bauen. Mit dem Verzicht auf die „große Lösung“, die Tennis- und Hockeyclub ein gemeinsames Dach über dem Kopf geboten hätte, sei der Konsens einhergegangen, wenigstens für neue Sportflächen und Funktionsräume zu sorgen. Eine Zusage, an die es sich aus Sicht der Stadtspitze grundsätzlich zu halten gelte, da sonst ein „nachhaltiger Vertrauensverlust“ seitens der Vereine drohe.

Einsparungen von bis zu 1,1 Millionen Euro

Wie aus dem Schreiben hervorgeht, waren – nach mehreren Gesprächsrunden mit Clubs und Gemeinderat – bis dato 4,5 Millionen Euro eingeplant, um die Bedürfnisse von TC und HC zu erfüllen. Nunmehr schlägt Schöneboom eine Deckelung der städtischen Ausgaben auf 3,6 Millionen Euro vor. Konkret sollen 1,9 Millionen Euro in einen neuen Hockeyplatz und 1,7 Millionen Euro in ein neues Clubheim fließen. Dabei werde von den beiden Vereinen, die seit Jahren ihre Fusion planen, eine Eigenbeteiligung gefordert, sodass am Ende eine Einsparung im Vergleich zum Status quo von bis zu 1,1 Millionen Euro stünde.

Gemeinderat ist in der Frage uneins

Ob es mit dieser Rechnung gelingt, den Großteil des Gemeinderats zu überzeugen? Zur Erinnerung: Nur die SPD hatte im Januar zuschussunabhängig für einen Neubau des Hockeyplatzes gestimmt, der Rest wollte abwarten, die Freien Wähler plädierten gar direkt für eine Sanierung im Bestand. Letzteres freilich würde einen dritten Verein empfindlich treffen.

Der SC Lahr will komplett umziehen

Bekanntlich lautet das Zukunftsmotto des SC Lahr „Ein Verein, eine Heimat“. Die Aufgabe der zweiten Trainings- und Spielstätte an der Klostermatte ist aber nur mit einem weiteren Fußballplatz an der Dammenmühle möglich – und der soll konkret dort angelegt werden, wo aktuell noch die Hockeyspieler aktiv sind. Das Rathaus weist in diesem Zusammenhang auf eine Chance hin, die leeren Stadtkassen künftig zu füllen: Verlässt der SCL die Klostermatte, könnte die dadurch freiwerdende Fläche vermarktet werden. In der Vergangenheit war etwa von Wohnbebauung durch einen Investor die Rede.

Schöneboom: Es droht das Aus des HC

Schöneboom appelliert in seinem Schreiben eindringlich an den Gemeinderat, in einem ersten Schritt zumindest grünes Licht für den Neubau des Hockeyplatzes zu geben. In den zurückliegenden Jahren hätten auch die Sportstätten anderer Vereine von städtischen Mitteln profitiert, etwa die des FV Dinglingen, der TGB, des FC Lahr-West oder des Turnvereins. Entscheide man sich nun gegen die Unterstützung des HC Lahr, drohe dem Club nach mehr als 75 Jahren nicht weniger als das Aus, macht der Bürgermeister deutlich.

So geht’s weiter

HC und TC Lahr wurden zuletzt vom Gemeinderat aufgefordert, ihre Fusionspläne zu konkretisieren und umzusetzen. Mindestens ebenso wichtig für den Erfolg ihres Vorhabens dürften aber zunächst eine detaillierte Planung des gewünschten Vereinsheims sein. Nur so kann die Frage beantwortet werden, ob ein Bau mit der von der Stadtverwaltung nun in Aussicht gestellten Summe zu realisieren ist. Einen konkreten Termin, an dem sich die städtischen Entscheider erneut mit dem Sportpark Dammenmühle beschäftigen, gibt es wohl noch nicht.