Blick ins Gebäude B 33: In diesen Hallen sollen Räume für Startup-Unternehmen entstehen. Foto: Köhler

Das von Franzosen 1954 erbaute und später von den Kanadiern genutzte Gebäude B 33 am Lahrer Flugplatz soll zu einem Gründerzentrum für Industriebetriebe werden. Ihre Pläne hat die Stadtverwaltung am Mittwoch vorgestellt.

Eine Wohlfühloase ist das Gebäude B 33 in der Rainer-Haungs-Straße 15 aktuell nicht. 1954 von der französischen Armee erbaut, sieht man ihm an, dass es aus einer anderen Zeit stammt. Pragmatismus lautet das Stichwort, von Zierde fehlt am rotbraunen Kasten jede Spur. Doch das soll sich ändern: Sowohl außen als auch innen plant die Stadt einige Veränderungen, um jungen Unternehmen eine Heimat zu bieten.

 

Warum die Stadt 1,1 Millionen Euro in das Gebäude mit einer Nutzfläche von 1500 Quadratmetern stecken will, wiederholte OB Markus Ibert bei der Vor-Ort-Besichtigung des Technischen Ausschusses. „Wir wollen uns gut aufstellen für die Zukunft“, betonte er, und „optimale Rahmenbedingungen“ schaffen. Der Fokus soll dabei auf Industriebetrieben liegen, wie Unternehmerin Brigitta Schrempp, deren Firma an der Betreibergesellschaft beteiligt ist, erläuterte. „IT und Medien gibt es in Offenburg“, so Schrempp. Eine Konkurrenzsituation soll es nicht geben. „Die Ortenau verträgt zwei Gründerzentren“, sagte Ibert. Es sei auch die Ansicht des Ortenauer Wirtschaftsförderers Nectanet, etwas für das ganze Spektrum zu bieten.

Wie das Gebäude, das als Gründerzentrum den Namen „Innolab 33“ tragen soll, künftig gestaltet wird, stellte Architekt Dieter Meurer vor. Im Außenbereich sei vorgesehen, einige Flächen zu entsiegeln. Die Pläne weisen einen Grünstreifen entlang der Rainer-Haungs-Straße und des Fahrradwegs auf. Auch im Eingangsbereich ist geplant, Bäume zu pflanzen. Auf einer Visualisierung des fertigen Gebäudes, die beim Termin zu sehen war, sah dieses dadurch bereits deutlich einladender aus als aktuell. Die Grundstruktur des Gebäudes selbst soll nicht verändert werden, auch um „den morbiden Charme zu erhalten“, wie es Meurer beschreibt.

Die Grundstruktur des Gebäudes B 33 soll nicht angefasst werden. Foto: Köhler

Innen ist im vorderen Teil ein breiter Flur mit Kommunikationsbereich in der Mitte vorgesehen. Das vorhandene Oberlicht soll für eine helle Atmosphäre sorgen. An Sesseln, Tischen und einem Bistro mit Selbstversorgertheke sollen sich künftig, so der Plan, die Mitarbeiter der einzelnen Unternehmen etwa in der Mittagspause untereinander austauschen können, um möglicherweise von Synergien zu profitieren. Auch die nötige Infrastruktur, das heißt Lager-, Umkleide- und Besprechungsräume, sowie die WCs sind für den vorderen Bereich geplant. Die Rampe für Anlieferungen, die bislang an der Rainer-Haungs-Straße war, wird auf die gegenüberliegende Seite verlegt.

13 Einheiten mit unterschiedlicher Größe

Die übrigen Räume, verbunden durch einen Flur, teilen sich in 13 Einheiten unterschiedlicher Größe (bis zu 140 Quadratmeter) auf, in die schließlich die jungen Unternehmen einziehen sollen. Mit der Varianz will man flexibel für die Bedürfnisse der Startups sein. Die Räume lassen sich, so Meurer, bei Bedarf auch zusammenlegen. Verglaste Wände sollen bewusst Blicke zulassen, um die Neugier der anderen Unternehmen zu wecken. IGZ-Geschäftsführer Daniel Halter betonte, dass man sich das Gebäude keineswegs wie ein Großraumbüro vorstellen könne. „Es darf Staub und Krach machen“, betonte er. Die Unternehmen seien angehalten, tatsächlich in ihren Räumen zu produzieren. Wie Schrempp ergänzte, stellt die Industrie- und Handelskammer Südlicher Oberrhein (Schrempp ist Vize-Präsidentin) dafür gerne Geräte bereit.

Architekt Dieter Meurer stellte die Pläne vor Foto: Köhler

Ein Startup zeige bereits Interesse, berichtete Halter. Dieter Singler, der interimsweise Geschäftsführer der eigens für dieses Vorhaben gegründeten Gesellschaft „Startklahr Innovationen“ ist, führte weiter aus, dass es sich um ein Ehepaar handle, das hochwertige Trinkgläser mit 3 D-Designs im Glasboden produziert und über einen Online-Shop verteilt. Bis dieses Startup in Lahr einzieht, wird es jedoch noch etwas dauern. Die Sanierung des Gebäudes soll im Herbst beginnen, die Vermietung ab März 2026 starten. Singler erklärte, dass man bei der Sanierung gerne die Bedürfnisse potenzieller Interessenten berücksichtige.

Singlers Blick ging auch in die Zukunft: Sollten die Startups erfolgreich sein und expandieren wollen, könne man ihnen ein größeres Zuhause im Gewerbegebiet rund um den Flugplatz bieten – und sie so in Lahr halten.

Nutzer könnten bleiben

Auch wenn es von außen den Anschein erweckt, steht das Gebäude B 33 aktuell nicht leer. Untergebracht sind ein Tonstudio, eine Seifenmanufaktur und ein Startup im Bereich E-Commerce. Die Verantwortlichen erklärten, dass man ihnen ein Alternativangebot machen oder auch die Möglichkeit geben werde, im künftigen „Innolab 33“ zu bleiben.