Alt-Stadtrat Wilfried Wille hatte den Lahrer OB Markus Ibert gebeten, die Blumen eine Woche länger blühen zu lassen – doch die Verwaltung sagt Nein.
Wille, Unternehmer und Alt-Stadtrat der CDU, hatte in einem Brief an OB Markus Ibert den Wunsch geäußert, die Blumen der Chrysanthema nach deren Ende nicht gleich abräumen zu lassen. Vielmehr könnten sie doch eine Woche länger blühen, was auch Gastronomie und Einzelhandel zugute käme. Mit diesem Wunsch spreche er vielen Lahrern aus dem Herzen, ist Wille überzeugt.
Tatsächlich steht er damit nicht allein. Denn auch Thaddäus Schmid, der langjährige Geschäftsführer der Lahrer Zeitung, hatte in einem Interview für das „Chrysanthema-Journal“ der LZ sein Bedauern geäußert, dass die Blumenschau verkürzt worden ist. Schmid war einst eine treibende Kraft für ihre Entwicklung in Lahr gewesen.
Seit 2022 läuft das zuvor dreiwöchige Blumenfestival nur noch über zwei Wochen, in diesem Jahr vom 26. Oktober bis zum 10. November. Und dabei bleibt es auch, denn die Stadt lehnt Willes Wunsch ab.
Die Chrysanthema sei ein Großevent und unterliege deshalb einem feinen Räderwerk, das bereits Monate vorher in Gang gesetzt werde, heißt es aus dem Rathaus. Eine Verlängerung zum jetzigen Zeitpunkt sei nicht möglich, da etwa die Gärtner vom Europa-Park und aus Dole den Abbau mit langem Vorlauf eingetaktet hätten. Darüber hinaus würde eine Verlängerung den Wochenmarkt betreffen, der verlegt werden oder im Fall des Donnerstagsmarktes sogar ganz abgesagt werden müsste.
Auch auf die Finanzen kommt die Stadt zu sprechen. Denn die verlängerte Pflege der Chrysantemen durch den BGL würde Zusatzkosten von rund 20 000 Euro verursachen – das sei mit ein Grund gewesen, weshalb die Chrysanthema auf zwei Wochen komprimiert worden ist. Ihr Budget sei gedeckelt, Mehrausgaben seien nicht möglich. Der Gemeinderat habe sich vor zwei Jahren für die Verkürzung ausgesprochen, so die Verwaltung zu Willes Argument, dass eine Verlängerung der Blumenschau nicht nur der Wunsch vieler Lahrer Bürger, sondern auch schon Thema im Rat gewesen sei.
Auch die Idee eines versetzten Abbaus sei von den städtischen Fachabteilungen bereits diskutiert worden. Dazu die Position der Stadt: „Die Erfahrungen zeigen, dass sobald an einer Stelle abgeräumt wird, an anderen Stellen eigenmächtig Chrysanthemen entwendet werden und zum Teil ein hoher Schaden durch die Mitnahme teurer Bewässerungstechnik oder Halterungen der Kaskaden entsteht.“
Laut der Antwort der Verwaltung an unsere Redaktion sollte auch der Gewinn nicht übersehen werden, der mit dem Ende der Blumenschau nach zwei Wochen einhergehe: „Durch den Abverkauf schöner Chrysanthemen erhalten die Stadtparkfreunde Jahr für Jahr Spenden für ihre Arbeit.“