Roland Buckenmaier, früherer Kreisredaktionsleiter des Schwarzwälder Boten, referierte beim Treffen der Erwin-Sannwald-Stiftung über die Entwicklung der Zeitungsbranche.
Klaus Drissner, Sprecher der Erwin-Sannwald-Stiftung, begrüßte zahlreiche Gewerbevereinssenioren und -seniorinnen zum traditionellen Dreikönigstreffen in der Stockinger-Stube des Gasthauses Adler in Nagold.
1907 „zur Förderung alter Vereinsmitglieder sowie des gewerblichen Nachwuchses“ gegründet, wurde die Stiftung nach Kriegen und Währungsreformen im Jahr 1957 von Rolf Sannwald, dem Sohn von Erwin Sannwald, wieder ins Leben gerufen. So war es Drissner eine besondere Freude, auch einen Nachfahren der Sannwald-Familie aus Calw zu begrüßen.
Höhepunkt des Nachmittags war der Vortrag von Roland Buckenmaier, der 1991 als Lokalchef in die Nagolder Redaktion des Schwarzwälder Boten kam und 25 Jahre lang Kreisredaktionsleiter war. Er hat viele technische Neuerungen im Zeitungswesen und auch mehrere Übernahmen in der Zeitungsbranche erlebt und referierte über den Weg des ehemaligen Nagolder „Intelligenzblatts“ zum Medienkonzern.
„Zeitung braucht Demokratie, Demokratie braucht Zeitung“
Kurzweilig schlug Buckenmaier einen Bogen von den Zeiten, als redaktionelle Beiträge noch mit Bus und Bahn nach Oberndorf geschickt wurden, bis heute, wo sich die Frage stelle, ob die gedruckte Zeitung ein Auslaufmodell ist.
Viele Berufsbilder in der Zeitungsbranche hätten sich in dieser Zeit gewandelt. Rationalisierung, neue Medien und KI veränderten die Zeitungslandschaft rasant.
Die neue Währung seien Online-Aufrufe. Studien in der USA zeigten, dass fehlende Tageszeitungen die Radikalisierung der Gesellschaft förderten: „Zeitung braucht Demokratie, Demokratie braucht Zeitung“, darin waren sich Buckenmaier und seine Zuhörer einig.
Neben Ralf Benz, dem Vorsitzenden des Gewerbevereins, der sich für diesen spannenden Vortrag bedankte, ging Nagolds Oberbürgermeister Jürgen Großmann auf die wichtige Rolle des Schwarzwälder Boten – insbesondere auch in der Ära des Redaktionsleiters Roland Buckenmaier – ein, der mit seiner Identifikation mit Nagold und seinen Bürgern als wesentlicher Akteur die Entwicklung Nagolds in den vergangenen Jahrzehnten journalistisch begleitet und damit zum guten Ansehen und Image der Stadt beigetragen habe.
Nach dem Abendessen waren sich die Senioren und Seniorinnen des Gewerbevereins einig, dass die Veranstaltung Lust gemacht habe auf ein Wiedersehen beim nächsten Treffen der Erwin-Sannwald-Stiftung.