Der Wanderturm am Brend. Foto: Köppel

Deutliche Änderungen und Erweiterungen rund um das Berghotel Brend sind aktuell geplant. Der Gemeinderat beschäftigte sich mit einer Bauvoranfrage für neun Ferienhäuser auf dem Hotel-Grundstück.

Furtwangen - Diskutiert wurde in diesem Zusammenhang auch die Bedeutung von Brend mit Brendturm als Ausflugsziel und Bereich für Naherholung. Das Problem dabei ist, dass die Stadt Furtwangen selbst auf dem Brend keinen Grundbesitz hat. Zum Hotel gehört eine große Grundfläche auf dem Brend. Der Brendturm selbst ist Eigentum des Schwarzwaldvereins Furtwangen. Andere Flächen rund um den Turm sind im Besitz von weiteren Eigentümern. Dabei geht es um die Fragen, wo künftig Autos parken könnten und wie dann der Brendturm und die Natur ringsherum erreicht und für die Naherholung genutzt werden können.

Verwaltung soll Vorgespräche führen

Im Zusammenhang mit einer entsprechenden Bauvoranfrage des Eigentümers schlug die Verwaltung dem Gemeinderat vor, dass sie für entsprechende Gespräche zu dem Projekt beauftragt wird. Dazu gehört die Änderung des bestehenden Bebauungsplanes (auf Kosten des Bauherrn), damit diese Ferienhäuser genehmigt werden können.

Neun kleine Ferienhäuser geplant

Geplant sind östlich des bestehenden Hotels bis zur Straße neun kleine Ferienhäuser. Im Lauf des Verfahrens können dann Straßen-, Parkplatz-, Frei- und Spielplatzflächen bezüglich Erschließung und Gestaltung einvernehmlich geklärt werden. Das entsprechende Nutzungskonzept muss mit der Stadt entsprechend vertraglich fixiert werden. Vor allem muss sichergestellt sein, dass die Ferienhäuser nicht separat verkauft werden können, sondern dauerhaft zum Hotelbetrieb gehören. Sonst befürchtet man, dass einzelne Häuschen die meiste Zeit des Jahres leer stehen.

Der Gemeinderat stimmte dann mit einer Gegenstimme diesem Vorhaben zu und beauftragte die Verwaltung zu entsprechenden Vorgesprächen.

Info: Diskussion im Gemeinderat

Im Jahr 2009 hatte der Gemeinderat für den Brend einen neuen Bebauungsplan erlassen, mit dem für das Hotel eine deutliche Erweiterung durch einen weiteren Bau ermöglicht werden sollte. Das Projekt wurde allerdings nicht realisiert. 2016 wurden noch einmal neue Pläne vorgelegt und diskutiert, das Hotel mit mehreren Anbauten zu erweitern.

Neun Ferienhäuschen

Nach den jetzt vorgelegten Plänen sind neun kleinere Ferienhäuschen mit Hüttencharakter in Holzbauweise für vier bis fünf Personen geplant. Gleichzeitig soll zum Ausgleich für diesen Eingriff in die Natur der bisher nicht klar definierte Bereich mit Zufahrt und Parkplatz renaturiert werden, der Zugang zum Hotel soll neu geordnet werden. Die Zufahrt zu Turm und Hotel ist dann allerdings nur noch Hotelgästen möglich. Ein im Bebauungsplan bereits vorgesehene Spielplatzfläche möchte der Bauherr in einen Wald-Erlebnis-Pfad oder Waldspielplatz umwandeln.

Besitzrecht ist zu prüfen

Deutlich wurde bei der Diskussion, dass der Brend und damit auch der Bereich des Hotels zum Außenbereich gehört. Ein Bau ohne entsprechenden Bebauungsplan ist daher grundsätzlich nicht möglich. Eine wesentliche Diskussion ergab sich dann zur Nutzung des Bereichs rund um Hotel und Brendturm als Naherholungsgebiet. Thomas Riesle (CDU) zeigte sich enttäuscht, dass der Brend zwar der "Hausberg" der Stadt sei, die Stadt hier aber keinerlei Grundbesitz habe.

Zu prüfen wäre hier, wo hier das Recht für die Öffentlichkeit beginnt, um hier die Naherholung zu nutzen, so Ingo Hermann (FWV). Außerdem müsste ein entsprechender Korridor gesichert werden, denn die wichtige Loipentrasse führt genau über dieses Gelände. Ulrich Mescheder (UL) wies vor allem auf die Bedeutung des Turms hin. Grundsätzlich begrüßte er die Gestaltung mit kleinen Häuschen, das würde sich gut in die Landschaft einbetten. Zur Klärung der anderen Frage müsse man entsprechende Gespräche mit dem Investor führen. Heinz Guhl (SPD) machte deutlich, dass man auf jeden Fall verhindern müsse, dass diese Häuschen nur drei Wochen im Jahr genutzt werden und dann "die Läden runtergehen". Auf jeden Fall müsste auch ein entsprechendes Durchfahrtsrecht Richtung Turm gesichert werden.

Privates Bauvorhaben

Manfred Kühne (CDU) fragte nach den genauen Eigentumsverhältnissen auf dem Brend und ob sich die Stadt hier nicht doch auch mit engagieren könne. Welche Rechte haben die Bürger auf dem Brend? Bürgermeister Herdner machte nochmals deutlich, dass die Stadt hier keinerlei Besitz und damit keine Rechte habe, städtisches Gelände sei dann erst der Grillplatz.

Roland Thurner (UL) legte noch einmal Wert darauf, dass dies ein privates Bauvorhaben im Außenbereich sei, das baurechtlich so nicht möglich sei. Vor allem betonte er, für die Natur gebe es in Deutschland ein freies Betretungsrecht für die Bürger. Hier könnten keine Flächen eingezäunt werden: "Man muss spazieren gehen können." Bei allen Planungen müsse man für die Zukunft klären, was hier für die Öffentlichkeit bleibt. Werden weitere Zäune aufgestellt? Auf jeden Fall müsse der Gipfel für die Bürger frei zugänglich sein.