Norma will die Erweiterung des Markts in Schömberg nun vor Gericht durchsetzen. Foto: Visel

Im Bestreben um die Erweiterung des Markts in Schömberg hat der Lebensmittel-Discounter Norma die Stadt auf seiner Seite. Bürgermeister Karl-Josef Sprenger will beim Regionalverband Neckar-Alb vorstellig werden. Norma hat indessen Klage beim Verwaltungsgericht Sigmaringen eingereicht, um die Erweiterung durchzusetzen.

Schömberg - Grund: Das Landratsamt hatte 2019 eine Bauvoranfrage abgelehnt. Das Regierungspräsidium Tübingen wies den dagegen eingelegten Widerspruch von Norma zurück. Der Pressesprecher des Verwaltungsgerichts, Julian Thüry, bestätigte gegenüber unserer Zeitung, dass die Klage schon vor längerer Zeit eingegangen sei, die Verhandlung werde aber in diesem Jahr wohl nicht mehr stattfinden.

Die Behörden und der Regionalverband sind sich derweil ihrer Sache sicher: "Für einen zweiten größeren Markt an diesem Standort gibt es keine Rechtsgrundlage", heißt es. Das Vorhaben widerspreche wegen der Größe der Fläche den Zielen der Raumordnung. Denn bei einer Ladenfläche von mehr als 800 Quadratmetern spreche man von einem großflächigen Einzelhandelsbetrieb. Ein weiterer Markt neben Edeka sei nicht erwünscht; die Grundversorgung in Schömberg sei abgedeckt.

"Begrenzung nicht zeitgemäß"

Bürgermeister Sprenger hat dazu eine andere Meinung: "Die Entscheidung des Regionalverbands, keinen weiteren großflächigen Einzelhandel zuzulassen, hält die Stadt Schömberg für falsch, da sie nicht die Realität hinsichtlich der Versorgungsfunktion der Stadt Schömberg für das Obere Schlichemtal mit knapp 11 000 Einwohnern im Blick hat." Mit dem Edeka-Aktiv Markt Koch verfüge die Stadt über den einzigen großflächigen Markt im Oberen Schlichemtal. Dieser sei in einem sogenannten "Atypic-Verfahren" genehmigt worden. Sprenger: "Im Gegensatz zu anderen Standorten der Umgebung ist der Norma-Markt jedoch städtebaulich integriert zwischen zwei Wohngebieten und einer Seniorenwohnanlage und prädestiniert dafür, die Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs für einen breiten Personenkreis fußläufig, über die vorhandenen Haltestellen für ÖPNV oder per Individualverkehr zu gewährleisten."

Fläche soll von 750 auf 923 Quadratmeter wachsen

Die Grenze von 800 Quadratmetern Verkaufsfläche als Schwelle zur Großflächigkeit sei nicht mehr zeitgemäß, betont er. Ein Belassen der Grenze in nicht integrierten Standorten und eine Öffnung in städtebaulich integrierten Lagen könnte seiner Meinung nach "dem nicht selten verwässerten Integrationsgebot von Einzelhandelsflächen mehr gerecht zu werden". Diesbezüglich werde die Stadt möglicherweise gegenüber dem Regionalverband aktiv werden.

Norma-Expansionsleiter Markus Seitz hatte die Ablehnung der Bauvoranfrage so kommentiert: "Der geplante Ausbau ist eine Lappalie und lediglich minimal." 100 Quadratmeter mehr oder weniger änderten nichts daran, wie viele Leute zum Einkaufen vorbei kämen. Es gehe um eine bessere Darstellung im Laden.

Norma plant, die Verkaufsfläche von 750 auf 923 Quadratmeter zu erweitern. Ein Grundstück für die Erweiterung gibt es auf der Rückseite des Markts.