Dekan Johannes Mette und Pfarrerin Anke Doleschal nahmen die Segnung des neuen Friedhofteils in Kuhbach vor. Foto: Vögele

Die Erweiterung der Begräbnisstätte in Kuhbach ist fertig. Sie stellt sicher, dass dort weiterhin Erdbestattungen möglich sind. Mit einer Zeremonie wurde das neue Friedhofsfeld eingeweiht. Hierzu hatte Ortsvorsteher Norbert Bühler eingeladen.

Nach einer langen Vorbereitungszeit wurde in Kuhbach das neue Friedhofsfeld mit einer schlichten Zeremonie eingeweiht. Dazu hatte Ortsvorsteher Norbert Bühler die Ortschaftsräte sowie die federführenden Vertreter der Stadt Lahr, an ihrer Spitze Bürgermeister Tilman Petters, des Gemeinderates und die Vertreter der beiden Kirchengemeinden eingeladen.

 

Nach einer mehr als zwölfjährigen Planungsphase, Diskussionen und immer wieder neuen Modifikationen und Stolpersteinen war es nun soweit: Mit Erleichterung über das endlich gelungene Werk ließ Bühler die manchmal an eine unendliche Geschichte mahnende Chronik Revue passieren: Im Jahr 2012 begannen die ersten Planungen, denen lange Jahre mit vielen Sitzungen, Diskussionen und Entscheidungen folgten.

Mit mehr als 400 000 Euro entstand nun die neue Anlage, die sich unmittelbar an den bestehenden Friedhof in nördliche Richtung anschließt. Die beschauliche Landschaft ringsum in dieser ruhigen Lage, die einen großartigen Blick über das Dorf bis zu den Vogesen jenseits der Rheinebene bietet, wird ein Ort der Ruhe, der Zuflucht und der Begegnung werden, ist sich der Ortsvorsteher sicher.

Erweiterung ist für Erdgräber vorgesehen

„Der neue Friedhofsteil wurde in den Hang oberhalb des vorhandenen Friedhofs hineinmodelliert und mit einem barrierefreien Weg angeschlossen“, erklärt die Stadt in einer Mitteilung zu dem Projekt. Der Hauptweg sowie die Gräber beidseitig des Wegs befinden sich auf einer Ebene und sind von Wiese umgeben. Der Weg wird ergänzt um zwei Sitzplätze, die Ausblicke in den Ort und ins Tal bieten. „Angesichts der Hanglage und des Grundstückszuschnitts war es eine Herausforderung, eine möglichst gut begehbare und für den Friedhofsbetrieb nutzbare Fläche zu schaffen“, sagt Petters. „Wir haben eine maßgeschneiderte Lösung gefunden, die die Besonderheiten des Ortes hervorhebt: den Blick auf die Kirche, ins Schuttertal und zur Rheinebene bis hin zu den Vogesen.“

Die Erweiterung sei ausschließlich Erdgräbern vorbehalten, rund 70 an der Zahl. Jedes Grab könne mit zwei Särgen und vier Urnen zur selben Zeit belegt werden. Das neue Grabfeld verfüge über zwei Dränagestränge in 2,2 Metern Tiefe, die Bodenverhältnisse ohne Staunässe – für Erdbestattungen erforderlich – ermöglichen würden.

Weitere Angebote für Urnen sind künftig möglich

Der alte Friedhofsteil könne so mit der Zeit neu geordnet und um weitere Angebote für Urnen ergänzt werden. „Der neue Friedhofsteil ermöglicht es uns, alle wesentlichen Bestattungsarten in Kuhbach dauerhaft anzubieten und sogar langfristig um neue Angebote wie beispielsweise Baumbestattungen oder Gemeinschaftsgrabstätten zu erweitern“, so Bühler.

Diese Erweiterung war für Kuhbach ein bedeutendes Projekt, auch wenn nicht alle Bürger die Notwendigkeit dieser Erweiterung eingesehen hätten. Doch die Bodenbeschaffenheit des alten Friedhofs setzte unübersteigbare Prioritäten. Dekan Johannes Mette von der Katholischen Kirchengemeinde an der Schutter und Pfarrerin Anke Doleschal von der Evangelischen Kirchengemeinde Seelbach nahmen die Segnung des neuen Friedhofs vor. Sie erinnerten in den Texten und Gebeten daran, dass der Friedhof kein Ort des Todes, sondern der Hoffnung auf Auferstehung und Leben, des Friedens und des Lichtes sei.

Bestattungskultur

Dass ein Friedhof erweitert wird, kommt laut Stadt Lahr heute selten vor. Die Bestattungskultur wandele sich hin zu immer mehr Feuerbestattungen.In Kuhbach seien die Bodenverhältnisse auf dem bisherigen Friedhof für Erdbestattungen jedoch ungeeignet gewesen.