Grünes Licht für die Erweiterung: Der neue Anbau schließt westlich an das bestehende Gebäude auf Höhe des Schwarzwaldhauses an, der Urzelle der Katharinenhöhe mit Blick in Richtung Katzensteiger Tal. Foto: Katharinenhöhe

Einen Anbau für rund sieben Millionen Euro nimmt die Katharinenhöhe in Angriff. Die Furtwanger Rehabilitationsklinik stößt an ihre räumlichen Grenzen und benötigt dringend mehr Platz, gerade auch für die Physiotherapie.

Furtwangen - Jetzt waren die Pläne der Rehabilitationsklinik Katharinenhöhe der Arbeiterwohlfahrt Thema im Furtwanger Gemeinderat. Für den geplanten Anbau des Therapie-Traktes wurde zum einen die Baugenehmigung erteilt, zum anderen musste eine Änderung des Bebauungsplanes auf den Weg gebracht werden.

Bauantrag einstimmig genehmigt

Bereits bei der Erweiterung 2013 verpflichtete sich die Stadt Furtwangen, den Bebauungsplan hinsichtlich der Baugrenzen anzupassen. Denn sowohl der damalige Anbau als auch die jetzige ­Erweiterung überschreiten die im Bebauungsplan bisher festgeschriebenen Baugrenzen. Diese Baugrenzen sollen nun in diesem Bebauungsplanverfahren entsprechend erweitert werden, weitere Änderungen stehen nicht auf dem Programm.

Der Gemeinderat beauftragte die Verwaltung, das entsprechende Verfahren und die dafür notwendige Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden einzuleiten. In einem Bauantrag, der ebenfalls einstimmig genehmigt wurde, stellt die Klinik nun die bauliche Erweiterung vor mit zwei Tagungsräumen, Familienwohnungen, radiologische Abteilung, Erlebnis-Spielbereich, Physiotherapie und medizinische Trainingstherapie mit drei Vollgeschossen und Flachdach.

Geplanten Baustart wegen Pandemie verschoben

Der geplante Baustart musste aufgrund der Corona-Pandemie nochmals verschoben werden. Und, wie bei anderen Bauvorhaben auch, schlägt sich der Rohstoffmangel auch da auf den Preis nieder: Lagen die ersten Schätzungen für den Neubau noch bei rund fünf Millionen Euro, werden sie derzeit auf knapp sieben Millionen beziffert. Knapp die Hälfte der Summe inklusive einer Zwei-Millionen-Euro-Spende aus der Hermle-Stiftung liegt auf den Konten "unbeschadet parat", erklärte Klinikleiter Stephan Maier. Das Geld stammt auch von den Spenden-Aktionen des Schwarzwälder Boten und der Lahrer Zeitung der vergangenen drei Jahre. Aufgrund der guten Vorbereitung sowie der großen Erfahrung und der Professionalität der Planer und Handwerker rechnet Maier mit einer Bauzeit von rund zwei Jahren.

Durch die Randlage hofft Maier auf wenig Beeinträchtigungen durch die Bauarbeiten. Für die Patienten-Kinder könnte diese Zeit allerdings spannend werden: "Wenn auf der Katharinenhöhe gebaut wird, sind staunende Kinderaugen nicht weit." Bagger, Raupen, Lader und Bohrgeräte sind eine willkommene Abwechslung.

Auf die Bedürfnisse der Patienten ausgerichtet

Der Anbau wird funktionell und auf die Bedürfnisse der Patienten ausgerichtet sein. "Wir haben uns oft überlegt, ob und wo man noch etwas einsparen kann. Aber Tatsache ist: Das Gebäude wäre kleiner einfach nicht möglich gewesen, wir brauchen den Platz dringend", erläuterte Maier. In der Physiotherapie bekommen die Patienten wertvolle Hilfe, um das Vertrauen in den eigenen Körper zurückzugewinnen: Sie lernen wieder zu gehen, Balance zu halten, tanken Kraft und bekommen so ihr Selbstbewusstsein zurück. Denn all diese Fähigkeiten gehen während einer Krebserkrankung häufig verloren.

Durch gezielte und intensive Therapien sind die Fortschritte erstaunlich. Patienten, die sich vor der Reha nur im Rollstuhl fortbewegen konnten, schaffen nach wenigen Wochen oft wieder die ersten Schritte mit Krücken.

"Bei vielen Krankheitsbildern kann man nicht warten; insbesondere bei Knochentumoren muss eine intensive Physiotherapie sofort erfolgen. Das kann nur eine gezielte Rehabilitation leisten", betonte Klinikleiter Stephan Maier, der seit 1987 in der Katharinenhöhe arbeitet.