Personalnot beim HBW Balingen-Weilstetten II: Louis Mann musste in Oppenweiler in der Schlussphase sogar am Kreis ran. Am Ende verloren die Jung-Gallier mit 33:43. Foto: Kara

Achtbar geschlagen hat sich am Samstag der Mini-Kader des HBW Balingen-Weilstetten II beim haushohen Favoriten HC Oppenweiler/Backnang.

Die Drittliga-Partie in der Oppenweiler Gemeindehalle endete mit einem 43:33-Erfolg (21:16) für die Gastgeber.

Jung-Gallier mit gerade mal acht Feldspielern

Nur zwei Feldspieler als Ersatzleute standen Trainer Micha Thiemann zur Verfügung. Der Rest der Truppe war entweder mit der ersten Mannschaft nach Rostock gefahren oder blieb verletzt zuhause. Linksaußen Dennis Fuoß biss die Zähne zusammen und tummelte sich trotz seines schmerzenden Zehs mehr als eine halbe Stunde auf der Platte. Immerhin gab Till Wente nach viermonatiger Verletzungspause infolge einer Handoperation ein vielversprechendes Comeback. Von Beginn an war es ein offener Schlagabtausch, bei dem die Abwehrarbeit vernachlässigt wurde. Die Schützen kamen meist frei zum Wurf, so dass weder der frühere HBW-Erstligakeeper Jürgen Müller beim HC noch Filip Baranasic im Balinger Kasten sich auszeichnen konnten. Nach zehn Minuten führte das Team von Trainer Matthias Heineke mit 7:3 ehe Mika Schüler mit einem Hattrick auf 7:6 verkürzte und der wurfgewaltige Bastian Oesterle ausglich.

Es blieb eng, doch in den letzten sechs Minuten der ersten Spielhälfte gelang dem HBW nur noch ein Treffer, während Oppenweiler fünf Buden machte und mit einem 21:16 in die Pause ging.

Notgedrungene Positionswechsel

Das Interessanteste an dieser Partie waren sicherlich die Positionswechsel, die Thiemann notgedrungen vornehmen musste. Da ihm weder ein gelernter Spielmacher noch Rechtsaußen zur Verfügung stand, musste praktisch jeder mal ran.

Mischa Locher agierte etwa die Hälfte der Spielzeit nicht auf dem angestammten linken, sondern auf dem rechten Flügel, Oesterle durfte sich ebenfalls auf dieser Position versuchen und Wente begann im rechten Rückraum statt im linken, wo er als Rechtshänder eigentlich hingehört. Schüler, Louis Mann und Lukas Pawelka wechselten ebenfalls im Rückraum lustig hin und her, und Mann musste in der Schlussphase sogar Kreisläufer Louis Dück ersetzen. Da war das Spiel aber ohnehin schon lange entschieden. Andreas Uttke, der nach der Pause Baranasic zwischen den Pfosten ablöste, führte sich mit einigen Paraden klasse ein, konnte aber nicht verhindern, dass die Gastgeber rasch auf 26:20 davonzogen.

Offensivere Abwehr nach 20:26

HBW-Trainer Thiemann reagierte mit einer Auszeit und ließ zunächst seine Abwehr offensiver, später sogar in einer 5:1-Formation agieren. Nur kurzzeitig brachte aber dies den HC-Angriff aus dem Konzept, in der 51. Minute wurde es beim 37:27 erstmals zweistellig und so blieb es auch bis zum Ende.

Thiemann: "Keiner hat rumgeheult"

Wenngleich Thiemann mit der Höhe der Niederlage haderte, so war er doch stolz auf die Einstellung seiner Jungs, die bis zum Schluss Gas gegeben haben: "Keiner hat rumgeheult, sondern das getan, was wir von ihm erwartet haben." Um ein besseres Ergebnis zu erzielen oder sogar den Gegner zu verunsichern und möglicherweise einen Punkt zu entführen, hätte es eine überragende Torhüter-Leistung und weniger Fehlwürfe gebraucht.

Statistik

HBW Balingen-Weilstetten II: Baranasic (1. bis 30.), Uttke (31. bis 60.); Schüler (8), Oesterle (6), Fuoß (6/4), Dück (4), Locher (4), Wente (4), Pawelka (1), Mann.