Beim Rosenmontagsumzug nahmen 25 Umzugsgruppen teil – so viele wie noch nie in der Geschichte der heimischen Zunft Krabbe-Schenkel.
Es schien als hätten sich die Menschen gedacht: „Jetzt erst recht.“ Obwohl das Wetter so unwirtlich wie seit Jahren nicht mehr war, blieben die Narren und Zaungäste den Krabbe-Schenkel in Oberweier treu. Mit dem Regenschirm ließe es sich ebenfalls gut am Straßenrand stehen. Wacker schlugen sich auch die 25 Umzugsgruppen – so viele sind noch nie an einem Rosenmontagsumzug in Oberweier aufgetreten.
Mit sehr viel Humor, aber auch kleinen und großen Spitzen Richtung Politik und Gesellschaft, präsentierten sich die örtlichen Vereine und Gruppierungen. Hexen und Hästräger, aber auch Dämonen nahmen ihren Auftrag selbstverständlich sehr ernst, den Winter zu vertreiben.
Das mit dem Winter hat vielleicht nicht ganz so gut geklappt, umso erfolgreicher schoben sie die Regenwolken etwas zur Seite. Ortsvorsteher Andreas Bix freute sich am Umzugssonntag über den Besuch aus der französischen Partnergemeinde Dorlisheim.
Die Schwarzwaldmarie war sehr beliebt bei den Zuschauern
Die Frauengemeinschaft Oberweier kam im herrlichen Kostüm der Schwarzwaldmarie mit rotem Bollenhut. Gern leben die Frauen ihre Liebe zur Heimat und betonten: „Die Playmobil-Figur ist schön und recht. Doch die KfD Frauen kommen heute in echt!“ Das edle Kostüm kam bei den Zuschauern sehr gut an.
Seit vielen Jahrzehnten mischt auch die Gruppe „Hohlköpfe“ am Rosenmontagsumzug mit. Sie machten als Bauern verkleidet, auf die vom „Aussterben bedrohte Spezie“ den Landwirt aufmerksam. Ihr Spruch: „Die letzten Bauern aus Oberweier – muh, muh, muh – da weint sogar die Kuh.“
Weltpolitisch mit einer Demonstration für Grönland und das Eis kommt der „Z-ämme-G´wirfelte Hüffe“ daher. Als Pinguin und Eisbär verkleidet erheben sie ihre Stimme für Grönland und betonen: „Freiheit für Grönland, weg mit dem Trump Pack-Eis.“ Mit dem großen bösen Wolf war der Verein für Heimatpflege und Brauchtum als Rotkäppchen verkleidet unterwegs. Gefressen hat der Wolf niemanden.
Pinguine und Eisbären tummelten sich auch auf der Straße
Fast schon eine Gründungsversammlung für eine „Obewirer Schluchgugge“ vollzogen Mitglieder vom Sportverein und waren vor allem sehr spendabel mit den Süßigkeiten, die sie an die Kinder verteilten.
Überhaupt sind beim Umzug in Oberweier die teilnehmenden Vereine sehr großzügig und erfreuten zuhauf die Kinderherzen. Für eine Menge musikalischen Wirbel sorgten die Friesenheimer Driewili Stampfer, die Guggemusiker in echt.
Die Krabbe-Schenkel feierten mit ihrem Rosenmontagsumzug ein buntes fröhliches Fest und ließen die Gäste den Alltag und jegliche Politik und gesellschaftliche Misstöne vergessen. Das wissen die Gäste, deshalb sind einige von ihnen auch gern bis spät in die Nacht geblieben.
Gute Zusammenarbeit
In Oberweier gibt es zwischen den Krabbe-Schenkel und der Feuerwehr eine sehr starke Verbindung. Die Feuerwehr setzte ein ausgefeiltes Sicherheitskonzept um und zeigte sich an der Seite der Gastgeber.