Trainer Alexander Fischinger umarmt die Torschützin Kim Beatrix Schneider nach dem 1:0. Foto: Fissler

Die Ortenauerinnen haben sich gegen den Erstligisten 1. FC Köln im Achtelfinale mit 3:2 durchgesetzt. Das entscheidende Tor gelang Leni Fischer in der 66. Minute.

DFB-Pokal, Frauen, Achtelfinale: SC Sand - 1. FC Köln 3:2 (2:2). Vor beeindruckender Zuschauerkulisse wollten die Ortenauerinnen ihren Pokal-Lauf fortsetzen und nach dem Erfolg über den Zweitligisten SV Meppen nun auch den aktuell Achtplatzierten aus der Bundesliga aus dem Wettbewerb werfen. Mit viel Selbstvertrauen, einer kompakten Defensive und der Hoffnung auf den nächsten Coup gingen die Sanderinnen in die Partie.

 

Der SC Sand begann die Partie mit enormem Offensivdrang und knüpfte nahtlos an die dynamischen Ligaauftritte an. Nach zwei Minuten belohnten sich die Ortenauerinnen für ihren mutigen Start. Leni Fischer setzte mit einem feinen Zuspiel Kim Beatrix Schneider in Szene, die die frühe 1:0-Führung für den Zweitligisten erzielte.

Die Gäste aus der Domstadt benötigten nur wenig Zeit, um den Schock zu verdauen. Anna-Lena Stolze erzielte in der achten Minute den 1:1-Ausgleichstreffer. Dieser schnelle Wendepunkt verlieh der Partie früh eine hohe Intensität und deutete an, dass ein offener Schlagabtausch bevorstand.

Schneider und Reininger sorgen für Unruhe

Die pfeilschnellen Flügelspielerinnen Schneider und Reininger blieben ständige Unruheherde. So auch in der 22. Minute: Alana Murphy, Sands australische Nationalspielerin, eröffnete das Spiel mit einem perfekten Diagonalball auf die einlaufende Reininger. Diese nahm das Zuspiel stark mit, umkurvte Kölns Torfrau und schob zur verdienten 2:1-Führung ein.

Der erneute Führungstreffer gab Sand spürbaren Rückenwind. Das Team agierte stabil, vernachlässigte die Defensivaufgaben nicht und verteidigte Kölns Vorstöße konsequent. Dennoch fanden die Gäste vereinzelt Räume. Nach 37 Minuten bekam Köln einen fragwürdigen Freistoß zugesprochen. Die hoch hereingetretene Standardsituation führte zu Unordnung im Sander Strafraum, die Celina Degen zum 2:2-Ausgleich nutzte.

In der Pause verzichtete das Trainerteam des SC Sand auf Wechsel und vertraute weiterhin der eingespielten Formation. Die Anfangsphase des zweiten Durchgangs verlief ähnlich wie zu Beginn der Partie. Sand präsentierte sich selbstbewusst, presste hoch und suchte immer wieder den Weg nach vorn. Köln versuchte, über die stabile Dreierkette um die erfahrene Marina Hegering kontrolliert aufzubauen und den Ball schnell in die Spitze zu bringen. Die Sander Defensive um Milena Fischer und Ronja Schaer verteidigte konzentriert und fing zahlreiche Angriffe ab.

Trotz mehrerer strittiger Entscheidungen der Schiedsrichterin ließen sich die Sanderinnen nicht aus dem Konzept bringen. Die Mannschaft blieb ihrer offensiven Ausrichtung treu und suchte weiterhin zielstrebig den Abschluss. In der 66. Minute folgte der verdiente Lohn. Die sehr aktive Leni Fischer wurde am linken Flügel freigespielt, zog nach innen und schloss aus rund 18 Metern ab. Ihr Schuss wurde leicht abgefälscht und senkte sich unhaltbar ins Kölner Tor. Kurz darauf wurde es noch einmal brenzlig. Eine missglückte Flanke des 1. FC Köln aus dem rechten Halbfeld segelte gefährlich in Richtung Tor und klatschte an die Latte.

In den letzten 15 Minuten wurde das Tempo weiter angezogen. Die größte Möglichkeit für den FC ergab sich in der 80. Minute, als die aufgerückte Marina Hegering aus etwa 20 Metern mit einem kraftvollen Schuss abzog. Sands Torhüterin Jule Baum reagierte glänzend und lenkte den Ball spektakulär aus dem Winkel.

SC Sand: Baum; Wiesner, Schaer, M. Fischer, D’Appolonia, Murphy, Takizawa, L. Fischer (82. Slipcevic), Reininger, Matuschewski (89. Landmann), Schneider (68. Rotzinger).

Tore: 1:0 Schneider (2.), 1:1 Stolze (8.), 2:1 Reininger (22.), 2:2 Degen (37.), 3:2 L. Fischer (66.).