Derzeit findet das Training der Inklusionsmannschaft des FC Grosselfingen in der Halle statt. Foto: Krauter

Erfolg für den FC Grosselfingen: Der Fußballverein nimmt mit seiner neu gegründeten Inklusionsmannschaft im kommenden Jahr am Spielbetrieb der ELB-Inklusionsliga teil.

Das Anfang September kommunizierte Ziel ist erreicht: Der FC Grosselfingen hat in den vergangenen Monaten erfolgreich eine Inklusionsmannschaft aufgebaut. Derzeit hat die Mannschaft neun Spieler. Das genügt vorerst, um am Liga-Spielbetrieb teilzunehmen, informiert Carolin Krauter, die in der Vorstandschaft des FC Grosselfingen aktiv ist und die Inklusionsmannschaft initiiert hat.

 

Denn: Anders als bei üblichen Fußballspielen stehen in der Inklusionsliga nur sieben Spieler auf dem Feld. Ab dem kommenden Jahr wird der FC Grosselfingen in der ELB-Inklusionsliga Nordschwarzwald des württembergischen Fußballverbands spielen – und das als einziges Team aus dem Zollernalbkreis: „Wir hoffen natürlich auf weitere Mannschaften aus dem Bereich Zollern. Das wäre eine tolle Sache“, betont Krauter. So sei die Anreise zu den Partien für das Grosselfinger Team meist mit größeren Fahrstrecken verbunden. Einer der nächstgelegenen Orte sei beispielsweise Zimmern ob Rottweil.

Gespielt wird in der ELB-Inklusionsliga 2026 lediglich an drei Spieltagen. Diese werden jeweils an einem Ort wie ein großes Turnier ausgetragen, schildert Carolin Krauter das Prozedere. Insgesamt zwölf Mannschaften verteilen sich auf drei Leistungsklassen. Welche Mannschaft in welcher Leistungsklasse antritt, entscheiden die Teammanager und Trainer. Um den Leistungsstand der Teams festzustellen, findet im März extra ein Turnier für Mannschaften statt, die neu im Spielbetrieb sind.

Spieltage im Schwarzwald

Die Ligapartien gehen an Spieltagen in Cresbach, Peterzell bei Alpirsbach sowie Vollmaringen von Mai bis September über die Bühne. Dass nun auch der FC Grosselfingen Teil der ELB-Inklusionsliga ist, macht Carolin Krauter glücklich: „Wir haben im September gehofft, dass wir genügend Spieler für die Inklusionsmannschaft gewinnen können. Umso schöner, dass dies geklappt hat.“

Torwart ist noch gesucht

Sie sei stolz auf ihre neun Schützlinge, gerne dürfen aber noch weitere Mitspieler folgen. Besonders nach einem Torwart hält Krauter Ausschau, aber auch Unterstützung für die weiteren Positionen auf dem Feld ist willkommen. Trainiert wird in Grosselfingen immer donnerstags von 17.30 bis 18.30 Uhr, in den Wintermonaten in der Halle.

Das Training ist an Menschen mit Handicap angepasst und „angelehnt an ein Jugendtraining“, ordnet Krauter ein. „Wir versuchen, dass jeder Spaß am Fußball hat und gestalten das Training dementsprechend.“

Auch die Partien im Ligabetrieb unterscheiden sich in einigen Aspekten vom „normalen“ Amateur-Fußball. Die Spiele werden auf einem Halbfeld ausgetragen, statt Sperren infolge gelber oder roter Karten wird auf Zeitstrafen gesetzt. Hintergrund für diese Regel sind die insgesamt nur drei Spieltage. Würde ein Spieler wegen einer roten Karte gesperrt, so wäre dieser für ein Drittel der Saison nicht spielberechtigt. Das soll durch die Zeitstrafen verhindert werden.

Zeitstrafen statt Sperren

Von diesen werde aber ohnehin selten Gebrauch gemacht: „Die Spiele sind in der Regel sehr fair“, berichtet Krauter weiter. Grundsätzlich sind auch die Schiedsrichter im Umgang mit Menschen mit Beeinträchtigung geschult und gehen auf diese speziell ein. Im Vergleich zum Leistungssport spiele die Sozialkomponente in der Inklusionsliga eine wichtigere Rolle als die Leistungskomponente.

Krauter, die selbst langjährig bei der KBF in Mössingen tätig ist und Freizeiten mit Menschen mit Handicap geleitet hat, sagt zur Gründung der Inklusionsmannschaft beim FC Grosselfingen: „Für Menschen mit Handicap ist es schwierig, Fußball zu spielen.“ Viele kämen zum Beispiel in Jugendteams nicht zurecht. Damit das Projekt gelinge, sei ein gutes Trainerteam, das Erfahrung im Umgang mit Menschen mit Beeinträchtigung habe, nötig. Der FC Grosselfingen macht es so möglich, dass jeder sich „den Traum vom Fußball erfüllen kann“.

Wer Interesse hat, Teil der Inklusionsmannschaft des FC Grosselfingen zu werden, meldet sich per E-Mail an info@fcgrosselfingen.de.

ELB-Inklusionsliga Nordschwarzwald

Geschichte
Die ELB-Inklusionsliga Nordschwarzwald des württembergischen Fußballverbands ist noch jung. 2023 mit vier Mannschaften und einer sogenannten „Testrunde“ gestartet, wuchs die Teilnehmerzahl 2024 auf neun Mannschaften, 2025 kam eine weitere dazu. Ab 2026 ist auch der FC Grosselfingen mit dabei. 2025 mitgespielt haben unter anderem Teams des 1. CFR Pforzheim und des SV Zimmern.