Wollte das Europa-League-Spiel von Donnerstag nicht als Ausrede gelten lassen: SC-Trainer Julian Schuster. Foto: Marcus Brandt/dpa

Nach der verpassten Vorentscheidung im Kampf um Platz sieben steht der SC Freiburg vor einer Gratwanderung: Denn vor dem Europa-League-Finale geht’s auch um viel.

Julian Schuster redete nicht lange um den heißen Brei herum: „Ich kann natürlich heute mit unserer Leistung nicht zufrieden sein, das haben wir uns anders vorgestellt“, sagte der Trainer des SC Freiburg nach der 2:3-Niederlage beim Hamburger SV. Den Höhepunkt von Donnerstag, als der Sport-Club ins Europa-League-Finale einzog und diesen mit den Fans euphorisiert feierte, wollte der Coach dabei nicht als Ausrede gelten lassen.

 

Denn neben dem dem Traum vom großen Titel am 20. Mai in Istanbul haben die Breisgauer auch in der Bundesliga ihr Ziel noch nicht erreicht. Dieses heißt Platz sieben und wäre mit einem Sieg in der Hansestadt bereits gesichert gewesen. So aber stehen den Freiburger nun innerhalb weniger Tage im Saisonendspurt gleich zwei Spiele mit Finalcharakter in Haus – erst gegen RB Leipzig und nur wenige Tage später gegen Aston Villa.

„Wir wollten heute den siebten Platz klarmachen, das war unser Ziel. Wenn man sich das Spiel anschaut, waren wir heute nicht bei 100 Prozent, auch nicht annähernd bei 100 Prozent. Wir konnten nicht das abrufen, was wir am Donnerstag abgerufen haben“, ärgerte sich nach dem Spiel Stürmer Igor Matanovic am DAZN-Mikro. Sein Doppelpack reichte am Ende nicht.

So ist die Lage in der Bundesliga-Tabelle

Und so hat der SC Freiburg am finalen Spieltag zwar weiterhin alles in der eigenen Hand, bekommt es jedoch mit dem Tabellendritten aus Leipzig zu tun. Bei einem Unentschieden oder einer Niederlage gegen die Sachsen droht den Breisgauern gar das Abrutschen bis auf Rang neun – je nachdem wie die Verfolger Eintracht Frankfurt und FC Augsburg abschneiden.

„Wir hatten heute schon die Chance, eines der zwei Endspiele für uns zu entscheiden. Wir haben es leider nicht gemacht. Jetzt haben wir wieder die Chance gegen Leipzig am Samstag bei uns zu Hause“, analysierte Torwart Noah Atubolu nach dem Spiel bei DAZN die Tabellenkonstellation, die dem SC Freiburg vor dem Europa-League-Finale nur bedingt in die Karten spielt.

Wie viel kann Julian Schuster rotieren?

Weil es nämlich in der Bundesliga am letzten Spieltag um die Qualifikation für die Conference League geht, kann Schuster bei seiner Aufstellung gegen Leipzig nur bedingt Rücksicht auf das internationale Endspiel vier Tage später nehmen können.

Erstmals seit Ostern keine englische Woche

Immerhin: In der Vorbereitung auf die beiden wichtigen Partien, von denen das Endspiel in Istanbul aufgrund des historischen Stellenwerts wohl noch einmal deutlich wichtiger sein dürfte, hat Trainer Schuster mit seinem Team eine „verhältnismäßig längere Woche“ vor sich. Eine Ausnahme in dieser Saison: Seit Ostern vor mehr als einem Monat spielte der SC Freiburg immer im Rhythmus Sonntag – Donnerstag – Sonntag.

Matthias Ginter muss angeschlagen raus

Zeit zum Verschnaufen blieb da wenig, vor allem nicht für Vielspieler wie Matthias Ginter. Der Abwehrchef sorgte am Sonntag in Hamburger für einen Schreckmoment, als er angeschlagen ausgewechselt werden musste. Allerdings war es wohl nichts ernstes, sodass er gegen Leipzig und vor allem auch gegen Aston Villa wieder zur Verfügung stehen sollte.