Die „Voltron Nevera“ – hier am Eröffnungstag am 26. April 2024 – hatte hohe Erwartungen zu erfüllen. Foto: Europa-Park

Im Europa-Park herrschte heute vor einem Jahr Ausnahmezustand: Neben dem kroatischen Themenbereich wurde auch eine der wohl spektakulärsten Achterbahnen der Welt eröffnet. Wie hat sich die Attraktion seither geschlagen? Unsere Redaktion hat nachgefragt.

Die Erwartungen an den Themenbereich Kroatien und dessen Herzstück „Voltron Nevera“ hätten vor der Eröffnung am 26. April 2024 höher nicht sein können. Während sich der Europa-Park von dem Multi-Millionen-Projekt mehr Besucher versprach, hofften die Gäste auf einen Nervenkitzel der besonderen Art.

 

Kein Wunder: Immerhin wurde im Vorfeld mehrmals betont, dass die Bahn mehrere Weltrekorde brechen soll. Wie groß die Vorfreude tatsächlich war, zeigte sich am Tag der Eröffnung, als Tausende Menschen in den Park strömten, um einen Platz in einem der Wagons zu ergattern.

Wie sieht das Ganze ein Jahr später aus? „Die Erweiterung um den kroatischen Themenbereich mit ,Voltron Nevera’ hat sich als großer Erfolg erwiesen. Wir sind äußerst zufrieden mit dem Ergebnis“, zieht Pressesprecher Noel Ebhart auf Nachfrage unserer Redaktion Bilanz. Demnach konnte der Europa-Park im vergangenen Jahr mit mehr als sechs Millionen Besuchern einen spürbaren Anstieg verzeichnen – rund 400 000 mehr als 2023.

Ein Zug der Achterbahnfährt täglich 150 Runden

Das Eröffnungsjahr des 1385 Meter langen Coasters ist demnach das erfolgreichste in der Geschichte des Parks. Das Ziel, mit dem Großprojekt neue Gäste anzulocken, wurde also erfüllt. „Die Achterbahn hat sich als eine äußerst erfolgreiche Investition erwiesen“, bestätigt Ebhart.

Dass die Attraktion auch nach einem Jahr Besucher anlockt, verdeutlicht der Pressesprecher mit konkreten Zahlen. Demnach fahre ein „Voltron“-Zug täglich rund 150 Bahnen. In Summe mache das 1600 Passagiere pro Stunde. Auf das erste Jahr gerechnet wurden so 3,25 Millionen Menschen befördert, erklärt Ebhart. Und dank dieser „hohen stündlichen Kapazität“ sowie der virtuellen Warteschlange müsse man lediglich zwischen 30 und 45 Minuten im Durchschnitt warten, bis man den knapp dreiminütigen Adrenalinkick erleben dürfe. „Die Besucher loben sie als eine der besten Attraktionen des Parks. Zudem wurde sie mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem ,Golden Ticket Award’ als weltweit beste neue Achterbahn“, freut sich der Pressesprecher.

Und wie steht es um die Sicherheit der Bahn? Immerhin kam es schon vor der Eröffnung zur ersten Panne. Besonders Jahreskarten-Inhaber der vergangenen Saison werden sich erinnern: Eigentlich sollten sie exklusiven Zugang zur Bahn erhalten, doch daraus wurde nichts. Demnach hatte einer der leeren Züge bei den damaligen Testfahrten zu wenig Schwung gehabt, um über die Steigung der Achterbahn hinwegzukommen.

Erste Panne bereits vor der Eröffnung

Er rollte zurück ins nächste Tal der Bahn, blieb dort stehen und musste von einem Kran geborgen werden. „Sicherheit hat im Europa-Park die höchste Priorität und wird mit einem detaillierten Sicherheitskonzept tagtäglich durch unser geschultes Personal umgesetzt. Störungen können durch verschiedenste Ursachen ausgelöst werden. Die Anlagen gehen dann immer in den sichersten Zustand (Stillstand). Hier gibt es keine Regelmäßigkeit, die man benennen könnte. In jedem Falle ist das im Verhältnis zu den täglichen Fahrten extrem selten“, ist sich Ebhart sicher.

Unterm Strich lässt sich also sagen, dass „Kroatien“ sowohl beim Europa-Park als auch bei Besuchern offenbar für Zufriedenheit sorgt. Bei anderen Freizeitparks scheint die „Voltron“ ebenfalls Eindruck hinterlassen zu haben. Zwar wurde das Achterbahnmodell noch nicht verkauft, „Mack Rides“ habe jedoch bereits vielversprechende Gespräche“, verrät Ebhart. Auf die Frage, ob es Pläne gibt, den Themenbereich zu erweitern, hält er sich dagegen bedeckt. „Dazu kann ich aktuell nichts sagen.“

Verlorene Gegenstände

Immer wieder kommt es vor, dass Besuchern während der Achterbahnfahrt Gegenstände aus den Taschen fliegen. Besonders Handys sind davon betroffen, wie im Wartebereich der „Silver Star“ zu sehen ist. Dort werden zersplitterte Mobilgeräte ausgestellt, die ihre Besitzern wohl während der Fahrt verloren haben. Ob auch Gegenstände von „Voltron“-Passagieren unter den Bahnschienen gefunden wurden, verrät der Europa-Park nicht. „Eine Statistik über Gegenstände, die während der Fahrt verloren gehen, führen wir nicht. Die Mitnahme von losen Gegenstände ist bei ,Voltron Nevera’ generell nicht gestattet“, heißt es auf Nachfrage.