Das ist verdammt bitter: Ausgerechnet in der heißen Play-off-Phase hat es nun auch die Panthers getroffen. Foto: Michael Kienzler

 Ausgerechnet in der heißen Play-off-Phase der ProA trifft es die wiha Panthers Schwenningen mit ihrem ersten Corona-Fall in dieser Saison. Die am Donnerstagabend angesetzte Heimpartie gegen Heidelberg wurde kurzfristig abgesagt.

Die Mannschaft muss bis zum 9. Mai in Quarantäne. Sehr wahrscheinlich ist, dass die Saison damit für die Panthers zu Ende ist. Allerdings pochen die 2. Basketball Bundesliga und auch die Academics Heidelberg als Aufstiegsanwärter darauf, dass die Schwenninger nach dem 9. Mai ihre Spiele noch absolvieren. Panthers-Coach Alen Velcic ist total geknickt: "Drei Tage vor dem vermeintlichen Saisonende passiert dies uns doch, und wir wissen bis jetzt nicht, wie es zu dieser Infektion kam. Das ist sehr bitter. Wir sind jedenfalls nicht davon begeistert, dass wir nach der Quarantäne noch einmal spielen sollen."

Milder Verlauf

Was war nach der Rückehr aaus Bremerhaven passiert? Am Dienstagabend erreichte die Panthers-Mannschaft die Hiobsbotschaft. Ein Teammitglied der wiha Panthers wies ein positives Ergebnis nach einem PCR-Test auf. Die betroffene Person hat sich dann unmittelbar in Isolation begeben und zeigt milde, aber bereits wieder abklingende Symptome. Alle anderen Mitglieder des Teams weisen bislang keinerlei Krankheitsanzeichen auf. Erste Schnelltests der Kontaktpersonen waren allesamt negativ. Im Rahmen der PCR-Tests für das Team am Donnerstagvormittag kam das zuständige Gesundheitsamt in Villingen-Schwenningen dennoch zu der Entscheidung, Mannschaft, Trainer und Betreuer bis zum 9. Mai in Quarantäne zu beordern.

Monatelang vorbildlich

"Wir haben seit August umfangreiche Maßnahmen umgesetzt, um die Mannschaft bestmöglich vor einer Infektion zu schützen", schildert Panthers-Geschäftsführer Michael Krivanek. "Dass es uns jetzt doch erwischt hat, ist zu dem Zeitpunkt der Saison natürlich sehr unglücklich, zeigt aber auch die große Infektionsgefahr, die nach wie vor vorherrscht. Glücklicherweise geht es der betroffenen Person und allen Teammitgliedern den Umständen entsprechend gut. Wir stehen nun im engen Austausch mit dem zuständigen Gesundheitsamt und dem Ligabüro der BARMER 2. Basketball Bundesliga."

Die Liga hat bereits verkündet, dass die Panthers ihre beiden noch ausstehenden Spiele nach dem 9. Mai absolvieren sollen. Ebenfalls möchte dies Heidelbergs Geschäftsführer Matthias Lautenschläger. Die Academics sind der Aufstiegsaspirant in der Gruppe 2 und wollen eine sportlich faire Lösung. Allerdings sind die beiden Finalspiele der jeweiligen Gruppenersten auf die beiden Wochenenden 7. bis 9. Mai und 14. bis 16. Mai schon terminiert.

Alen Velcic geht zur Stunde davon aus, dass die Saison für seine Mannschaft beendet ist. "Ja, wir hatten noch theoretische Chancen auf Platz 1. Aber ich sehe momentan nicht den ganz großen Sinn dahinter, die Spiele noch nachzuholen."

Dieser erste Corona-Fall bei den Schwenningern nimmt schon sportlich-tragische Züge an, denn als eines der ganz wenigen Teams waren die Panthers in der Hauptrunde nicht von einer Infektion betroffen gewesen. Mannschaft, Trainer und Betreuer lebten sehr diszipliniert seit Monaten in einer "Blase". So wurden zum Beispiel die Übernachtungen auch bei weiten Auswärtsfahrten eingeschränkt, auf den Reisen wurde nicht an Raststätten nicht gehalten. Die Spieler sollten privat so wenig wie möglich Kontakte haben und an Weihnachten gab es auch keine Verwandtentreffen, was gerade für die ausländischen Spieler nicht einfach war. "Wir haben es immer akzeptiert, weil wir unseren Job lieben und die Saison erfolgreich durchspielen wollen", sagte einmal Jonas Niedermanner. Und jetzt ist es doch passiert.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: