Evelyn Huck ist im Wahlbüro im Rathaus Schwenningen im Einsatz. Foto: Lukas Podolski

Die Landtagswahl in Baden-Württemberg steht kurz bevor. Doch was hat sich zur letzten Wahl von 2021 verändert und wie bereitet sich die Doppelstadt vor? Wir haben nachgefragt.

Am Sonntag, 8. März, ist es wieder soweit: Die Landtagswahl für Baden-Württemberg steht an. Eine Neuerung zur vergangenen Wahl gibt es: Die Bürger müssen zwei Kreuze setzen, statt wie bisher nur eines.

 

Mit der ersten Stimme wählen die Bürger einen Landtagskandidaten im Wahlkreis direkt und entscheiden, wer aus der Region in den Landtag einzieht. Die zweite Stimme ist für eine Partei und bestimmt, wie viele Sitze diese insgesamt im Landtag bekommt.

Die Sitze, die in einer Partei über die Zweitstimme zustehen, werden über sogenannte Landeslisten vergeben. Je weiter oben ein Kandidat auf dieser Liste steht, desto größer sind die Chancen, in den Landtag einzuziehen.

Briefwahl in vollem Gange

Gestartet hat bereits die Briefwahl. Mit dieser können Bürger, die es am Wahltag aus beruflichen, gesundheitlichen oder persönlichen Gründen nicht in das Wahllokal schaffen, vorab ihre Stimme abgeben.

„Die Briefwahlbeteiligung, gemessen an der Ausgabe der Wahlscheine im Verhältnis zu den Wahlberechtigten, liegt aktuell bei rund 20 Prozent“, erklärt Patrick Ganter, Pressesprecher der Stadt Villingen-Schwenningen auf Anfrage unserer Redaktion. Bei der letzten Landtagswahl im Jahr 2021 hätten 27 Prozent der Wahlberechtigten von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht.

Frist für die Briefwahl

Wer noch per Briefwahl abstimmen möchte, sollte beachten, dass die Beantragung der Wahlscheine bis spätestens Freitag, 6. März, 15 Uhr möglich ist. Ab Dienstag, 3. März, 12 Uhr werden keine Briefwahlunterlagen mehr per Post versendet. Auch eine digitale Beantragung ist ab diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich. Wer die Unterlagen benötigt, kann sie weiterhin persönlich im Wahlbüro sowie bei den zuständigen Stellen der Stadtverwaltung abholen oder beantragen.

Längere Auszählzeit

Durch die Einführung der Zweitstimme müssen die Stimmzettel nun zweimal sortiert werden, was laut dem Pressesprecher zu einer längeren Auszählzeit führen kann. „Obwohl sich die Auswertungszeit dadurch insgesamt verlängert, werden die vorläufigen Ergebnisse dennoch am selben Wahlabend ermittelt und können auf der Homepage der Stadt Villingen-Schwenningen eingesehen werden“, erklärt Ganter.

Einen Aushang im Rathaus würde es nicht geben, die späteren Gesamtergebnisse werden durch die Kreis- beziehungsweise Landtagswahlleitung veröffentlich, ergänzt der Pressesprecher.

Rund 500 Helfer

Die Anzahl der Wahlhelfer bliebe dennoch gleich, rund 500 ehrenamtliche Bürger kümmern sich unter anderem um das Auszählen der Wahlzettel. Sie sorgen ebenso dafür, dass die Wahl ordnungsgemäß abläuft. Lediglich bei Wahlen wie der Kommunalwahl würde es gegebenenfalls zusätzliche Kräfte zur Unterstützung geben, so Ganter.

Viele Erstwähler

Insgesamt sind 55 844 Personen in Villingen-Schwenningen wahlberechtigt, davon 3341 erstmals bei einer Landtagswahl. Diese Zahl ist auch auf eine Änderung des baden-württembergischen Wahlrechts zurückzuführen: Für die Landtagswahl 2026 wurde erstmals das Wahlalter von 18 Jahren auf 16 Jahre gesenkt.