Jörg Dürr-Pucher, Geschäftsführer der Firma Clean Energy (von links), informierte unter anderem Ortsvorsteher Robert Wenz, dessen Stellvertreter Raimund Drössel und Matthias Schlagenhauf von der Energieagentur Zollernalb. Foto: Gunar Haid

Die neu gegründete Initiativgruppe Nahwärme Bad Imnau hat sich am Dienstagabend im Bürgerzentrum zu ihrer ersten Sitzung getroffen. Zur möglichen Realisierung einer diesbezüglichen Genossenschaft sind die Mitglieder einen Schritt weitergekommen.

Als Teilnehmer dabei waren Ortsvorsteher Robert Wenz, Matthias Schlagenhauf von der Energieagentur Zollernalb, Erich Volm von der Bioenergie Bittelbronn und Jörg Dürr-Puche, Geschäftsführer der Beratungsfirma Clean Energy. Zudem waren zwölf Interessierte gekommen, um den Verlauf der Sitzung zu verfolgen.

 

Dürr-Pucher informierte über ein neu erarbeitetes, einfacheres Konzept, nachdem der bisherige Plan mit rund 19 Millionen Euro Gesamtkosten (mit Förderung bei 15 Millionen) doch etwas übers Ziel hinausgeschossen war. Die neue Planung umfasst nur noch rund 100 Anschlußteilnehmer – mit der Kommune und den Imnauer Mineralquellen, welche derzeit mit rund 50 Prozent den größten Abnehmer darstellen.

Bei vier Millionen liegt die Förderung bei circa 40 Prozent

Die Kostenreduzierung beruhe auf die vorhandene Nutzung des bestehenden Kesselhauses mit Schornstein der Fürstenquellen, zusätzlich zu einem Verzicht auf Photovoltaik, kleinere und kürzere Versorgungsleitungen, günstigere Baupreise, einen von der Leistungserzeugung angepassten Hackschnitzelkessel sowie einer Wärmepumpe. Auch bestehe die Möglichkeit auf den Zukauf von Biogas aus Bittelbronn. Die Baukosten liegen daher jetzt bei rund 6 Millionen Euro ohne Förderungen, mit einer Förderung von circa 40 Prozent bei vier Millionen Euro. Die Bauzeit liege bei etwa zwei bis drei Jahren. Für Privathaushalte sind laut Dürr-Pucher derzeit 50 Prozent an Zuschüssen über die KFW-Förderung möglich. Alternativ wäre auch eine Komplettlieferung aus Bittelbronn denkbar, so der Geschäftsführer: Dann könnte man auf eine Selbsterzeugung verzichten. Auch eine Kombination aus beiden wäre denkbar.

Machbarkeitsstudie soll angefragt werden

Beschlossen wurde anschließend, im nächsten Schritt eine Machbarkeitsstudie beim Ingenieurbüro für Umwelttechnik Michael Gaiffi in Horb anzufragen. Die Kosten hierfür liegen bei 50 000 bis 70 000 Euro. Zudem will Erich Volm prüfen, ob eine Komplettlieferung der Bioenergie Bittelbronn möglich wäre: Dadurch sollen neue, günstigere Zahlen möglich werden.

Ein weiteres Thema der Initiativgruppe war die Gründung einer Energie-Genossenschaft, welche zumindest aus sechs Personen bestehen sollte, die die volle Verantwortung übernehmen können. Zudem wird eine Aufsichtsrat benötigt.

Dürr-Pucher schlug abschließend vor, Lukas Winkler vom Baden Württembergischen Genossenschaftsverband BWGV zu einer weiteren Zusammenkunft einzuladen, um die Teilnehmer über die Aufgaben und Pflichten in einer Energie-Genossenschaft zu informieren. Am Donnerstag, 24. Oktober, soll dann auch das Angebot über die Machbarkeitsstudie vorliegen.