Albstadt-Pfeffingen möchte künftig bei medizinischen Notfällen mithelfen können. Durch eine beeindruckende Spendenbereitschaft konnten drei Defibrillatoren angeschafft werden.
Ein Defibrillator, kurz Defi oder AED, ist ein medizinisches Gerät, das bei lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen wie Kammerflimmern durch gezielte Stromstöße (Elektroschocks) den normalen Herzrhythmus wiederherstellt.
„Die Zeit ist entscheidend, je früher man defibrilliert, desto größer sind die Chancen des Betroffenen“, so der Pfeffinger DRK-Bereitschaftsarzt Dr. Krischan Spengler. Dass Defis Leben retten können, ist hinlänglich bekannt. Mit dem Thema beschäftigte sich auch die Vorstandschaft der „Kealänder“, Pfeffingens jüngstem Verein, schon vor zwei Jahren, wie Vorsitzender Steffen Bendrin erläuterte. Allerdings habe man die Sache nicht weiter verfolgt.
„Nicht reden, einfach machen“
Bei einem Treffen vor einem halben Jahr brachte ein Mitglied den Defi wieder ins Spiel. „Nicht mehr viel reden, einfach machen“, so die finale Entscheidung dort. Alle seien sich einig gewesen, dass man mit dem Einsatz eines Defis Leben retten kann. Kurzerhand wurde eine Spendenaktion gestartet, welche 2530 Euro einbrachte. Die „Kealänder“ verkauften die bekannten Traufgamer-Würste von der Schwenninger Metzgerei Bosch bei verschiedenen Aktionen, 1700 Euro gab es dafür, und stellten den Erlös der beiden letzten „Lamm“-Tage über 1050 Euro zur Verfügung. Von der Stiftung Sparkasse flossen 750 Euro, Alexander Ditfurth steuerte von einer Reifenwechselaktion in seiner Werkstatt 500 Euro zur Verfügung. Von der Pfeffinger Familie Dzuba gab es weitere 500 Euro dazu.
Sammelboxen aufgestellt
Zudem wurden in den einheimischen Geschäften Sammelboxen aufgestellt. Mit einem erfreulichen Ergebnis, dass 666 Euro an Spenden zusammenkamen. „Wenn ich im Flecka unterwegs war, drückten mir immer wieder Leute einen Geldschein für die Aktion in die Hand“, erzählte Vorstandsmitglied Beate Baier. Schnell war, auch durch weitere Spenden ersichtlich, dass das Geld nicht nur für zwei angedachte Defis reichen würde, sondern noch für einen dritten. Insgesamt brachte die Spenden einen Betrag von rund 8000 Euro. Dieser war ausreichend für die Beschaffung der drei Defis samt einer sicheren Box dafür.
Damit die Geräte rund um die Uhr und zu jeder Jahreszeit einsatzbereit sind, ist vor allem während der Winterzeit eine gewisse Temperatur in der Box notwendig. Diese werden mit einer Heizung ausgerüstet, die gesamte Installation samt Kosten übernimmt die Pfeffinger Firma Michael Herrmann Gebäude-System-Technik.
Um flächenmäßig gleich abgedeckt zu sein, wurden für die Standorte der Defis das FC-Clubheim beim Sportplatz, wo auch durch den Spiel- und Trainingsbetrieb stets viel los ist; die Alte Schule in der Ortsmitte und das BIHA-Gebäude in der Margrethauser Straße gewählt.
„Leben retten kann jeder“
Wichtig ist, dass sich möglichst viele Leute zutrauen, einen Defi zu verwenden. Dafür wurde am kommenden Donnerstag, 23. April, um 18.30 Uhr und 19.30 Uhr eine Veranstaltung in der Turn- und Festhalle mit dem Slogan „Leben retten kann jeder – auch Du!“ anberaumt. Snacks und Getränke werden auf Spendenbasis ausgegeben.
Schnell war das Pfeffinger DRK mit im Boot und wird bei der Einführung unterstützen. „Vorkenntnisse sind keine notwendig, wir erklären Schritt für Schritt, wie der Defi verwendet wird“, so Dr. Krischan Spengler. Bei den drei Pfeffinger Defis handele es sich um ganz moderne Geräte, welche sofort erkennen, ob eine Herzrhythmusstörung vorliegt, den „Bediener“ leitet, ob bei Bedarf ein Schock abgegeben werden muss, um das Herz zu „resetten“.
„Hört sich kompliziert an, ist es aber nicht“, meinte Elmar Bendrin von den „Kealändern“. Daher soll der Donnerstag auch dazu dienen, den Leuten mit Live-Übungen an Demopuppen die Angst zu nehmen und zu erklären, wie Defis im Notfall einzusetzen sind. Dies werde in kleinen Gruppen erläutert und geübt – mit dem Ziel, dass es in Pfeffingen anschließend möglichst viele „Ersthelfer“ gibt. Alle Interessierten sind eingeladen, einfach vorbeizuschauen. Von Beginn an stand Ortsvorsteher Roland Merz hinter der Sache, konnte jedoch am Samstag bei der Defi-Präsentation wegen seiner Reha nicht dabei sein.