Die freiwilligen "Helfer vor Ort" in Meißenheim hatten ihre ersten Einsätze. Sie werden bei Notrufen alarmiert und sollen an der Einsatzstelle die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungswagens überbrücken. Foto: Lehmann

Soziales: Freiwillige überbrücken bei Notfällen Zeit, bis der Krankenwagen eintrifft

Meißenheim - Schnelles Handeln ist im Ernstfall wichtig. Auch wenn Rettungsdienste zügig bei den Patienten ankommen, kommt es den Betroffenen wie eine Ewigkeit vor, bis Hilfe naht. Durch die "Helfer vor Ort" soll dem nun entgegengewirkt werden.

Wenn ein Notruf aus dem Ortsteil Meißenheim bei der Leitstelle eingeht, werden künftig auch die "Helfer vor Ort" alarmiert. Derzeit besteht die Gruppe aus fünf Angehörigen des DRK Ortsvereins Meißenheim/Schwanau, die die Ausbildung absolviert haben. "Das Thema Helfer vor Ort stand schon lange im Raum", erklärte Initiator und Koordinator Dirk Weber. Durch die Corona-Pandemie hat sich die Thematik jedoch etwas in die Länge gezogen. 56 Unterrichtseinheiten eines Sanitätskurses mussten absolviert werden, ebenso wie 16 Unterrichtseinheiten speziell zum Helfer vor Ort.

Doch bevor die "Helfer vor Ort" zu den Einsätzen gerufen werden konnten, musste zunächst der Kreisverband Lahr und die Leitstelle die Zustimmung erteilen. Diese haben die Meißenheimer Ersthelfer bekommen und konnten bereits die ersten Einsätze absolvieren. "Beim ersten Einsatz geht der Puls dann doch etwas hoch", sagte Weber. Dass die Notwendigkeit bestehe, zeigten zwei Einsätze in kurzer Zeit, so Vorsitzende Christa Lechleiter.

Bisher nur Einsätze in Meißenheim

Im Falle eines Notrufs piept künftig auch der Rufmelder bei den "Helfern vor Ort" – hinzu kommt die Meldung über eine App, die zum Einsatzort navigieren kann, aber auch der Einsatzdokumentation dient. Zudem können die Helfer so den anderen mitteilen, ob sie den Einsatz wahrnehmen können oder nicht. Zwei Helfer vor Ort an der Einsatzstelle sind die Vorgaben für die Meißenheimer. Vorerst werden sie nur am Wochenende , heißt von Freitag 18 Uhr bis Sonntag 22 Uhr ausrücken. Grund hierfür sei laut Weber die geringe Personaldichte. "Alle ausgebildeten Helfer sind berufstätig und unter der Woche nur schwierig erreichbar", erklärte er.

Auch bezieht sich das Einsatzgebiet derzeit ausschließlich auf den Ortsteil Meißenheim. Wenn weitere Helfer gefunden werden und wenn sich das System bewährt, sollen die Einsätze auch auf die anderen Ortsteile des DRK Meißenheim/Schwanau ausgeweitet werden.

Für die Fahrt werden derzeit Privatfahrzeuge genutzt. Ein Dienstfahrzeug werde erst dann ins Auge gefasst, wenn sich die Aktion bewährt hat und alles reibungslos abläuft. Dann sollen auch Dienstpläne geschaffen werden.

Die "Helfer vor Ort" sollen die erste Hilfe leisten, bis die Rettungssanitäter, Krankenwagen oder der Notarzt im Ernstfall eintreffen. Sie können kleinere Wunden erstversorgen oder auch erste Informationen für die Einsatzkräfte einholen. "Wichtig ist, dass wir in unserer Tätigkeit auch der Verschwiegenheit verpflichtet sind", betonte Tamara Krämer, die ebenfalls zu den "Helfern vor Ort" gehört. Das Dorf soll spürbar vom Engagement der Mitglieder profitieren und auch weitere Personen animieren, sich dem DRK anzuschließen und sich einzubringen.

Suche nach weiteren "Helfern vor Ort"

Besonders hob Dirk Weber hervor, dass der DRK Ortsverein Meißenheim/Schwanau Unterstützung von den Ichenheimer Kollegen bekommt, die bereits die "Helfer vor Ort" etabliert haben. So stehen die Neurieder mit vielen hilfreichen Tipps und Erfahrungen zur Seite. Thorsten Hansert aus Neuried kam etwa zu den Kollegen in Meißenheim, um ihnen die App zu erklären, die in Neuried im Einsatz ist.

Bürgermeister Alexander Schröder dankte all denjenigen, die die Weiterbildung absolviert haben und sich als "Helfer vor Ort" engagieren. "Jeder, der schon mal auf einen Krankenwagen gewartet hat weiß, dass das einem ewig vorkommen kann", so der Bürgermeister. Auch sehe er es als positiv und beruhigend an, wenn beim Einsatz im Ernstfall bekannte Gesichter vor Ort seien, die einen beruhigen könnten. So hoffe er, dass baldmöglichst beide Ortsteile der Gemeinde abgedeckt werden können und auch die interkommunale Zusammenarbeit mit Schwanau bald ausgebaut wird.

Die Jugend des DRK Ortsvereins sei bereits in den Startlöchern, um als "Helfer vor Ort" ausgebildet zu werden. Die Kurse seien jedoch nicht so dicht gestreut, da die Ausbilder fehlen würden, wie Weber informierte.

Der DRK-Ortsverein Meißenheim/Schwanau freut sich über weitere "Helfer vor Ort". Interessierte, die sich ausbilden lassen möchten und sich anschließen möchten, können sich an Koordinator Dirk Weber unter Telefon 0172/5­ 69 35 81 wenden.

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