Die Bäckerei Krachenfels hat am Donnerstag einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Das hat das Amtsgericht VS bekannt gegeben. Zuletzt hatte das Unternehmen aus Mönchweiler mehrere Standorte geschlossen.
Geschäftsführer Georg Krachenfels sprach zuletzt davon, „dass wir die schwerste unternehmerische Entscheidung treffen mussten, die wir bisher getroffen haben“. Dabei ging es um Filialschließungen. Nun folgte der nächste schwere Schritt: Beim Amtsgericht Villingen-Schwenningen haben zwei Unternehmen des Firmenkonstrukts einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt.
Das geht aus den öffentlichen Insolvenzbekanntmachungen hervor. Demnach sind von den Zahlungsschwierigkeiten sowohl die Bäckerei Krachenfels GmbH als auch die Krachenfels Handels GmbH betroffen. Als vorläufiger Sachverwalter ist der Villinger Rechtsanwalt Thorsten Schleich bestellt worden. Dieser prüft die wirtschaftliche Lage der Bäckerei und überwacht darüber hinaus die Ausgaben.
Wie in diesem Zusammenhang aus dem öffentlichen Antrag hervorgeht, ist eine vorläufige Eigenverwaltung angeordnet worden. Dies könnte Krachenfels die Möglichkeit geben, das Unternehmen zu restrukturieren und zu sanieren. Maßnahmen der Zwangsvollstreckung sind von Amtswegen untersagt worden.
Restrukturierungen sind großes Thema
Und: Bei beiden Unternehmen zeichnet sich eine auf Restrukturierungen spezialisierte Rechtsanwaltsgesellschaft aus München für das Verfahren bevollmächtigt. Restrukturierung war dabei auch das Thema, das Geschäftsführer Georg Krachenfels jüngst im Gespräch mit unserer Redaktion mit Blick auf die Filialschließungen ansprach.
So sei die Bäckerei intensiv auf der Suche nach trag- und zukunftsfähigen Konzepten. Im Mittelpunkt stand für ihn dabei die Arbeitsplatzsicherung im Traditionsunternehmen. Inwieweit diese in Folge der Insolvenz garantiert werden kann, steht derzeit jedoch in den Sternen.
Mehrere Standorte geschlossen
Das Unternehmen hatte zuletzt mehrere Standorte in Villingen (Herdstraße) und Schwenningen (Muslen) und ebenso in Trossingen geschlossen. Bereits seit längerer Zeit sind zudem Filialen in St. Georgen, Bad Dürrheim, Königsfeld und Bräunlingen dicht. An diesen Standorten sei „das Verhältnis zwischen Umsatz und Kosten nicht mehr zukunftsfähig“, hatte Krachenfels mitgeteilt.
In die Entscheidung spielte nach Angaben der Bäckerei zudem auch Unsicherheiten mit Blick auf wechselnde Öffnungszeiten aufgrund von Mitarbeitermangel rein. So sollten konstante Öffnungszeiten angeboten werden, hieß es.
Bäckerei betreibt fast 30 Filialen
Ein Aushang machte am Donnerstag darauf aufmerksam, dass die Filialen früher schließen. Offiziell hieß es, dass es sich dabei um eine Weiterbildungsveranstaltung für die Mitarbeiter handelt. Aufgrund der aktuellen Ereignisse dürfte hingegen davon ausgegangen werden, dass die Angestellten über die wirtschaftliche Lage informiert werden.
Insgesamt betreibt die Bäckerei Krachenfels fast 30 Filialen in der Region und weit darüber hinaus. An mehreren Standorten ist die Bäckerei in Lebensmittelmärkte wie Rewe, Netto oder Penny integriert. Zudem ist Krachenfels an den Kliniken in Villingen-Schwenningen, Donaueschingen und Konstanz vor Ort.