Erneut hat sich Wolfachs Gemeinderat mit einer zeitgemäßeren Handhabung der Ehrenordnung für verdiente Personen befasst.
Die klassischen Teller haben in Wolfachs Ehrenordnung ausgedient: Im zweiten Anlauf billigte der Gemeinderat den Vorstoß der Verwaltung, künftig gläserne Stelen anstelle der Ehrenteller als Zeichen der Würdigung besonderer Verdienste zu verleihen.
Dass das Thema erneut aufkam, hatte diesmal aber einen pragmatischen Hintergrund. Zuletzt waren die Ehrenordnung und die Idee einer neuen Würdigung im April 2024 Thema im Rat.
Im Vorfeld der Kommunalwahl fand es Bürgermeister Thomas Geppert an der Zeit, „dass man den bronzenen Ehrenteller, den silbernen Ehrenteller als höchste städtische Ehrung und den Vereinsehrenteller ein bisschen zeitgemäßer gestaltet“. Der damalige Stelen-Entwurf stieß aber auf wenig Gegenliebe im Rat (wir berichteten).
Die Ehrenstele wird bereits als Buchstütze gesehen
Vergangene Woche war die Ehrenordnung erneut Thema im Rat, samt komplett überarbeitetem Stelen-Entwurf. Anlass laut Beratungsvorlage: „Inzwischen gelingt es trotz eingehender Recherche nicht mehr, eine geeignete Bezugsquelle für die bronzenen Ehrenteller zu finden. Zudem haben sich die Beschaffungspreise für die Ehrenteller zum Teil deutlich erhöht.“ „Die Kosten sind zweitrangig – man muss sie erstmal bekommen“, sagte Bürgermeister Thomas Geppert.
Anstelle der Glasstelen sei auch eine andere Würdigung möglich. „Da bin ich für alles offen.“ Die kleine Stele, Pendant zum bronzenen Ehrenteller, koste 65 Euro brutto, die große Ehrenstele, Ersatz für den silbernen Ehrenteller, liege bei 100 Euro, jeweils mit Geschenkbox. „Dazu gäbe es eine Urkunde“, sagte Hauptamtsleiter Dirk Bregger. Die kleine Stele soll, mit angepasster Beschriftung, auch den Vereinsehrenteller ersetzen.
„Die Stele finde ich eigentlich geschickt. Die ist nicht so groß“, sagte Peter Ludwig (CDU). Er regte an, zusätzlich noch einen Ansteck-Pin mit der Ehrung zu verbinden. „Der ein oder andere zeigt es vielleicht ganz gern, dass er so eine Auszeichnung bekommen hat.“
Der Stele fehle der praktische Mehrwert eines Tellers, befand Henning Hermes (Grüne): „Ich find’s nach wie vor unpraktisch, weil man sie nur hinstellen kann.“ Dass es, wie von Bregger eingeworfen, keine Teller mehr gebe, „glaube ich nicht“, betonte Hermes. „Es muss ja auch nicht aus Bronze oder sonst was sein.“
Man bestelle nur etwa das, was man in einem Jahr benötige, erklärte Bregger auf Nachfrage von Pascal Schiefer (CDU). Wenn dem Rat also in zwei bis drei Jahren eine bessere Idee käme, „dann sind wir da frei – wir machen nichts für die Ewigkeit“, befand Schiefer.
Der Rat stimmte geschlossen für die Stele
„Diesen Zinnteller, den hab’ ich auch mal gekriegt. Aber ich hänge ihn tatsächlich nicht auf“, gestand Georg Schmieder (FWV). Die Stele sei zeitgemäß.
Anja Kopp (FWV) setzte den launigen Schlusspunkt unter die Debatte: Sie sei froh über die Stelen. „Diese Stele könnte ich als Buchstütze verwenden.“ Zudem senke man die Kosten.
Ein zusätzlicher Pin dagegen sei „überhaupt nicht relevant und diskussionsfähig“: Den Ehrenteller habe man sich auch nicht an die Brust geheftet.
Für die Stele „als lange Übergangslösung der nächsten 20 Jahre“, so Geppert stimmte der Rat geschlossen. Mit ihrem Ja für einen zusätzlichen Pin blieben Peter Ludwig und Kordula Kovac (CDU) allein.