Ein zweigeschossiger Modulbau soll als Ersatz für die Kindertagesstätte Bottenbrunnenstraße auf dem früheren Deko-Areal in der Dreyspringstraße entstehen – direkt neben der Jugendbegegnungsstätte Schlachthof. Foto: Maier

Die Stadt hat eine Lösung für die Kita Bottenbrunnenstraße gefunden: Auf dem Deko-Areal neben dem Schlachthof soll ein Neubau entstehen.

Lahr – Die Zeit drängt: Das ohnehin sanierungsbedürftige Kita-Gebäude in der Bottenbrunnenstraße muss dem neuen Parkhaus des Klinikums weichen, bis Ende 2023 muss ein Ersatz zur Verfügung stehen. Die Stadtverwaltung hatte mehrere Standorte unter die Lupe genommen. Favorit ist jetzt das Deko-Areal in der Dreyspringstraße, wie Bürgermeister Guido Schöneboom auf Anfrage unserer Redaktion bestätigte.

Bis zu sieben Millionen Euro Kosten

"Wir haben eine Vielzahl der Grundstücken untersucht", so Schöneboom gegenüber unserer Redaktion. Bei dem Deko-Areal bestehe die Chance, dass rechtzeitig bis Ende 2023 eine neue Kita fertig ist. Mit dem Bau einer modernen Kindertagesstätte könne in unmittelbarer Nähe zu der Jugendbegegnungsstätte Schlachthof ein "schönes Kinder-, Jugend- und Familienquartier" entstehen. Geplant ist ein zweigeschossiger Modulbau. Die Kosten werden auf sechs bis sieben Millionen Euro geschätzt.

Neubau soll Ende 2023 fertig sein

Das Grundstück gehört der Stadt, die früheren Firmengebäude sind abgerissen. Das Gebäudemanagent stehe mit Firmen in Kontakt, die eine Realisierung bis Ende 2023 in Aussicht gestellt hätten. Schöneboom: "Die Hochbauabteilung arbeitet mit Hochdruck daran." Eine Zwischenlösung für die Kita an einem anderen Standort sei somit nicht notwendig.

Geplant ist, dass die gesamte Kita von der Bottenbrunnenstraße in die Dreyspringstraße umzieht. Auch wenn die Verwaltung eine "Lösung im Quartier" bevorzugt hätte, sei die Entfernung zur Einrichtung in der Bottenbrunnenstraße vertretbar, so Schöneboom. "Bei mir überwiegt die Freude, dass wir anstelle eines in die Jahre gekommenen Kita-Gebäudes eine neue, moderne Einrichtung bekommen", so der Sozialbürgermeister.

Mehrere Grundstücke untersucht

Eine "Lösung im Quartier" wäre ein Neubau auf dem ehemaligen Gärtnerei-Grundstück beim Clara-Schumann-Gymnasium gewesen, das ebenfalls der Stadt gehört, aber wegen des dortigen Gefälles schwieriger zu bebauen ist: Es hätte deutlich länger gedauert, bis eine neue Kita fertig ist. Laut Schöneboom soll das Grundstück jedoch für die Zukunft als möglicher Kita-Standort zur Verfügung stehen. Zuvor war der frühere Campingplatz im Schillingsweg Favorit der Stadtverwaltung. Gegen diesen Standort hatte jedoch der Naturschutzbund wegen der dortigen Amphibien protestiert (wir haben berichtet).

In der Kita Bottenbrunnenstraße werden – Stand September – 70 Kinder betreut, hinzu kommen bis zum Sommer 2023 noch 18 Kinder, die eine Zusage erhalten haben. Schulpflichtig werden 23 Kinder, sodass im September 2023 voraussichtlich 65 Kinder, davon neun unter drei Jahren, die Einrichtung besuchen. Derzeit sind in der Kita 19 Fachkräfte beschäftigt, hinzu kommen unter anderem Auszubildende, Anerkennungspraktikantinnen und eine Quereinsteigerin.

Bürgermeister informiert die Eltern

Schöneboom hat die Kita-Eltern in einem Brief informiert. "Wir schauen optimistisch nach vorn, dass eine (Ersatz-)Kindertagesstätte fristgerecht Ende nächsten Jahres bezogen werden kann", so der Bürgermeister an die Adresse der Eltern. Im nächsten Schritt sollen sich die städtischen Gremien mit dem Thema befassen. Die Entscheidung über den Neubau ist Sache des Gemeinderats.

Das Deko-Areal

Das Unternehmen "Deco Design Technologies" ist aus der Firma "Deko Dekorblenden und Schaltkontakte" hervorgegangen, die von 1985 bis 2009 in der Dreyspringstraße beheimatet war. Armin Glatz und Petra Huck gründeten 2009 in der Fritz-Rinderspacher-Straße das Nachfolgeunternehmen. Für das ehemalige Deko-Areal gab es Pläne, einen Supermarkts anzusiedeln, was Stadtverwaltung und Gemeinderat jedoch mit Blick auf die nicht weit entfernte Arena abgelehnt hatten. Auch Wohnbebauung war im Gespräch.