Ein spektakuläres Wochenende eröffnete die närrischen Tage in Salzstetten. Der Tanz der Sieben-Hügel-Hexen wartete mit einer besonderen Atmosphäre auf.
Mit dem traditionellen „Hexenprozess von Salostetten“ eröffnete die Narrenzunft Salzstetten am Freitag ihr spektakuläres und ereignisreiches Fasnetswochenende.
Zunftmeister Markus Fischer führte mit lebendiger Moderation durch das schaurige Schauspiel, das eindrucksvoll auf dem Rathausplatz inszeniert wurde. Bevor jedoch der düstere Prozess begann, sorgten die Lustigen Tuders mit ihrer Musik für Stimmung, und erst dann nahm das Freilichtspektakel mit unheimlichen Lichteffekten und lodernden Feuern seinen Lauf.
Der inszenierte Hexenprozess basiert auf historischen Ereignissen. Nur die Namen der Figuren wurden von der Zunft frei gestaltet. Im Jahr 1524 standen in Salzstetten 13 junge Frauen wegen Hexerei und Pakt mit dem Teufel vor Gericht. Den Frauen wurde außerdem vorgeworfen, mit ihren verführerischen Blicken die Männer betört, das Vieh verhext, Gift gebraut und die Obrigkeit beleidigt zu haben. Bevor sie dem Höllenfeuer übergeben wurden, sprachen die Angeklagten einen letzten Fluch aus: Sie verfluchten sowohl den Ort als auch die Verantwortlichen für die Ungerechtigkeit. Seitdem kehren die Frauen Jahr für Jahr als Hexen zurück, um auf dem Schauplatz des Prozesses ihr Unwesen zu treiben, was die Sieben-Hügel-Hexen demonstrierten. Von Rache erfüllt, schreckten sie nicht davor zurück, Chaos im Dorf zu verbreiten.
Eindrucksvolle Effekte
Mit eindrucksvollen Pyroeffekten wurde die Zubereitung eines teuflischen Hexengebräus inszeniert und ein ausgelassener Hexentanz um den brodelnden Kessel markierte ihre triumphale Rückkehr.
Damit war offiziell der Startschuss für den anschließenden Hexenball gefallen, den die Schwarzwald Buam in gewohnter Manier musikalisch umrahmten. Mit aktuellen Hits bis hin zu bekannten Party-Klassikern sorgte das Trio zum Auftakt für beste Stimmung bei den Gästen. Zunftmeister Fischer eröffnete in seiner Moderation den Tanz der Teufel, indem die Schlattwaldteufel der eigenen Zunft ihr Unwesen auf der Bühne trieben. Die Tanzgarde aus Ergenzingen überzeugte anschließend mit einem beeindruckenden Showtanz die feiernden Narren, wie auch die Mettstetter Steinachhexen, die mit einer rockig-poppigen Performance unterhielten.
Doch während viele Gruppen auf Akrobatik und klassisches Brauchtum setzten, wartete der Tanz der Sieben-Hügel-Hexen mit einer ganz besonderen Atmosphäre auf. Wer hier einen klassischen, hölzernen Hexentanz erwartet hatte, wurde eines Besseren belehrt. Stattdessen zeigten sich die Mannen von ihrer femininen Seite und boten prickelnde Erotik zum Finale. Fernab von krummen Nasen und Buckeln setzten die Hexen auf „hügelige“ Argumente. So flogen die Büstenhalter statt auf die Bühne von selbiger und landeten im hoch amüsierten Publikum.
Ausklang mit den Tuders
Nach dieser Trainingseinheit für die Lachmuskeln waren wieder Hände, Beine und die Stimme gefragt. Schließlich sorgten auch heuer wieder traditionsgemäß die Lustigen Tuders der Narrenzunft Salzstetten für ein musikalisches Feuerwerk, mit welchem der Hexenball einen gelungenen Ausklang fand.