Mit ihrem Marschtanz heizte die Prinzengarde mächtig ein, die seit 60 Jahren jährlich den Eröffnungsball mitgestaltet. Foto: Alexandra Feinler

„Eutinger Fasnet Bärastark“ lautet das Motto zum 60. Geburtstag der Eutinger Narrenzunft. Am Samstag wurde beim Eröffnungsball in der Halle das Prinzenpaar präsentiert und das Geburtstagsfest ausgiebig gefeiert.

Den Narrenmarsch spielten die „Lausbuba“ Tobias und Anton aus Bondorf, wozu der Zunftrat auf die Bühne kam. Axel Creuzberger, Jessica Saier, Nadine Krauß, Hendrik Geraldy, Rebecca Graf und Iris Klinkmüller erklärten die Fasnet 2024 als eröffnet.

 

„Einiges isch heute gebote, wir haben euch einige Anekdote“, betonte Jessica Saier. Vom 60-jährigen Bestehen, schönen Stunden, einer tollen Fasnet und viel Freude erzählten die anderen Zunfträte.

Oliver „Gas“ Kramer (links, vorne) und Raimund „Saimen“ Sattler übergaben die Motto-T-Shirts zu 60 Jahre NZE „Bärastark“ dem Prinzenpaar Nadine und Smillo. Foto: Alexandra Feinler

Die Spannung stieg und alle schauten gespannt auf die Prinzenpaar-Wand, aus der zwei Bären hervorkamen. Wer bei den Social-Media-Filmen aufgepasst hatte, erkannte die beiden: Die Ansager Oliver „Gas“ Kramer und Raimund „Saimen“ Sattler sagten, dass sie seit April extra viel gegessen hatten, um in das Häs zu passen. Sie holten Alina Stark auf die Bühne und erklärten das Fasnetsmotto „Bärastark“.

Nicht das erste „Gender-Prinzenpaar“

Die beiden waren nicht das erste „Gender-Prinzenpaar“, denn der Vorhang schloss sich und das echte Prinzenpaar kam auf die Bühne. Groß war die Überraschung, denn Nadine Krauß hatte gerade noch im Narrenrat-Häs moderiert und stand nun mit ihrem Prinz Smillo vom hohen Schützen auf der Bühne. Der SVE-Vorsitzende hatte die Lacher gleich auf seiner Seite, als er erklärte, dass ihm seine Brille fehlen würde. Gemeinsam mit der NZE-Schriftführerin ist auch das Bärenmitglied mit „Haut und Haar“ dabei.

Zum Brauch gehören seit 60 Jahren die Tänzerinnen der Prinzengarde mit ihrem Marschtanz. Die 15 Mädels zeigten, wie wichtig den Eutingern die Tradition ist und dafür hatten Ramona Platz und Deviana Brobeil die Choreographie entworfen. Als „die beste Prinzengarde in 50 000 Kilometer Umkreis“ bezeichnete Raimund Sattler den Programmpunkt, bevor er für den Büttel mit der Schüttelhand (Marc Creuzberger) die Bühne frei machte. Dieser teilte mächtig aus, da bekamen sogar Bürgermeister „Markus Lockencharly Tideman“ und sein Vorgänger „Schuldenpapst Jöchle“ einiges zu hören, denn der rund sechs Millionen Euro teure „Fantadu“ sei überdimensioniert. Die Rohrdorfer Heale hätten das Nordstream-Chaos verursacht, Bianca hätte ihre Apple Watch vom Saugroboter einsaugen lassen und Celine hätte das Geld für die Bären-T-Shirt über ihren Patrick im Papiercontainer entsorgt, so der Büttel.

Den „werbeSpot“-Marsch der Sweetys hatten Chantal Raible und Amelie Sattler einstudiert. Die Stolperschwänzle gingen „ab auf die Piste“, was Deviana Brobeil, Lara und Tina Ehmann, Selina Apperger sowie Kim Zierz einstudiert hatten. Warum so viele Trainerinnern, dass wussten Oli und Raimund: Weil es bei den Stolperschwänzle einen Ehrenkodex gibt, dass nicht zuhause trainiert werden darf.

Der PG-Showtanz stand unter dem Motto „König der Löwen“, den Madita Seele und Melanie Krespach einstudiert hatten. Die Teufel zeigten ihren „Teuflischen Tonrausch“ mit Michael Köhn und Jascha Fauß.

Die Eutinger Talhexen sorgten mit der „Muppet Show“ zum 60. Geburtstag ihrer NZE für einige Lacher. Foto: Alexandra Feinler

Die Talhexen zeigten ihre Muppet-Show, bei der neben Zunftmeister Axel auch Ehrengast Dani auf die Bühne kam. Kermit hatte fast die Fasnetseröffnung verpasst, daher heizten ihm die Muppets mit Tanz und Gesang ein, was aber die Miesepeter Statler und Waldorf negativ kommentierten. Gut, dass Miss Piggy und Graf Zahl für Stimmung sorgten. Wie bereits der Büttel so wiesen auch die Talhexen darauf hin, dass die Gemeinde Eutingen sparen muss. Daher werden die Straßenlaternen nicht länger brennen und daher werde auch Zunftmeister Axel die Muppets nicht aus der Bar kehren.

Zum Abschluss wiesen die beiden Moderatoren auf den kommenden Samstag hin, denn da feiert die NZE ihr 60-jähriges Bestehen mit einem Zunftball in der Eutinger Halle.

Social-Media-Filme zum Jubiläum

Zum Jubiläum
hatte die Narrenzunft einige Social-Media-Filme gedreht, die über die Leinwand in der Hallepräsentiert wurden.

Im ersten Videoblock
erklärten Raimund und Oli sowie Axel, dass die Fasnetsabende mit geilem Publikum und die Fasnetsumzüge besondere Höhepunkte der 60 Jahre darstellen.

Ex-Büttel Jochen Krespach
beschrieb die Busausfahrt der Narrenzunft Eutingen, bei der es nur alkoholfreies Bier gab und sich alle wunderten, warum sie den Alkohol nicht spürten, als „beste Meldung“ seiner Zeit.

Ring-Brauchtumsmeister Jakob Holocher
gab der NZE 4,5 bis 5 Punkte für das närrische Programm und die Tatsache, dass die NZE Gründungsmitglied des närrischen Freundschaftsrings Neckar-Gäu ist.