Das jahrelange Warten vieler Einwohner hat ein Ende: Am Sonntag wurde die neue Begegnungsstätte im Neurieder Ortsteil offiziell eröffnet.
Auf 780 Quadratmetern Nutzfläche, bestehend aus Foyer, Mehrzweckraum, Sportraum, Umkleiden, Küche und Sanitärräumen kann nun in Schutterzell Gemeinschaft gelebt werden. Im Rahmen der feierlichen Eröffnung wurde auf die Entstehung und Bauzeit des Bürgerhauses geblickt und auf eine belebte Zukunft angestoßen.
Neurieds Bürgermeister Tobias Uhrich erinnerte in seiner Ansprache an den ersten Schritt des Planungsauftrags im Juli 2019. In Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Erny wurde ein maßgeblicher Beitrag zum Projekt Bürgerhaus geleistet. Rund fünf Millionen Euro wurden in das Projekt investiert, bezuschusst wurde es durch das Programm Entwicklung Ländlicher Raum, wodurch exakt 873 270 Euro als Fördergelder bezuschusst wurden. Die Zuwendung sei, so Uhrich, eine maßgebliche Entscheidung gewesen, habe der Gemeinderat doch immer gesagt, dass es ohne die Förderung kein Bürgerhaus gäbe.
Im Juli 2022 wurde der Architekturvertrag an das Büro Erny vergeben. Der Dank des Bürgermeisters galt jedoch auch allen anderen beteiligten Fachplanern, die am Bau des Bürgerhauses beteiligt waren. Der Baubeschluss konnte letztlich im Februar 2023 gefasst werden, im April des Folgejahres der Spatenstich.
Auch der Alt-Bürgermeister brannte damals für einen Ort der Gemeinschaft
Auf das Richtfest im Mai 2025 konnten nun am Sonntag die feierliche Eröffnung erfolgen. Die Anfänge reichten zurück bis zur Amtszeit des ehemaligen Ortsvorstehers Lothar Gissler, der ebenfalls für das Projekt brannte – ebenso wie der frühere Bürgermeister Jochen Fischer. Der Dank galt aber auch Ortsvorsteher Thomas Eble, der mit seinem Engagement die Planungen vorangetrieben habe. Uhrich überreichte dem Ortsvorsteher einen symbolischen hölzernen Schlüssel zur Eröffnung des neuen Gebäudes.
Zahlreiche Anfragen gebe es in der Verwaltung bereits, um das Bürgerhaus in Schutterzell mit Leben zu füllen. Eble erinnerte an die Jahre 2003 und 2004 in denen es bereits erste Gespräche zu einem Bürgerhaus gab, diese Idee musste jedoch wegen des Kindergartenneubaus verworfen werden, der dortige Turnraum fiel stattdessen größer aus und wurde provisorisch genutzt. Nun wurde 2018 die Idee wieder aufgelebt. Eble dankte allen Beteiligten: „Das ist mehr als ein Bauwerk, es ist ein Ort der Begegnung, wo geschwitzt, gelacht, trainiert wird, aber auch kulturelle Veranstaltungen und Sitzungen ihren Raum haben“, so der Ortsvorsteher.
Auch Staatssekretär Volker Schebesta erinnerte an die Anfänge vor 15 Jahren, als bei einer Radtour mit Alt-Ortsvorsteher Lothar Giessler der Wunsch nach einer Räumlichkeit geäußert wurde. Nun ist der Raum da und bietet die Möglichkeit, zusammenzukommen.
Architekt Günther Erny gab einen Rückblick auf die Bauzeit und über das Gebäude, er lud im Anschluss zur feierlichen Eröffnung auch zur Begehung und Besichtigung des Bürgerhauses ein. Grundlage sei ein halbes Handballfeld gewesen, um das sich alles drehen sollte und die Planungen bestimmte. Rund 40 Firmen waren am Bau des Bürgerhauses beteiligt, davon rund 90 Prozent aus der Ortenau und dem Breisgau, wie Erny verriet.
Im Anschluss an die feierliche Eröffnung wurden die Gäste zu einem Stehempfang eingeladen und die Möglichkeit geboten, das Bürgerhaus zu besichtigen.
Info – Die Haussegnung
Abschließend erbat der pensionierte Pfarrer Bodo Holthaus den Segen des Gebäudes und hoffte auf ein lebendiges Miteinander. So sei das Bürgerhaus ein Zeichen, dass Räume geschaffen werden, wo trotz der digitalen Welt persönliche Begegnungen stattfinden.