Bitter: Empfingens Timo Theurer hat sich wenige Wochen nach seiner Genesung zum zweiten Mal das Kreuzband gerissen. Foto: Eibner/Florian Schust

Vor wenigen Wochen kam Timo Theurer mit einem verheilten Kreuzband zurück. Mitte Oktober riss es aber erneut – und Theurer erzielte für Empfingen danach noch ein Tor.

Emotionales Dilemma in Empfingen: Einerseits ist die SG das aktuelle Spitzenteam in der Landesliga, andererseits muss das Team von Alexander Eberhart einen personellen Rückschlag verkraften: Timo Theurer wird nämlich wieder lange ausfallen.

 

Bitterer Doppelpack

Beim 6:1-Sieg über den SC Tuttlingen riss er sich sein rechtes Kreuzband. Für treue SG-Anhänger dürfte sich diese Information wie ein Déjà-vu anfühlen, denn Theurer hat sich vor rund einem Jahr schon einmal im selben Knie die identische Verletzung zugezogen – sein langersehntes Comeback erfolgte erst vor wenigen Wochen.

„Das erste Gefühl, als es im Spiel passiert ist, war ein sehr ungutes. Die Befürchtung war groß, dass es wieder etwas Größeres sein könnte. Es ist dasselbe Knie, welches erst im vergangenen Jahr betroffen und operiert worden war – die erst damals eingesetzte Ersatzsehne war abgerissen“, berichtet er unserer Redaktion vor kurzem.

Die genaue Diagnose: Reruptur des vorderen Kreuzbandes. Zunächst hatte der 32-Jährige Grund zur Hoffnung, da er kaum Schmerzen verspürte. Er konnte sogar ein paar Minuten weiterspielen und ironischerweise sogar ein Tor erzielen – „leider mein vorerst letztes“, blickt er knapp drei Wochen nach dem Spiel .

Zu früh für eine klare Aussage

Trotz anfänglicher Hoffnung dauerte es nicht lange für den Defensivmann, ehe Ernüchterung einkehrte: „Als der Befund ein paar Tage später nach erfolgter MRT-Untersuchung bekannt wurde, war die Enttäuschung natürlich sehr groß und viele Fragen schossen einem in den Kopf, welche Auswirkungen und welche Tragweite diese Verletzung wohl dieses Mal haben würde.“

Auf ein mögliches Karriereende wollte sich Theurer während seiner fünften Saison in Empfingen nicht festlegen: „Mit etwas emotionaler Distanz kann man die Situation mittlerweile recht nüchtern betrachten, was bedeutet, von Schritt zu Schritt zu blicken. Risiken bestehen, keine Frage. Daher kann zum jetzigen Zeitpunkt jedenfalls noch keine klare Aussage getroffen werden. Angenommen, es verläuft alles ähnlich reibungslos wie beim letzten Mal und das Gefühl der Sicherheit und Stabilität ist zurück, spricht grundsätzlich nichts gegen eine Rückkehr auf den Fußballplatz.“

Sportlich und menschlich ein feiner Kerl

Auch SG-Coach Eberhart ist von diesem Verlust hart getroffen: „Diese Verletzung ist für die SG Empfingen ein herber Verlust. Timo Theurer ist sportlich ein absoluter Leistungsträger und auch außerhalb des Platzes ein feiner Kerl.“ Dennoch hat Eberhart die Hoffnung, dass Theurer den erneuten Rückschlag gut wegsteckt: „Beim letzten Mal ist er relativ schnell zurückgekommen.“ Jetzt hat der doppelte Vater erst einmal Zeit, sich seiner Familie und insbesondere seinen Zwillingen zu widmen: „Natürlich ist ein schöner Nebeneffekt die Zeit, die ansonsten auf dem Platz verbracht worden wäre, zuhause bei der Familie zu verbringen. Aber wir wissen aus eigener Erfahrung eben auch, dass die ersten Wochen nach der OP nicht unbedingt einfach zu bewerkstelligen waren.“

Theurer und seine Frau müssen wieder gute Vorkehrungen treffen, denn die beiden Kleinkinder sind im Vergleich zum Jahr zuvor deutlich aktiver und schneller geworden, während der Vater wieder bei null zu starten hat.